Die Kassiererin

Johann stand an der Kasse bei den Getränken, er hatte einen Einkaufskorb voll Getränke, unter denen auch Bier. Er kauft für sich und seine Mitbewohner die Getränke. Er war diese Woche dran. Die anderen beiden holten dafür Klopapier und Spülmittel die Woche. Für Essen musste sich jeder selbst sorgen. Johann stand so in der wartenden Schlange der Einkäufern, dass er noch zwei Leute abwarten musste. Da fiel ihm auch ein, dass er vielleicht nicht genügend Geld dabei haben könnte. Aber wenn nicht, dachte er sich so, dann kann er ja auch ein oder zwei Flaschen vom Bier an der Kasse lassen und nicht bezahlen. Wie er nun an der Kasse angekommen ist, musterte und begrüßte ihn schon die Kassiererin mit ihrer bayrischen Unfreundlichkeit (die von den Bayern selbst als Freundlichkeit verstanden wird, obwohl sie in ihrer Art und Weise kein bisschen freundlich daher kommt), das sich Johann fast in die Hosen machen musste. Sie versprühte eine Kälte, dass hätten eigentlich alle in einen Gefrierschockzustand fallen müssen. Sie scannte die Ware, er schaute ihr dabei in einer regelrechten Starre zu. So hoffte er die ganze Zeit, dass es nicht zu viel wird und er genug Geld dabei hat.
Wie sie ihm den Preis sagte, suchte er in all seinen Taschen nach all seinem Geld ab. Aber es fehlten einfach zwei Cent. Er konnte diese zwei Cent einfach nicht auftreiben. Überall suchte er ab. Die Einkäufer in den hinteren Reihen der wartenden Schlange wurden schon unruhig. Es kamen schon gleich ein paar heftige Pöbeleien, die Johann noch eher zusammenzucken ließen. Er traute sich kaum der Kassiererin zu sagen, dass ihm die zwei Cent fehlen. Sie schaute immer Grimmiger. Er schaute immer Verängstigter.
Da blieb Johann nicht weiter übrig, als dass er ihr sagte, das eine Bierflasche da bleiben muss. Sie schaute ihn nun richtig verärgert an.
,Das geht nicht! Das können wir nicht machen! Dazu habe ich keine Berechtigung. Was einmal eingescannt wurde muss auch bezahlt werden. Da könnte ja jeder kommen um uns einfach mal zu ärgern. Alles auf das Förderband legen und dann sagen kein Geld dabei zu haben. Das ist unverschämt und unerhört. Das machen wir nicht!‘
Johann konnte aber nichts machen, ihm fehlten diese zwei Cent. Darauf fragte ihn die Kassieren ob er einen weiten Weg nach Hause habe um das restliche Geld zu besorgen. Das verneinte Johann, er müsse nur drei Stationen mit dem Bus fahren, dann könnte er schnell bei seinen Mitbewohnern die zwei Cent ausleihen. Daraufhin schickte ihn die Kassiererin nach Hause und wollte dann so lange mit dem Kassieren warten. Johann sprintete los und die Einkäufer in der Schlange wurden immer ungeduldiger. Die Kassiererin erklärte es dann den Wartenden und bat um Nachsicht. Alle blieben danach ruhig und warteten.
Johann hatte leider Pech mit dem Bus, der fuhr ihm vor der Nase weg. Somit musste er zehn Minuten warten. Der später Bus kam dann auch noch mit einer Verspätung von fünf Minuten. Somit wartete er fünfzehn Minuten. Der Busfahrer öffnete die Türen und fragte nach den Fahrkarten, Johann zeigte seine und er Fahrer ließ ihn nicht weiter einsteigen, denn die Karte war abgelaufen, vom letzten Monat, sie einfach nicht mehr gültig. Johann hatte vergessen sich eine neue Karte für den neuen Monat zu kaufen. Somit rannte er zurück zum Einkaufsraum um die Kassiererin zu bitten, alle Getränke zurückzunehmen, denn er benötige das Geld für eine Fahrkarte. Wie er aber die Räumlichkeiten betrat, waren auch gleich zwei Herrschaften zur Stelle, die ihn abführten in den hiesigen Befragungsraum. Die Kassiererin hatte in der Leitung bescheid gegeben, dass es einen Einkäufer gibt, der nicht das komplette Geld zum Bezahlen bereit hielt.
Johann wurde also in den Befragungsraum gebracht. Die Kassiererin warte weiter, dass sich das mit dem Geld soweit klärte. Somit warteten auch die anderen Einkäufer mit ihren Bezahlungen.

Ein ersichtlicher Duft

Die Blumen im nahe liegenden Blumenladen leuchten, so dass man aus der Ferne schon angelockt werden muss. Frau Etwas läuft tag tägliche an diesem Blumenladen vorbei und kann nicht von den visuellen Eindrücken lassen, die die Blumen mit ihrer Farbenpracht ihr tag täglich bieten. Ein jedes mal bleibt sie vor dem Laden stehen schaut alle Sorten genauestens an, blickt in den Laden hinein und betrachtet auch die drinnen stehenden genauestens. Die Blumenladenbesitzerin ist darüber nicht wirklich erfreut, denn Frau Etwas kauft nie eine einzige Blume, sie betrachtet sie nur. Nicht einmal gerochen hat sie an irgend eine der Blumen. Sie betastet sie auch gar nicht. Daher wird auch die Besitzerin nichts machen wollen, so lange sie keinen wirklichen Grund finden kann der Frau Etwas unter Zwang zu verkaufen.
Doch wie es so ist, muss auch die Besitzerin mal ihren Laden schliessen, denn es erwartet sie einen mehrwöchigen Aufenthalt im städtischen Krankenhaus und da sie sich kein Personal leisten kann, schließt sie ihren Blumenladen. Frau Etwas kann es gar nicht fassen, denn die Blumen ihr immer die nötige, tägliche Dosis an visueller Erbauung gegeben. Nun ist keine Blume zu sehen, zu erahnen. Fast alle Blumen hat sie Besitzerin verkauft, einige auch in einem Kühlhaus untergestellt. Damit ist Frau Etwas sehr unzufrieden und versucht alles möglich Erdenkliche, die Frau Besitzerin aufzusuchen um sie deswegen zu beschimpfen. Aber irgendwie kommt sie nicht dadrauf, dass es das städtische Krankenhaus sein kann. Daher sucht sie sich einen anderen Blumenladen, an dem sie sich visuell erfreuen kann. Während ihrer Suche durch die halbe Stadt kommt sie an einer Teestube vorbei, die voll bestückt ist Minze in jeder Ecke. Sie setzt sich hinein und erfreut sich nun am Minzduft, der von Minzpeitschern hinzu verstärkt den Raum benebelt. Dafür trinkt sie auch ab sofort jeden Tag einen Tee und liesst die im Laden ausliegende Zeitschrift für Gartenarbeiten und Blumenzucht.

Am Brunnen auf den glatten Steinen

Er tanzte, er bewegte sich, er machte sein Bewegungen nach der Musik, die ihm in seine Ohren via Ohrsteckhörer schallte. Die Kabel seiner Ohrsteckhörer sahen aus, als wenn ihm eine weisse Flüssigkeit in seine Hosentaschen laufen würde. Er bewegte sich einmal hin, einmal her, wirkte nicht müde dabei. Sein Kopf war gesenkt, die Augen geöffnet, wie sein Mund. Mal schaute er doch nach oben, schnell links, schnell rechts um sich seiner Unauffälligkeit sicher zu sein. Leute liefen an ihm vorbei, sprangen mit ihren Beinen kurz in den abkühlenden Brunnen neben ihm, liessen ihre Hunde an den Ecken kacken,machten sich gedankenfrei an ihm vorbei. Er tanzte weiter. Auf einmal riss er seine Arme hoch, der Kopf blieb gesenkt. Er sang nicht mit. Danach drehte er sich um dreihundertsechzig Grad um gleich dadrauf sich an die Nippel zu fassen. Er tat es einfach, zwar über seinem T-Shirt, aber er tat es. Er quetschte sie, zog daran und schaute kurz auf. Seine Arme streckte er gen Boden aus, schüttelte diese und tanzte weiter. Er tanzte weiter und weiter vor den Einkaufspassagen, am Brunnen, bei den glatten Steinen. Seine Tasche lag neben ihm und schien halb gepackt.

Zwei Uhr nachmittags, Zeit für zwei Kaffee, die Sonne strahlt

Es ist warm, die Straßen sind leer, alles reflektiert grell. Um ein Uhr schon einen kleinen Gin Tonic getrunken, laufen sie allein die Promenaden entlang. Der Sommer verlangt von ihnen nicht anderes, als dass sie sich die Gegenden betrachten, Häuser mit Verzierungen photographieren, Vögel beim Picken von Brotkrumen zuschauen.
Eine Stunde später verlangt es ihnen nach etwas aufmunterndes, einem wahrlichen Koffeinschock. Sie halten Ausschau, während sie Bilder machten von den Häusern ohne Menschen davor und immer in Begleitung hungriger Vögel. Ihre Mission ist einen ordentlichen Koffeinschock zu bekommen. Leider findet man um diese Zeit nichts, was nur annähernd an ein Café mit gut servierten Kaffee aussieht. Es ist verzweifelnd für sie, denn sie werden von Schritt zu Schritt müder.
Doch endlich erspähen sie einen Bäcker und stürmen regelrecht diesen, doch es keine Bedienung da und es befindet sich auch kein Brot, nur zwei Brötchen und zwei Stück Kuchen in der Auslage. Von Kaffee ist ebenso weit und breit nichts zu erkennen. Andere Getränke genauso wenig.
Ihnen wird es unheimlich, sie setzen sich erst einmal in die gute Stube und warten, warten, dass irgendwer vorbeischaut, ihnen Kaffee serviert.
Nach vielen Stunden liegen sie dürstend vor der Auslage mit den zwei Brötchen und zwei Stück Kuchen und es liess sich noch immer keine Bedienung blicken. Sie können auch gar nicht mehr klare Gedanken fassen, denn ihr Verlangen nach Kaffee stört ihr Denkvermögen. Sie bleiben liegen vor der Auslage.
Nach zwei Tagen erscheint eine offizielle Person und erblickt diese Verdursteten vor der Auslage und macht sich gleich an die Arbeit ihre Personalien aufzunehmen. Diese Informationen schickt er gleich per schlauen Telefon in die Zentrale, in der es nach kräftig gebrühten Kaffee riecht. Dieser Offizielle öffnet sich gleich darauf seine Thermoskanne und gießt sich einen großen Schluck Kaffee ein.

zu warmer Analogkäse

Das kann doch gar nicht der Käse auf meinem Teller sein, dachte ich mir. Dieser Geruch, dieser schwere, scharfe Schweißgeruch, denn können doch nur Menschen absondern, aber kein Käse wie dieser auf meinem Teller. Analogkäse kann doch gar nicht riechen. Und ich hatte explizit Analogkäse bestellt. Vielleicht hatte es auch der Kellner verwechselt und hatte mir einen von diesen Schafsmilchkäsesorten gebracht, dachte ich da noch hinterher. Die Bedienungen in den U-Bahnen waren auch schon mal besser. Das hat man nun davon, wenn man nach langer Zeit mal wieder die U-Bahn nutzt und es ist ja auch weiss Gott keine allzu lange Strecke die ich da fuhr. Bin doch nur von Nürnberg nach München gefahren, da kann man sich doch mal was Kleines zum Essen bestellen und Analogkäse war die netteste Wahl meiner Seits. Aber dieser Schweißgeruch, der stieg mir bis hinter die Nase und kam mir an den Ohren und allen anderen Poren wieder heraus. Wie unangenehm es doch sein kann. Diese U-Bahn-Passagiere können das Schwitzen auch nicht mal für diese wahrlich kurze Strecke unterbinden. In jeder Spiegelung konnte man die Schweißflecken sehen und überall hin schwitzten diese Flecken, überall hin. So dachte ich mir, dass ich den Kellner mal um die Rechnung bitten sollte. Was ich dann auch tat. Der Kellner bestätigte mir dann noch, dass er wirklich Analogkäse serviert hat.
Am Dorfplatz stieg ich dann aus und an der Ein- und Ausgangstür der U-Bahn stand eine vernebelte Frau mit nordischen Wanderstock in der rechten Hand und schlenkert diesen mit voller Wucht in meine Beine, natürlich unabsichtlich. Sie bemerkte ihr Tat noch nicht einmal. Da versuchte ich mit meiner Verletzung so schnell wie möglich zu flüchten, bevor noch ein anderer auf die Idee hätte kommen können, mir mit seinem stinkenden Oberkörper näher zu treten und vielleicht noch seine mit alten Essenreststücken behaftete Spucke mir ins Gesicht zu spucken.

Am Sand, bei der Kiste, überall da waren sie und sind es noch immer

Der Automat zur Rücknahme der geliehenen Bücher ist die der aller schnellste, daher gibt es ja auch gleich drei nebeneinander. Nur wenn es viele Rückgeber gibt, dann sind alle drei ebenso langsam, als wenn es keinen Automaten geben würde. Brav stellt man sich dann in eine Reihe und wartet, dass ein Automat frei wird um dann auch seine Bücher zurückgeben zu können. Ich wartete und wartete, dabei schaute ich auf ein Automaten, der irgendwie danach ausschaute, am ehesten frei zu werden. Hinter mir wurde die Schlange Rückgebern immer länger. Dann wurde unerwartet ein anderer Automat, als der von mir ausgeschaut wurde frei. Und prompt stürzte eine alte, verkommene Schachtel auf den Automaten und bediente diesen. Sie gab ihre DVDs zurück. Ich sprach sie an, so unhöflich wie sie war, reagiert nicht einmal. Sie sah nicht einmal vom Automaten auf. So war ich dann doch gezwungen den von mir ausgeschauten Automaten zu bedienen. Der funktionierte auch tadellos. Wie sich diese alte Schachtel vom Automaten wegbewegte, bemerkte ich erst, dass sie noch nicht ganz so alt zu sein schein, wie ich Anfangs dachte.
Somit wollte ich mich nicht mehr damit befassen und darüber ärgern, diese Leute sind halt unerzogen, auch noch im hohen Alter nicht umerziehbar in Bezug auf Höflichkeiten.
Später befand ich mich dann an den Regalen in der Bibliothek und musste feststellen, dass sich die Schachtel immer allen Leuten irgendwie in den Weg stellen sollte. Leute die am Regal was suchen wollten, da war sie schon dazwischengesprungen und ließ diese suchenden Personen nicht ran. Personal, welches zurückgegebene Leihmaterialien einsortieren wollten, kamen ebenso nicht an die Regale. Diese Frau war immer zur Stelle und immer davor, im Weg, verstellte allen alles. Ich vermutete, dass sie auch immer Materialien lieh, um diese dann wieder gleich abzugeben. Sie war geltungsträchtig.
An den Rolltreppen zu und von den S-Bahnen war wieder eine geltungsträchtige Person, die alle Leute auf der Treppe ansprach, ob sie sich denn auch alle bewusst seien, dass diese Rolltreppen was ganz besonderes wären und sie die Energie bemerken, die sie versprühen. Dann konnte ich aber mehr nicht wahrnehmen, denn ich schritt ein wenig schneller auf dieser Treppe von dannen. Wollte diesem Herrn auch gar nicht weiter zuhören. Hatte selbst mit der Hitze, der unerträglichen Sommerlichkeit zu tun. Davon ging ich nun mal aus, dass diese Leuten einfach mal überhitzt wurden, zu Heiz liefen, zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen haben. Nicht jedem schmeckt diese Temperatursteigerung, nicht jeder kann damit umgehen, auch wenn es viele behaupten.
Soweit wünsche ich allen Erhitzten ein frohes Einschlafen und eine „kühle“ Nacht.

Die Schmelzvorrichtung befindet sich in der Kammer draußen

21.August
Ist das Stück groß genug?
Ehm, nein viel zu klein, können sie noch etwas dranschneiden?
Kann ich machen, aber ich kann ihnen genauso davon abraten.
Ach, vielleicht haben sie recht. Wobei, ein wenig mehr wäre schon gut.
Dann nehmen sie also noch was dazu. So die Hälfte vom Ganzen dazu?
Oh ja. Warten sie! Ich nehme die Hälfte von der Hälfte vom Ganzen dazu.
So viel?
Genau, dann habe ich beides, ihrem Rat irgendwie gefolgt und mehr bekommen.
Wenn sie meinen. Möchten sie denn dann noch etwas?
Mhm, ja ich nehme noch was davon. Aber bitte nicht so viel.
Wieso?
Das ist beim letzten Mal schlecht geworden. Da habe ich auch die Hälfte von der Hälfte…
Da haben sie mehr genommen?
…Na die Hälfte der Hälfte vom Ganzen mehr!
Das hätten sie nicht tun dürfen! Da nimmt man nicht mehr, das wird immer schlecht.
Jetzt weiss ich es ja auch.
Sonst noch etwas?
Genau zwei Schluck von dem großen Stück da, bitte!
Wird gemacht. Zwei Schluck! Jetzt ist es ein klein wenig mehr geworden.
Das macht nichts, so lange es kein weiterer Schluck ist.
Nein, nein, keines Wegs. Ist nur so ein ganz kleiner, weniger als die Hälfte geworden.
Ach, das geht schon. Zur Not kann ich es mit einer Messerspitze von dem Stück hier mischen, das wird dann ein richtiges Festmahl für mich. Vielen Dank! Bis nächste Woche, dass sie mir nicht die Ratschläge an Andere vergeuden.

20.August
Mit ein bisschen Brot und Spucke kann man so einiges am Haus reparieren, dachte sich der kleine Karl. So tat er es auch. Er spuckt was das zeug hielt in jede Ecke, an jede Wand, überall hin, dass auch wirklich alles mit seiner Spucke bedeckt wurde.
Danach klaute er Brote beim Bäcker und zerkrümelte diese auf seiner Spucke.
Einige Tage später fing es an zu riechen und der kleine Karl verliess das Haus für immer.

19.August
Am schwarzen Brett ist ein kleiner Löffel angepriesen. Es hängt der Zettel schon ein gute Weile da am Brett, das ist deutlich erkennbar an seiner vergilbten Farbe. Scheinbar will keiner diesen kleinen Löffel, selbst dafür, dass er verschenkt werden soll. Aber vielleicht hat nur noch keiner den Zettel entfernt und der Löffel ist schon seit langer Zeit verschenkt.
Der gute Herr Dick denkt sich aber, man kann trotzdem mal anfragen, denn verlieren kann man dabei ja nichts. Er notiert sich gleich die Adresse und die sonstigen Daten vom Zettel und macht sich gemächlich auf den Weg zu den Löffelverschenker. Das Verschenken an sich ist schon sehr aus der Mode gekommen und vielleicht können die Leute einfach keine Geschenke mehr annehmen, denkt sich auf dem Weg zum Löffel der Herr Dick.
Beim Löffelverschenker angekommen, klingelt Herr Dick dezent zweimal, um nicht die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen. Der Löffelverschenker öffnet die Tür und wirkt sehr verwundert.
„Haben sie den Löffel noch? Oder doch schon abgegeben?“
„Welchen Löffel?“
„Den Löffel vom schwarzen Brett!“
„Oh ja, das habe ich ja glatt vergessen. Den Löffel habe ich noch nicht verschenkt. Da kam ewig keiner und so habe ich ihn voll vergessen.“
„Kann ich den dann haben?“
„Wie viel wollen sie denn zahlen?“
„Wie? Den Löffel haben sie doch als Geschenk angepriesen.“
„Ja, das ist doch schon sehr lang her. Mittlerweile kostet der Geld.“
„Wenn das so ist, dann nehme ich den Löffel nicht.“
„Jetzt machen sie mich aber traurig. Endlich kommt mal einer und dann will er den guten Löffel doch nicht.“
„Ja, aber als Geschenk, aber nicht gegen Bezahlung.“
„Sie müssen den jetzt aber schon nehmen!“
„Nein, das mache ich nicht. Guten Tag!“
Herr Dick dreht sich von der Tür des vermeintlichen Löffelverschenkers und will sich auf den Weg nach Hause machen, in dem Moment springt der Löffelverschenker aus der Tür auf Herrn Dick und kitzelt ihn, dass Herr Dick ewig lang lachen muss.
„Jetzt müssen sie den Löffel definitiv nehmen, denn nicht jeder wird von mir gekitzelt.“
Herr Dick reicht dem Löffelverschenker sein Portmonee und der nimmt sich reichlich, genau eins achtundzwanzig. Der Löffelverschenker wirft dem Herrn dick noch den Löffel auf den Boden und knallt hörbar laut die Tür, dass alle Nachbarn ihr Türen öffnen.
„Sind sie der Herr, der den Löffel haben wollte?“
„Ja, aber geschenkt wollte ich den Löffel.“
„Nun haben sie ihn aber bezahlt. Jetzt müssen sie auch sehr vorsichtig sein. Sie dürfen den Löffel nicht kaputt machen!“
„Er ist aber bezahlt, ich wollte ein Geschenk, ein Löffelgeschenk!“
„Jetzt seien sie aber zufrieden! Ansonsten rufen wir die Polizei oder sogar die Wehrmacht.“
„Jawohl, ich nehme den Löffel und halte ihn in Ehren.“
„Das wollen wir gemeint haben und jetzt verschwinden sie.“
Mit diesen Worten knallen alle Nachbarn ihr Türen, dass die Wände wackeln.
Herr Dick nimmt den Löffel, der schon sehr angerostet und eigentlich nicht mehr als solcher zu gebrauchen ist. Herrn Dick tränen die Augen. Gern würde er den Löffel in irgend einen Müll werfen, doch die Angst hindert ihn daran. Seine Tränen tränen weiter.

18.August
Dreizehn Steine lagen am Wegesrand. Es könnten aber auch zwölf gewesen sein. So recht konnte sich kurze Zeit später keiner mehr erinnern, denn diese Zahl war für alle Beteiligten eine viel zu Hohe, die nicht mehr zählbar war für sie. Zehn war eine Zahl die so einige noch mitnehmen konnten, aber mehr ging bei denen dann aber auch nicht.
Wie dann so der Wind kam waren dies Steine am Wegesrand verschwunden, alle samt. Erst wunderte sich keiner darüber, kurz dadrauf waren alle irritiert, denn es fehlte doch was am Wegesrand. Die Steine waren verschwunden. Alle machten sich daraufhin au dem Weg sie zu suchen. Einige fragten die Felsen in der Ferne, andere fragten das Geröll neben den Restaurants auf den Wegen, wiederum andere fragten den Schutt der Haufen bei den Nobelhotels. Keiner wusste was von diesen Steinen. Niemanden sind dies aufgefallen, vielen war nicht klar von vielen Steine die Rede war.
Nun kamen doch einige auf die Idee den Wind zu fragen. Der Wind zögerte erst mit der Antwort, gab dann aber die richtige Preis.
Alle waren daraufhin überglücklich die Antwort erfahren zu haben.

17.August
Den Sommer will die A. unbedingt nutzen und stellt ihr Zelt bei argen Schneetreiben neben all den vielen anderen Zelten auf dem Zeltplatz bei einem See inmitten Bayerns auf. Mit kurzer Hose stapft sie durch den Meter hohen Schnee zu den Waschräumen, wäscht sich von der hohen Anstrengung ein Zelt für zwei Personen aufgestellt zu haben den Schweiss vom Leib, putzt sich die Zähne und kleidet sich für einen ordentlichen Grillabend entsprechend ein. Das Treiben der Flocken hat nachgelassen. Die Abendlaternen der vielen Zeltplatzbewohnern leuchten dreist gen dem sich zeitlich nähernden Sternenhimmel. Es herrscht ein reges Stimmengewirr unter den Leuten. Der Wind pfeift hinzu, die Temperatur steigt.
A. und ihre Freundin S. (einer ihrer zuverlässigsten und längsten Wegbereiterin, die sie aus uralten Tagen von ihren großen Ausflügen in die Münchener Nachtwelt her kennt; um genau zu sein währt ihre Freundschaft schon geschlagene 3 Wochen) platzieren sich mit einem Einweggrill genau vor ihrem Zelt, heizen diesen langsam aber beständig an und legen viele nette tiefgefrorenen Speisen, wie zum Beispiel Erdbeeren, eine kleine Pizza und als Beilage Blätterteigstücke auf diesen. Zu den Grillspeisen trinken sie beide einen guten Schluck einer billigen Sorte vom schlechtesten Whisky den sie hätten auf dem Weg zum See im Schnee bekommen können.
Während sie ihre so gut durchgegrillten Speisen verspeisen fliegen allmählich die gemeinen Schneestechmücken vom See her ihnen entgegen, um sie und die anderen Zeltplatzgäste dann auch bald, in den nächtlichen Stunden zu stechen. Noch blenden die Laternen und aufgestellten Einweggrills diesen Stechtieren, dass sie sich schützend hinter den um den Zeltplatz umliegenden Büsche verstecken. A. und S. trinken noch weiter Schlücke ihres Whiskys und legen sich auch alsbald Schlafen, denn die Temperatur steigt mehr und mehr und die schöne weisse Landschaft wird mit der erhöhten Temperatur folglich schmutziger, so dass deren Anblick den beiden nicht mehr gefallen kann. Hinzu erlöschen auch pö a pö die Laternen, dass auch nicht mehr viel ersichtlich wird. Sie freuen sich schon auf den Neuschnee am Folgetag und den zugefrorenen See, dass sie sich dann so richtig erholen, im Schneetreiben sonnenbaden, mit einem Mietruderboot auf dem See überallhin rudern können.
Den Einweggrill lassen sie langsam ausgehen, ihrer Zeltlaterne erlischt von allein und ihre Zeltvorrichtung ist vor jeglicher Art Mücke schützend, so dass sie einen ruhigen Schlaf haben können, ohne dass sie zerstochen werden.

 

 

Sofort und doch ganz langsam

Die Augen fliegen bis über alle Augen. Die Ohren ziehen sich lang ihrer eigenen. Und immer dabei den Mund weit aufhaben, dass man sich auch wirklich die Salven nicht zu Gemüte führen will. Genau so liegen die grünen Nadeln mitten auf dieser Stelle, die für sie bestimmt ist. Es ist eine Stelle die nicht fern aber auch nicht nah bei mir liegt. Ich versuche es immer wieder mich da raus zu halten, leider klappt es nie so recht. Immer wieder trete ich auf diese Stelle, genau auf diese Stelle. Hin und wieder auch daneben, dann ist es auch nicht allzu schlimm. Wenn es dann aber doch passiert, dann so richtig und sehr oft hinzu. Dies grünen Nadeln sind keine von Bäumen gefallene, kein Laub, kein festes.
Es sind diese aus Metall, grün lackiert, aber für diese eine Stelle bestimmte Nadeln, die man so nirgends wirklich finden kann. Viele sind es ja auch noch. Aber was soll ich ewig die Nadeln beschreiben. Sie bohren sich dann einfach ins Fleisch, schmerzen, lassen die Haut bluten und haben da auch kein schlechtes Gewissen.
Morgen kauf ich mir Pflaster, vielleicht auch mal festes Schuhwerk. Dann geht es auch vielleicht schmerzfreier zu mit dieser Stelle.

 

 

Der Geruch, am Rand, beim Stein

Da stehen wir, an dieser Stelle, wo auch mal andere standen und ebenso irgendwann, in naher Zukunft stehen werden und warteten. Wir warteten auf den neuen Lieblingsfilm, unseren Lieblingsfilm. Wir haben so viele davon und dieser wird auch einer sein, ein toller Lieblingsfilm, der Lieblingsfilm für diesen Abend. Einige rauchen, andere trinken, keiner isst. Der Urinstein, der irgendwo in der Ecke, in einer nahe liegenden Rinne riecht. Die ganze Ecke riecht nach Urinstein. Der Rauch der Zigaretten macht es erträglich, lässt es vergessen, gibt einem den Schein von Wohlfühlgeruch. Leute laufen leuchtend auf und ab, an uns vorbei, in die Räume, aus den Stätten, über die Kanten. Eine Gestalt bleibt stehen, wir schauen durch den Qualm der Kippen, böse drein, Kühl ihm ins Gesicht. Er erwidert kühler, verkrochen aus seiner Kapuze aber desinteressiert, zieht weiter in andere Räume, die fern in der Dunkelheit liegen mögen. Wir drehen uns zu uns und schauen gen Boden, lassen fertig gebrannte Kippen fallen und schlugen weiter unsere Getränke.
Ein Rempler später schauen wir diese Leute nicht an, wir wollen keine Gespenster in unseren Kreis, keine die nicht unseren Lieblingsfilm teilen wollen. Sie rempeln dann auch nicht weiter, wenn Keiner erwidernd rempelt. Sie schieben sich weiter die Wege entlang und hoffen auf andere Rempeleien, Rangeleien, Ringereien.
Das Geräusches erhellt und wir Schlagen auf, auf zum Lieblingsfilm des Abends, weg von diesen leuchtenden Gestalten, fern in die Räume, die unseren Abend für wenige Momente versüssen werden. Die Kippen bleiben liegen, unausgetreten, bis die Personen kommen, die diesen Müll der Welt von diesem Abend beseitigen, die die Schrecken der Leute wegtragen, die die Scheisse des Einzelnen entsorgen, die all das auch nur für ihren Lieblingsfilm eines Abends tun, für den einen Lieblingsfilm am Abend bis zum nächsten.

Zwei schwarze Löcher neben diesem grellen Licht

Wenn es so heiß ist, also Sommer sein muss, dann laufen ja diese Menschen gern in kurzen Klamotten, mit wenig Stoff am Leib, oft gar ohne jeglichem Kleidungsstück umher, zu Ungunsten vieler anderer Augenweiten. Das mag diesen überhitzen Gemütern ja angenehm scheinen und hinzu werden ihre Häute auch noch bräunlicher oder bekommen im Geringsten überhaupt eine Farbe, die meist dann doch eher dem rötlichen entspricht.
Somit schlagen wir uns mit diesen kleidungslosen Sommeremporkömmlinge jedes Jahr auf ein Neues durch und können immer nur wieder versuchen diese Geschöpfe zu ignorieren oder mit Absicht nicht anzuschauen, obwohl wir sie doch immer anschauen müssen, weil wir alle irgendwie ja nicht anders können und die es ja auch hinzu hervor provozieren. Somit sehen wir viel nackte Haut, die wir gern nicht sehen wollen, wenn wir es warm haben und es ja somit doch nicht möchten. Wärme ist ja auch nicht gleich Hitze. Bei Hitze wird das alles noch mal so schlimm. Da sind ja sogar die Leute unbekleidet, die sonst immer bekleidet durch das Leben schreiten. An solchen Tagen gilt doch eins, sich ein kühles Plätzchen suchen, irgendwo zu Hause oder an einem unbevölkerten Fleckchen Erde. Wenn man aber lieber sich unter die Leute mischen möchte, ob sich vielleicht irgendwo eine Abkühlung zu holen oder sich gar ein Eis zu können, dann hat man leider das Problem der Sommeremporkömmlinge. Den einzigen Lichtblick kann es bei einem hitzigen Tag zu etwas späteren Stunde, gegen Nachmittag auf dem Wege der Erfrischung zu sein, denn da selbst schaffen es auch die härtesten Entkleideten nicht mehr über Feld und Wiese zu springen. Genau dann sind Strassen, Wege, Ecken wie leergefegt.
So denn, besorgen wir uns mal ein Eis.

 

 

Der Teller ist noch nicht leer – der Wochenendsalat muss weg

Mitten auf dieser Einkaufstasse, die allen anderen Einkaufsstrassen in den vielen Kleinstädten oder auch Großstädten Deutschlands so zum verwechseln ähnlich ist, waren diverse Restaurants, Tagesbars, Imbissbuden mit Sitzgelegenheiten, Essstuben sommerlich geöffnet, indem sie einfach Stühle, Tische, Mobiliar mit Sonnenschirmen versahen, saß dieser kleine Junge mit seinen schon in die Jahre gekommenen Großeltern an einem dieser sommerlich eingerichteten Tische, um da ein gutes, aber auch teures Mittagessen zu verspeisen.
Die Leute, Einkäufer, Schaufensterbetrachter, Umtauscher liefen in alle Richtungen, um sie her tänzelnd, mal hektisch, mal langsam, mal zufrieden, mal mit hoher Gesichtsröte
um ihren Tisch und die der anderen Gäste dieser Gaststube und deren Außenbereich.
Dieser Junge wollte ja unbedingt Frittiertes, am besten Kartoffeln in Streifen. Die Großeltern wollte eher für ihn das Gleiche wie sie für sich selbst ausgesucht haben.
Er war bockig. Er wollte nicht auch Eisbein mit gekochten Kartoffeln. Kartoffeln frittiert war für ihn viel leckerer. Daraufhin bestellten die Großelter sich jeweils ein Einsbein mit gekochten Kartoffeln, jeweils ein großes Glas Bier vom Fass und ihm ein kleines Glas Wasser von der Leitung sowie ein gemischten Salat. Es wurde also nicht warmes zu Essen für ihn. Somit schaute er traurig diesen vielen Leute am Hin- und Herlaufen zu.
Einige beachteten ihn, die wenigsten aber. Selbst die ihn beachteten hatten kein Bedarf sich noch neben den anderen vielen Leuten um sie drumherum mit so einem kleinen Jungen wirklich auseinander zu setzen. Daher hatte er gar kein Verbündeten und musste sich selber durchschlagen, sich gegen seine Großeltern auflehnen, rebellieren.
Wie dann das Eisbein mit gekochten Kartoffeln kam, wurde ihm auch gleich der Salat serviert. Die Getränke kamen wenige Sekunden später. An sich mussten sie nicht wirklich warten auf ihre Bestellung.
Die Großeltern legten gleich so richtig los und aßen was das Zeug hielt. Der Junge schaute weiterhin überall hin, nur rührte er seinen Salat nicht an. Die Großeltern ignorierten es erst, doch nachdem sie beide schon fast fertig waren und ihre Teller fast leer geräumt haben bemerkten sie, dass ihr Enkel rebellierte.
Ihm war es auch in dem Moment egal, dass sie es dann doch bemerkten. Ohne ein Wort zu verlieren nahm die Großeltern das Besteck, hielten ihn richtig fest, dass er nicht hätte fliehen können und schoben ihm die Salatblätter unter den Augen dieser ganzen Leute mit aller Gewalt ihm in den Rachen. Nach nur 2 Minuten hatte der Junge den Salat im Magen und verdaute. Da kippten sie ihm noch das Wasser hinterher und setzten sich um auch ihr Mal zu beenden. Nach dieser Aktion schaute der Junge weiterhin um sich, die Leute an, nur mit tränenbehafteten Äuglein.

Einsam auf der Strasse

Da lag dieses schwarze Buch. Auf der Strasse lag es einfach. Alle Vorbeilaufende schauten dahin. Alle waren interessiert. Keiner wollte es anfassen, dieses schwarze Buch, welches einfach so auf der Strasse lag. Es war ja nicht so, dass da ständig Autos darüber fuhren und sich daher keiner traute mal schnell hinzuspringen und es zu schnappen. Selbst Pferdekutschen war weit und breit nicht zu sehen und auch nicht mal annähernd dadrüber gerollt. Es lag da einfach genau da, wo an sich nur Fussgänger entlang bewegten. Jeder hätte da mal so hinan greifen können und es mitnehmen. Aber dies tat keiner. Dieses kleine schwarze Buch lag. Jeder, aber auch wirklich jeder hätte es mitnehmen können, drinnen rumblättern, sich dinge rausschreiben oder gar in dieses Buch reinschreiben. Alle waren interessiert, nur keiner wagte es, sich diesem kleinem schwarzen Buch überhaupt zu nähern.
Doch in einem Moment trat dem Buch eine Möwe entgegen und schaute links, schaute rechts, sprang direkt drauf und schaute wieder links, schaute rechts, pickte neben dem Buch auf der Strasse etwas. Wie es so daher kam flog dieses Tier wieder von dannen.
So war dieses kleine schwarze Buch bis in die später Abendstunden auf der Strasse und blieb bis die dunkle Nacht einbrach, dass man es auch nicht mehr sehen konnte, denn die Nacht war so pechschwarz wie auch dieses kleine Buch. Von da an war es auch nicht mehr gesehen. Die dunkle Nacht wird es wohl da verloren haben und es beim Einbruch seiner wieder eingesteckt haben.

die eine Situation

Da kam mir plötzlich diese Übelkeit, vermutlich hervorgerufen von dieser Banane, dieser wirklich überreifen Banane, deren Ummantelung schon so schwarz war, dass man hätte denken können, es wäre ein schwarzes Loch in Krumm. Und dann das Innere, das Fleisch, dieses Fruchtfleisch, es roch ja schon nach Übelkeit, Vergorenem. Zu meinem Bedauern musste ich sie aber essen, denn meine Eingeweihten verlangten Essen und das war halt das erst beste, was ich so schnell greifen konnte und alles andere war Meter weit weg, entfernt in der Entfernung, dass ich mir definitiv nicht die Zeit nehmen konnte, dahin zu eilen um richtiges Essen zu bekommen.
Also aß ich diese Banane. Beim schlugen kamen mir auch ein paar Mal Würgegefühle hoch. Da stand ich schon kurz vorm erbrechen. Wie die Banane nun weggegessen war, versuchte ich mir schnell noch ein Glas Leitungswasser hinterher zu giessen. Das Wasser aus dem nahe liegenden Hahn war braun und sah eher ungeniessbar aus. Ich füllte trotzdem ein Glas damit, es roch auch ein wenig und kippte es mir in die Speiseröhre, auf dass ich so schnell wie nur möglich den Geschmack dieser überreifen Banane los werde. Dabei entstand ein Gemisch aus braunem Leitungswasser und einer übergelben Banane. Beides zusammen gaben mir gleich darauf ein Wohlgefühl, kein ekligen Geschmack im Mund mehr, keine Erbrechreize. Alles wirkte gut.
Nach guten zwei Stunden überkam mich dann diese Übelkeit. Das Gemisch schien sich zu einem Gebräu aufgetan zu haben. Es rumorte, drückte, blubberte.
Da stand ich nun mit meiner Übelkeit und keiner um mich konnte meine Probleme verstehen. Alle hörten diese Geräusche aus meinem Magen. Mir fiel es einfach schwer den anderen zu erklären, was die Banane und das Leitungswasser so in mir tat.
Sie alle schauten nur kurz und gingen weiter. Ihnen war ich unheimlich.
Nach nur wenigen Minuten geschah es, mir ging es danach auch gleich wieder besser und ich lief weiter, vergass die Banane, das Wasser., schlief gemütlich in meinem frisch bezogenem Bett.

Ein Stück davon, bitte!

Sie lief kaum vorbei, da erblickte sie es, dieses lecker drapierte Stück an Kuchen, welches auch noch so wundersam lächelte. Es schrie sie förmlich an, in einem so überzeugend liebevollen Ton, dass sie einfach nicht hat Wiederstehen können. Somit sprang sie in die Konditorei, stellte sich brav an die Schlange von einigen Kunden an und freute sich so freudig auf dieses Stück, dass sie sich wirklich im Kopf ausmalte, wie genussvoll sie in das Stück hineinbeissen und schmackhaft dieses sein wird.
Nach nur wenigen Minuten, es waren so um die 17, war sie dann endlich an der Reihe, ihre Bestellung aufzugeben. Dadurch, dass sie warten musste, träumte sie die ganze Wartezeit, davon wie sie sich mit diesem einen Stück Kuchen begnügen wird und vergass glatt bei ihrer Bestellungsaufgabe genau dieses Stück Kuchen auszuwählen.
Sie nahm ein Stück vom hellen, ein Stück vom kleinen, ein Stück vom fruchtigen, ein Stück vom sahnigen Kuchen, aber dieses lächelnde Stück hat sie voll und ganz, in ihrer aus dem Traum herausgerissenen Situation vergessen mit zu bestellen.
Wie sie dann so bezahlte bemerkte sie aber noch rechtzeitig, dass ihr das wichtigste fehlt und fragte nach dem Stück, ob sie dieses lächelnde Stück ebenso haben kann. Der Verkäufer wunderte sich, schaute fragend in die runde der Kunden und packte ihr das lächelnde Stück doch kommentarlos ein. Somit bezahlte sie und verliess den Laden mit diversen Stück Kuchen, aber auch mit dem einen, welches ihr bestimmt war.
Als nächste suchte sie sich sofort eine Sitzgelegenheit und fand eine kleine, leere Parkbank an einem Brunnen, der Wasser spie.
Sie packte es so richtig nervös aus und legte es erst einmal auf ein Zellstofftaschentuch, welches sie zuvor auf ihrem Schoss glatt strich. Sie betrachtete sich das Stück, welches noch immer herzerwärmend lächelte. Mit einem unerwarteten Anfall schnappte sie sich das Stück mit ihrer linken Hand, bewegte es regelrecht ruckartig und mit sehr hohem Tempo zu Mund und schob es sich mit der zusätzlichen Hilfe der rechten Hand in ihr Mund und schluckte das lächelnde Stück Kuchen mit einem Zug.
Das Stück lag in ihrem Magen, sie wischte sich die Hände mit dem Zellstofftaschentuch ein wenig sauber und machte sich weiter auf ihren Weg.
Wohl lächelte dieses Stück Kuchen weiter in ihrem Magen vor sich hin, keiner konnte es je wieder betrachten, nur allein ihr Magen hatte das Privileg dieses Stück für sich zu umschliessen, dieses Stück an Freundlichkeit für eine kleine Zeit noch zu erleben.

Ein Hauch an Sprungeskraft

Zwei Spitzen auf die Zehe drückend könnte schmerzhaft sein, wenn sie nicht abgerundet wären, wie die von den beiden Kreidestiften. Somit schmerzt es den körperlosen Füßen nicht im Geringsten. An sich können die ja auch kein Schmerz spüren, ihnen fehlt es dabei an Köpfchen. Aber auch ohne können sie sich recht gut durchschlagen und haben neben Schmerzunempfinden keine sonstigen Schwierigkeiten. Manchmal fehlt es ihnen doch an Orientierung, Kommunikationsmitteln, beruhigendem Schlaf, aber davon lassen sie sich nicht beeindrucken, sie gehen und gehen, ohne mit einer Wimper, die sie ja so oder so nicht haben, zu zucken. Von A nach B nach C und irgendwie wieder zurück, wenn sie den Weg unter mysteriösen Umständen dann doch mal wieder finden konnten.
Sie bewegen sich andauernd, sie laufen, treten auf schmerzende, weniger schmerzende bis hin auf gar nicht schmerzende Dinge, sie schlürfen, rutschen, schlittern, stampfen was das Zeug hält. Nichts kann sie aufhalten. Diese Füsse sind einfach nicht unter Kontrolle zu bringen. Ihr Fortschreiten wird von vielen Kopfinnehabende misstrauisch beäugt.
Diese Füsse machen sich darüber aber nicht im Geringsten Gedanken. Ihnen fehlt es ja am Gedankengang, wegen ihres kopflosen Daseins.

Der Saft im Kopf

Es platschte einfach unaufhörlich auf sein Gehirn, dieser Regen aus alkoholfreiem Wein, diesem ungeniessbaren Traubensaft. Für ihn fühlte es sich so an, als wäre sein Schädel nach oben gespalten, geöffnet, dass all sein Kopfinhalt frei liegen müsste, dass er alles was von oben kommt sich mit seinem Kopfinneren vermengen könnte, wie mit dem Traubensaft.
Ihm gefiel es aber nicht, dieses Vermengen von Gehirnmasse mit Traubensaft. Denn das Gefühl für ihn war kein wirkliches, es war wirklich. Sein Gehirn lag frei und all der von oben nach unten plätschernde Saft konnte sich so mir nichts dir nicht in seinem Kopf breit machen.
Nach einer Weile war sein Gehirn so saftig, dass er nicht mehr unterscheiden konnte, ob es vielleicht gut wäre mit einem Strohhalm seinen Schädel zum Stillen seines Durstes auszusaugen oder doch lieber alles in eine Schüssel mit einer leichten Kopfbewegung nach unten zu kippen, um diese dann auszulöffeln.
Die Entscheidung fiel ihm schwer und wurde mit dem weiteren Plätschern des Saftes schwerer.

Eine kurze Bewegung und die lange hinterher

Die Tageszeitung klebte plötzlich mit dem unerwarteten Windstoß an seinem Oberkörper und er wurde aus dem Artikel, den er gerade versuchte zu lesen rausgerissen, dass er sich nur wundern konnte und ebenso hoffte, wieder in sein Lesestoff reinzufinden, wenn er erst einmal die zugleich anfahrende Bahn betreten und windfrei die Tageszeitung in seinen Händen halten kann.
Doch zu seinem Ungunsten war die Bahn übervoll. Kein Platz zum Sitzen, kein Platz zum Stehen, noch ein Platz zum Atmen zwang ihn die Zeitung doch einzustecken und das Lesen sein zu lassen. Die Leute sprachen laut und feucht. Es spritze aus allen Ecken. Das Wasser tropfte auf Grund der Hitze von den Wänden. Eine doch feucht-unfröhliche Fahrt war das für ihn. Er wünschte sich doch so sehr, kurz in der Bahn sitzen zu können, einen oder gar zwei Artikel der Tageszeitung zu lesen, um dann schnell wie der Blitz die wichtigen Unwichtigkeiten einzuholen und dann auch gleich wieder den Heimweg anzutreten. Ihm war es immer sehr unheimlich unter Menschen. Doch es zwangen ihn diverse Dinge doch ab und an die Öffentlichkeit aufzusuchen. Dann hoffte er jedes mal, dass die Leute ausblieben, er wenige der von ihm so bezeichneten ,seelenlosen Gestalten‘ antreffe, dass er nicht von seiner Zeitung aufschauen müsse, sondern einfach nur schnell durch und wieder zurück fahren könne.
Aber nun stand er eng gedrungen in dieser Bahn, in der Mensch, Tier, jeglicher Gegenstand schweissgebadet waren. Ihm rannten die Tränen aus seinen Augen und tropften auf sein nicht mehr gut riechenden Hemd, denn der Schweiss hatte auch ihn übermannt und spritzte ihm aus allen Poren direkt in das Gewebe seiner Kleidung, hinterliess ebenso den üblen Schweissgeruch, wie es bei den anderen Leuten doch so üblich war. Die Tränen waren nicht der Hitze wegen entstanden, sie waren der Situation entsprechend, die ihn so traurig machte, aus seinen Augen gesickert.
Langsam überkam ihn auch Atemnot. Luft die nicht vorhanden war wollte er atmen, Luft die allzu feucht in der Bahn stand, liess ihn verzweifeln. Ihm wurde regelrecht schwarz vor Augen. Klebrige Haut der Leute presste sich an seine Kleidung, mach klebriger Arm streifte sein Gesicht, einige halb nackten Bäuche schupsten sich in sein Rücken.

Seine Ohnmacht war so weit fortgeschritten, dass sie doch unbemerkt von allen anderen eintrat. Er konnte eben durch die Enge nicht wirklich zusammenbrechen, auf den Boden gleiten, Aufmerksamkeit erhaschen. Die schweissnassen Leute verklebten ihn so gesehen in einen aufrechten Stand. Niemand bemerkte ihn in seiner Ohnmacht.
Erst mit dem nächsten Halt schoben sich alle in die Freiheit und dabei wurde er mit hinaus in die Frische bewegt und konnte erst dann langsam zu Boden gleiten.
Die Leute umnebelt von ihrem eigenem Gestank von Schweiss bemerkten ihn nicht und trampelten auf ihm, über ihn, ihn zu Tode.

Auch mal ein Schwätzchen?

Das schwätzt sich schon so einfach mal ins Täschchen, dieses Wenige an Worte. Manchmal dachte er sich so was. Manchmal machte er es sogar. Selten, wirklich selten beobachtete er es bei den anderen, die auf der Seite der nicht zum Schwätzen neigenden Leutchen. So ein Schwätzchen mal hier, mal da kann an sich schon eine sehr nette Unterhaltung ergeben, doch oft führt es zu einer eher verspäteten non-verbalen Auseinandersetzung.
Jedenfalls schwätz er schon gern mal mit jemanden, am liebsten mit jemanden, der weniger schwätz oder erst gar nichts sagt, nichts erwidert. Dann macht es ihm doch am meisten spass. Auf jeden Fall sollte es nicht zu einer Auseinandersetzung, also zu keiner wirklichen führen. Dann würde er schon lieber auf der anderen Seite stehen.
Ähnlich erging es ihm, wie er einst ein schönes, kleines, unübliches Liedchen pfiff. Er pfiff es und wurde dann unmissverständlich eingeschüchtert, zu Recht gewiesen, einfach mal verprügelt. Das ist auch einer seiner Lieblingsanekdoten, die er gern mit anderen teilt, die er schwatzhaft, nicht mehr brühwarm anderen auftischt. Hauptsache er konnte mal wieder ein Schwätzer mimen. Den anderen Leuten ein Schwätzchen aufdrängen.

 

 

Ein ewiges Reden und doch nichts gesagt haben

Er steht da mit ihm, dort, wo andere nicht stehen, aber von da aus die anderen nicht allzu fern bleiben. Sie stehen zusammen. Sie kennen sich, wenn auch noch nicht allzu lange, aber sie kennen sich doch schon recht. Er schaut überall hin, sucht den erst besten Weg zur Flucht. Der andere redet und redet und redet. Er lässt ihn gar nicht zu Wort kommen, obwohl er auch gar nicht zu Wort kommen will. Der redet halt. Das, was er so sagt, ist auch wenig von Bedeutung; so gesehen von überhaupt gar keiner Bedeutung. Er versucht sich zu lösen von ihm, von seinem Gerede, von der ausweglosen Situation. An sich will er ja auch nicht unhöflich erscheinen. Aber irgendwie muss er ihn doch unterbrechen können, ihm klar machen, dass er los muss, keine Zeit mehr hat für ihn, für sein Gequatsche. Somit versucht er es mit Handzeichen, mit gelangweilten Ausdruck im Gesicht, mit Schuhstampfen. Der andere hört und hört nicht auf zu reden. Er bemerkt es überhaupt gar nicht. Bis er sich dann doch endlich entschliesst ohne Worte los zugehen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Nun steht er erst recht sprachlos daher. Erst redet er einem die Ohren ab ohne auch nur was wirklich interessantes gesagt zu haben und plötzlich verschwindet er ohne weiter ein Wort zu verlieren. Da steht er nun, recht blöd da. Am liebsten würde er was sagen, aber er weiss einfach nicht was.

Ein kolorierter Fleck im Augenlicht

An so manch einem Tag ist das Augenlicht mit irgendwelchen kleine Farbflecken übersät.
Dann ist die Sicht arg eingeschränkt. Der Blick ist so getrübt. Aber manchmal kann es auch eine von diesen Schneeflocken oder Tropfen des Regens sein. Nun ja, da kann so einiges eine Rolle spielen oder auch nicht. Ein Reiskorn kann man an sich ausschliessen, oder? Diese Körner sind ja auch viel zu groß für ein durchschnittliches Auge. Dann würde man eher nur ein großen schwarzen Punkt vor Augen haben.
An einigen Tagen sieht man auch nur unklar, da kann alles schein wie es will, es ist nur die Unklarheit, nichts weiter, nichts schlimmes, einfach nur verloren in einer gewissen Unschärfe, in einem Regenbogenfluss.
Nein, jetzt kommen auch noch die Nägel in den Fusssohlen. Diese schmerzen zwar am Fuss, aber nicht im Auge, obwohl es auch die Ansicht des Betrachters sein kann. Nichts für getrübte Augen. Die Augen jucken jetzt aber auch schon, wollen langsam schlafen, sich schliessen. Also Augen zu und durch.

 

 

°

Zwei mal hinüberspringen, drei mal wieder herübergehen und immer wieder ein Brötchen mit Käse belegen, das macht man halt im Netz der großen Fische. Kleine Fische hingegen begnügen sich nur mit wenigen Bewegungen, mit einem Bettdreher pro Schlafdurchgang von etwa acht Stunden und wenn, dann nur das Beschmieren mit fettiger Butter einer Brötchenhälfte. Die ganz kleine Fische, genannt Fischchen können sich noch nicht mal die Schnürsenkel binden, geschweige denn eingeständig Brötchen kauen ohne es zuvor vorgekaut bereitet zu bekommen. Aber der Teich an sich ist ja auch nicht so groß um überhaupt ein Fisch dafür sein zu können. Leider gibt es aber doch immer wieder Solche, die sich als Fische ausgeben, doch aber keine waren, sind oder gar sein werden. Zum Fisch wird man oft, fast immer geboren. An sich muss man schon den längeren Atem dafür haben. Das brauch nun aber wirklich nicht jeder, dieses Leben. Kein Fisch zu sein hat ja auch nicht unbedingt seinen Nachteil. Man kann also auch mit ruhigen Gewissen ein fischloses Leben führen. Einen fischfreien Gruß!

An einem anderen Mal bespreche ich das fuchsteufelswilde Leben hinter den Barrikaden der Gezeiten.

Die Nacht des wenigen Schlafs

Die Spülung der Toilette ging, wenige Minuten wieder und dann noch wieder, die Matratze knarrte, ohne dass man sich bewegte, die Knirschgeräusche hinter den Wänden hielten an, hörten einfach nicht auf. Dann waren es die Leute, die Nachtschwärmer auf den dunklen Strassen da draussen, die mit ihrem Gemurmel die Ohren eines jeden Spitz hielten. Aber all das war nichts gegen diesen Stern, diesen hell leuchtenden Stern. Der schob sich mit seinem Leuchten zwischen den geschlossenen Vorhang, die zu gezogene Übergardine und erhellte den Raum, stach förmlich mit seinem Schein mir die Augen wach. Zwar wanderte dieses Leuchtobjekt, aber irgendwie wanderten die Vorhänge mit, so dass der Schein in mein Augenlicht nicht abbrach. Der Schlaf war damit hin, einfach nur hinfällig. Dieses Flimmern liess einfach nicht ab. Dieses grelle Licht leuchtete einfach so weiter, ohne auch nur einmal woanders hinzu leuchten. Mir blieb somit nichts anderes übrig, als wachsam dazu liegen, zu bleiben ohne ein Auge zu schliessen, bis ich dann einschlief.

Der Lärm der warmen Sonnnentage

Das Geäst knarrt, die Autos brummen froh vor sich hin, die Leutchen klappern mit ihren besohlten Schuhwerk die langen, asphaltierten Wege entlang und alles im Schein der wärmenden Sonne, die da gar nicht aufhören will zu scheinen.
Da aber die Tage noch immer nicht so lang sind wie sie in wenigen Monaten sein werden, mit ihren erwärmenden Schein der Sonnenstrahlen, können die Tiere, Menschen, Häuser, Bausteine, das ganze Zeug halt nicht so lang die ermunternden Wärmepartikel genießen. Daher sollte eben jedes einzelne Mäuslein der Stadt auf den Dächern der Kirchen sitzen und die noch kurzen Tage als solche huldigen. Denn gerade wenn sie, also die sonnigen Tage wieder länger sind, dann hat mal wieder keiner Interesse dafür und wünscht sich eine abkühlende Nacht und die dazu entsprechende Ruhe.

Dann werde ich es den Mäuslein ebenso tun und raus in sonnige Welt schreiten, ohne dass ich irgend ein Kirchendach aufsuche. Auch ein warmer Asphalt kann das nötige Wohlgefallen erzeugen, welches ich gerade mit dem Aussenweltspaziergang erhoffe zu bekommen.

Eine kurze Spitze reicht in die Höhe

Einfach mal nur hoch zu den Wolken, zum verhangen Himmel geschaut und da erblickte ich diese Spitze des Turms. Ein Turm von mehreren einer Kirche weisst in die Höhe. An sich ist so eine Spitze ja nichts besonderes, auch nicht im Zusammenspiel mit den anderen. Solche Spitzen gibt es überall, fast in einem jeden Dorf, in Städten sogar mehrfach. Mal sind diese spitzer, mal sind diese weniger spitz. Oft wirken sie gefährlich bis hin kämpferisch. Gar für einen klar denkenden Vogel muss es ja eher eine Bedrohung bedeuten. Solch einer Spitze möchte ich nicht entgegenfliegen, geschweige denn in die Nähe kommen. Eigentlich kommen mir immer die Gedanken, dass wie es wohl sein mag, da oben auf einer dieser Spitzen zu sitzen. Für einen Menschen mit Höhenangst ist es besonders unangenehm diesen Gedanken zu verfolgen. Ich würde jedenfalls immer und immer wieder runterfallen. Selbst von einem Flachdach würde ich immer wieder runterfallen. Es beängstigte mich schon, wie ich so von unten hochschaute und das Gefühl bekam runterzufallen von der erblickten Spitze. Vielleicht sollte ich nicht mehr hochschauen und plötzlich Gedanken hegen, von wegen ich müsste auf irgendeinem Turm, auf dessen Spitze sitzen. Sollte eher nach unten schauen und darauf achten keiner Maus das Fell abzulaufen. Mäuse sind echt viel unterwegs. Schnell rennen sie hinzu auch noch. Nur weiss ich nicht, ob die einheitlich auf diesen Spitzen spazieren können. Das konnte ich bis jetzt noch nicht beobachten, Diese Tiere sind ja auch arg klein, dass man diese ja aus der Entfernung gar nicht beobachten kann. Aber irgendwie glaube ich schon, dass Mäuse Turmspitzen erobern können und auch dies tun.

Ein Fest an nichts weiterem

Ein paar Schritte nach links, ein paar nach rechts, nach hinten und doch nicht nach vorn gingen wir den ganzen Tag und auch gar nicht davon. Wir sprangen die Wochen zuvor hin und her, sprangen gegen die Wand, ohne eine Spur hinterlassen zu haben.
Gar die Monate davor schwammen wir im Kreis, auch mal mit abwechselnden Schwimmstil und gingen doch nie wirklich unter. Das Wasser trug uns immer mit.
Jahr um Jahr schliefen wir ohne ein Auge zu schliessen oder auch nur mit dem weiteren zu blinzeln. Doch die Tränen schossen bis tief in die Ferne unaufhaltsam weiter.

Mal schauen was denn die Zeiten morgen so mit sich bringen, welche Erkenntnis für uns so erkennbar wird. Mal schauen. Ja, da schauen wir mal. Und alle anderen definitiv mit.

Auf ein neues, auch etwas verspätet, aber noch nicht allzu sehr

Das Weiss fliesst dahin und reist gleich mal wieder viel weg, mit sich, ohne dass sich ein jeder irgend welchen Gedanken verlieren könnte, mit davon betroffen sein zu können. Okay, vielleicht in den betroffenen Gebieten schon eher, aber das sind ja auch nicht alle.
Jedenfalls kann man sich ja wieder den üblichen, den normalen Alltäglichkeiten hingeben, das Teewasser aufkochen, die Brote schmieren, die grossen und kleinen Begebenheiten, die auf einen ,unerwartet‘ an jeder Ecke erwarten genießen oder auch nicht und das Programm der Medien in sich aufnehmen und unverarbeitet da lassen, Meinungen bilden, das Umfeld einfach so treiben lassen, dass es unaufhaltsam treiben kann. Ein neues Jahr beginnt, wie ein altes Jahr begann und ein neues Jahr endet festgelegt irgendwann.
Einige nehmen sich was vor, andere ebenso. Einige springen ins neue Jahr so hoch, wie sie das alte verlassen haben. Andere machen mit. Es gibt nicht ungewöhnliches zu berichten, wir spielen unser Spiel.

Vielleicht stelle ich mich nachher nur mal kurz oder auch für lang an die nächste Strassenecke und beobachte das bewegende Geschehen, ohne dass ich es wirklich beobachte. Und wenn ich genug davon habe, lege ich mich daraufhin schlafen, lese Zeitung oder sehe einfach nur Fern. Ich könnte mir auch was kaufen, einfach nur das neue Jahr mit einer Tat beginnen, obwohl das Jahr schon zeitrechnerisch begann. Aber eine Tat? Die muss man erst einmal tätigen.

Also wünsche ich mal allen ein tatkräftiges Jahr, auch ohne Tatendrang.

Nun muss man sich es so vorstellen, dass es nur wenige Schritte waren bis zur Gabelung des Gehsteigs und der anliegenden Häuserblöcke

Es mag eher nach einer Anleitung zum bewegen in einer Stadt zu sein, aber es ist doch nur eine kurze Abhandlung eines Gehenden auf einem Weg von Irgendwo zum Nirgendwo. Das Nirgendwo ist klein, viel kleiner denn das Irgendwo. Diese beiden Ortschaften kann man kaum bis gar nicht vergleichen. Da gibt es auch nichts zu vergleichen. Warum sollte man es auch vergleichen wollen.
Der Gehende lief ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, ohne auch nur einen Blick dem Irgendwo zu würdigen, einfach gerade heraus zum Nirgendwo. Er war sich dessen nicht ganz bewusst, aber er tat es, einfach so, wie einige Andere es vor ihm ebenso taten. Na ja, nun machte er sich auf den Weg und wird auch weiterhin auf diesem Wege und eines Tages auch angekommen sein. Er wird sich nicht fragen wann er es endlich erreicht haben wird, dieses Nirgendwo, auch nicht, ob er es je erreichen wird, er bleibt einfach nur auf dem Weg, um es zu erreichen.

Einen kurzen Neueintrag nach langer Zeit, nach einer Sommerpause

Nun sind die Tage verstrichen, viel ist geschehen und trotzdem lässt sich soviel doch nicht ändern. Vor gut zwei Monaten baute man große Holzhütten vor meinem Fenster auf diese große brachliegende Fläche, vor wenigen Wochen begannen die Aufbauarbeiten der Vergnügungsmaschinen, auch genannten Fahrgeschäfte neben den Hütten (für den Begriffe Zelte sind mir die dann doch ein wenig zu groß) und letzte Woche erst baute man noch einige Holzbuden dazu, um dann nur wieder teuer gekleidete Leute zusammenzubringen und sie in riesiger Massenansammlung dem Saufen hingeben zu lassen.  Es gleicht einer freiwilligen Abgabe seiner eigenen Würde, hauptsache man kann sich mal so richtig dreckig die Seele rausschreien, die Leiber mit Flüssigkeiten, Essensreste besudeln und durch die Strassen verkleidet torkeln, ohne dass gleich einem Handschellen angelegt werden.

Vielleicht ist das ja auch immer wieder die Ausrede per se für die Massentierhaltung, wenn es halt diese Leute mit sich selbst anstellen, warum dann nicht auch den Tieren eine große Halle bieten und sie in der Masse vor sich hin vegetieren lassen?

Aber eigentlich versuche ich mich da raus zu halten, denn die sollen das machen und mich auch in Ruhe lassen, was denen meines Erachtens nie so recht gelingt.

Die Musik läuft schon. Die Blasmusik bläst.  Das Essen dampft. Der Geruch weht herüber. Ich esse meine frisch aufgewärmte Pasta, dazu einen Morgentee mir gereicht. Die Sonne erwärmt noch die ganze Gegend. Der Ansturm stürmt die Zelte, Hütten, die Lagerhallen. Es lärmt herüber und einige machen dann auch noch das große Geld damit. So ist es halt. Jetzt nehme ich mir ne Zeitung und lese mal lieber was so in der Welt außerhalb von diesem kleinen Kosmos geschieht.

Die heiße Hitze heizt mal wieder die hitzköpfigen High-Society-Sitzer so richtig hot ein

Eine laue Nacht, ein langsam abnehmender Mond hinzu und wenig Kleidung reichen aus, um einfach mal wieder die heiligen Strassen unsicher zu machen. Da sind zwar die Bahnen leer, denn es wird sich zu Fuß bewegt und die Wohnungen verlassen, weil es ja bekanntlich langweilig ist, diese zu diesen Temperaturen ohne Ventilator zu bewohnen, aber dafür sind die Schnellfressbuden gut gefüllt, Gärten für Litergläser bestückt mit alkoholischer Trinknahrung besetzt bis in jede kleine Nische und die Schlangen vor Tanzetablissements heftig durch die Strassen geschlängelt oder es wird geraucht bis es aus Nase und Ohren kommt. Die jungen Hüpfer sind leicht bekleidet, duften nach stinkendem Körpergeruchsersatz und haben immer eine Flasche mit hochprozentiger Flüssigkeit zur Hand.
An vielen Ecken stehen, sitzen, liegen die Leutchen und lassen alles raus, was sie zuvor noch in ihre Innereien reingelassen haben. Da steht ein Herr halb zusammengeknickt und hält seinen Kopf nach unten gebeugt, als wenn er es genau anschauen müsste, was ihm da gerade auf die Strasse, auf den Weg geplatscht ist. Ein paar Meter weiter sitzt eine junge Dame auf den Stufen einer Treppe, ebenso den Kopf nach unten gerichtet, als wenn sie ihre Ausgeschiedenheit betrachten würde, an dem Treppengeländer halb gelehnt und vom Rand ihres sommerlichen Sommerkleides mit vielen niedlichen gestickten Blümchenmotiven tropft es in Bröckchen auf den großen vor ihr auf der untersten Stufe der Treppe hingeschiedenen Haufen, der gelblich mit kleinen roten Sprenkelungen im Mondschein und dem Schein der Straßenlaternen schimmert. Die Dame neben ihr, ebenso mit einem Sommerkleid in puren weiß bestückt, schaut hilflos hin und her, auf und ab, sich nicht an einem Punkt fixieren zu können.
Einige Ecken weiter schreien sich wiederum junge Herren die Kelle aus dem Hals, machen Lärm mit arger Lautstärke. Ihre schmierigen Lederhöschen reflektieren das wenige Licht der Nacht in die Gesichter der braven Begleitungen, die sich aber auch nur mit Mühe und Not auf den Beinen halten können und eigentlich das Gemach zum Schlafen herbeisehnen.
Ein wunderschöner Abend voller wunderhübscher Leutchen mit wunderbarer Laune in wundervoller Kleidung ist einfach nur wunderbar. Eine wahre Wundertüte ist so manch eine sommerliche Nacht.

Ein Sommer, der am Ende steht und doch erst anfängt, denn eine jede Nacht ist länger als die, die eine Nacht zuvor war.

Da brauch man ja gar nicht weiter drüber berichten, über die Temperaturen, die Jahreszeit, das Klima, denn spätestens in drei Monaten war es dann doch keine richtige Jahrszeit für den größeren Prozentsatz der Jahreszeitenempfindsamen, wie schon zuvor, der Frühling. Dann laufen auch noch so viele, also wirklich viele mit den Flaggen im Rücken, auf der Schulter, an den äußeren Seitenspiegeln und auf den Motorhauben ihrer Karren überzogen, mit abwaschbarer Farbe in der Dreier-Kombination in die Fressen gepinselt, geschmiert, verteilt. Toll, ja wirklich toll ist es, wenn man alle vier Jahre Fußballfan ist, als Profi über alles genau bescheid weiß und eigentlich der bessere Trainer wäre. Südafrika wird verlieren, verlieren in allen Distanzen, denn was kann so ein Land schon gegen die Macht der Vereinigung des Fußballs, die eigentliche Sponsorengemeinschaft machen, außer Geld auszugeben.  Alle großartigen Fußballfans in der Vierjahresrhythmik werden gebrannt, denn ganzen lieben langen Tag lang. So viel Drei-ds wurden mir noch nie um die Augen gehauen. Langsam könnte man ja auch mal wieder im goldenen M für ein gutes Mahl einkehren. Gerade die großen alten Fußballer, deren Fans wir schon lange nicht mehr sind sitzen ja eben auch in einem dieser wenigen Lokalen mit dem gebogenem Großbuchstaben und philosophieren über das Leben von heute und gestern und essen dazu noch schlemmerhaft. Ach, wie ich das doch so sehr liebe. Mein Balkongrünzeug hängt von der hohen Sonnenstrahldosis doch wieder ein wenig. Sie werden gleich gewässert von mir eigens. Die brauchen keinen runden Ball, keine Boulette in nem Weißbrotbrötchen eingeschlagen zum Überleben, nur ein wenig Wasser, nett gemeinte, liebevolle Zuneigung und Blattlausentfernente Mittel.

Manchmal frage ich mich so Sachen, Sachen die ich mich immer mal fragen muss, denn sonst würde ich sie mir nicht so einfach fragen. Wie auch gestern wieder, bei meinem Weg zum Laden auf dem Münchener Hauptbahnhof für ein Liter an Milch zu nem Sonntag wie mir mein Brillenetuie durchsucht wurde. Dürfen die das, wozu tun die das, wer gibt denen die Befugnis mich auf irgendwas zu durchsuchen, sich lustig über meine Geburtsstadt zu machen und die Kaugummis in meiner Tasche auszuschütten? Ich hätte mich auch wehren können, hätte meines Weges weiter schreiten können, aber wenn mir einer sein komisch grün angestrichenen Ausweis der Ordnungshüterei vor die Nase hält, bleibt man erst einmal aus lauter Irritiertheit stehen. Bin ich nun hier in Bayern einem Polizeistaatlichen Bundesland gefangen? Haben so manche Zivilpolis Langeweile? Hilft dieses Verhalten wirklich und dient es der allgemeinen Sicherheit? Ich meiner Seite fühle mich durch solche Aktionen unsicher, auch schon recht arg  eingeschränkt meines freien Bewegens und mag gar nicht ausmalen, wie es ist, wenn man selber dem Verein angehört.

Meine Theorie ist ja eigentlich die, dass ich zu sehr danach aussehe keiner Fliege was zu leide tun zu können und da kann man sich ja mal als krimineller Untersucher trauen ohne gleich ne heftige Diskussion vom Zaune zu brechen.

Also danke lieber Staat für diese doch so großartige Sorgfaltspflicht mich als potentiellen Kriminellen am Bahnhof zu München zu verfolgen, wie bestellt und nichts gefunden. Das macht mich Glücklich und es lässt mich so Sicher fühlen. Das lieb ich auch, fast noch mehr. Hinzu war es ja auch so Real, so richtig echtes drei-D. Besser kann TV gar nicht sein. Denn ne echte Kriminellensucherhand in der eigenen Tasche zu stecken gehabt haben ist doch voll mehr drei-D, denn was eine TV-Übertragung, ein Avatarischer Schinken in nem Großleinwandigen Mehrpersonenraum zu bieten hat, bieten kann.

Ein langer Weg bis hin, in den zu feiernden Tag

Die Schlange an der Kasse war mal wieder lang, sehr lang. Der Feiertag, denn so wenige haben, werden wir morgen feiern, begehen, zelebrieren. Noch weiß ich nicht so recht was da so gefeiert wird. Bei Regen lässt sich schon recht schlecht feiern. Aber feiern werde ich. Ja morgen feiere ich den Feiertag, den ich so gar nicht kenne. Aber nicht jeder Feiertag muss einem bekannt sein, um ihn mitzumachen. Welch eine Freude, wir feiern was das Zeug hält. Dem Wetter (wie gern berichte ich doch vom Wetter)nach zu urteilen, bleibt einem aber wenig, wenig zum ausgelassenen Feiern. Die Einkäufe tätigte ich zuvor und war da in diesem Einkaufsladen so eingeschlossen, regelrecht umzingelt, dass einem fast die Luft wegblieb. Alle wollten ihre Grillutensilien eingekauft, die feierlichen Zutaten nicht vergessen haben. Sie alle waren da, diese in der Laune für den morgigen Tag gefrustet, voll Vorfreude auf die Ausgelassenheit und machten ihre Gänge durch die Gänge der Einkaufshallen. Sie alle kauften Bier, Schnäpse, Alkohol in jeglicher Form. Morgen müssen wir alle froh sein, so richtig froh.
Irgendwie bin ich ja auch schon gut eingestimmt. Der Regen nässt die Erde, das Fußvolk, die ach so süßen Tiere. Alles Zucker verläuft im Sande. Die Begeisterung ist kaum in Grenzen zu halten. Die Leute rasen ihres Weges, gen trauten Heim, um eben endlich anzustoßen, auf dass wir immer feiern können, gerade wenn ein Tag wie dieser Feiertag ein Feiertag ist.
Nun werde ich mal ermitteln, was uns denn dieser Tag mit sich, für uns so bringt.
Es wird gleich mal recherchiert. Alle anderen die nicht mitmachen können, tun mir jetzt schon leid, denn die können sich nicht in der sonne bräunen, den lieben langen Tag lang, denn die können nicht Alkoholika trinken bis zum Abwinken, denn die können einfach nicht teilhaben, am großen Ganzen, an der Feierlichkeit.
Na dann, Prost! Wir feiern mal.

Es ist zu schön, um wahr zu sein

Die Abendsonne brennt, ein warmes Lüftchen fegt durch die weiten Strassen dieser Stadt, eine wohlwollende Stimmung bewegt sich von A nach B oder auch gar nicht. Es ist Berlin, es ist der ankommende Sommer, es ist die lang anhaltende Helligkeit. Die Leute freuen sich, sitzen auf den Bierbänken vor dem nächsten Spätkauf, Imbiss, Kiosk, genehmigen sich ein kühles Blondes, strecken ihre Hälse gen der kitzelnden Sonnenstrahlen, die Hunde hecheln ihres Weges oder liegen gar niedergeschmettert vor ihren Herrchen und Frauchen. Einem Herrn werden die Haare mitten auf der Strasse vor einem netten Hauseingang geschnitten und er lächelt einfach nur. Ein schwules Pärchen knutscht auf einer netten Brücke sitzend, ein kleiner Junge läuft nur noch mit hoch raus gestrecktem Kop, Augen zu und riesig, breiter Grinsemund des Weges.
Die Fahrradfahrer fahren ohne Aggressionen. Die jungen Männer sitzen auf ihren vorm Gebrauchtwarenladen stehenden Sesseln aus den Haushaltsauflösungen und sowieso zweiter Hand. Der Spieß vom Döner nebenan dreht sich auch viel langsamer, die Katze vom Balkon gegenüber riecht etwas frisches und beobachtet das Fußvolk, wie es erheitert ihres Weges marschiert.
Nun, es ist Zeit ebenso noch mit raus zu gehen, sich irgendwo zu setzen, was kühles trinken, alles mit zu genießen. Es ist die Zeit der Erheiterung in dieser Stadt. Da machen wir einfach mal mit.

München – Praha – München – Berlin – Fahrten hin und her, vor und zurück, hoch und runter (ein weiterer Reisebericht)

Es regnete später, der Zug stand schon heut morgen bereit. Die Türen ließen sich nicht öffnen, der Kaffee war noch frisch und demnach auch heiß. Leute warteten, warteten auf ihre Fahrt nach Hamburg, in die Richtung, auf den Einstieg  und ich mit ihnen mit, ich wartete auch nur darauf später wider umzusteigen, einen anderen Weg einzuschlagen, nach Berlin zu reisen. Einfach weiter reisen, des Reisens wegen, um andere  zu besuchen, freie Tage zu nutzen.

Erst aber wieder angereist, angekommen aus Praha und dann auch mal wieder weiter. Die Wege nach Praha waren angerostet, eingefallen, spannend. Plzen zehrte uns alle raus der Bahn. – Change, change! – Zuvor eine ältere Dame, die die Abteiltür aufriss – der Zug endet hier, alles muss raus -. Sie war übereifrig, wollte behilflich sein, aber war dabei eher unbeholfen, rabiat, unschön. Auch die Sonne schien nicht. Wir wollten sitzen bleiben, hatten für eine direkte Verbindung diese Bahn genommen, waren angefressen vom Redefluss eines Bajuwaren, der zuvor noch im Abteil saß, einer jungen Filmprduktions-BWLerIn die Welt erklärte, mit nem anderen Bajuwaren sich lustig machte über alle anderen Nichtbajuwaren und der sein Bier anhimmelte (seiner leichten Gesichtsröte nach zu urteilen, konnte man sich sein Saufgelage deutlich vorstellen), der aber glücklicher Weise mit den anderen beiden doch früher, vor dem Grenzübertritt ausstieg. Die Freude war groß, der Tag gerettet. Nun war aber dann doch der Ausstieg in Plzen. – Change! Alles muss raus! -Der andere, der tschechische, der ehemalige DDR-Zug fuhr auf einem anderen Gleis ein. Nur Touristen, fast nur deutsche Touristen standen am Bahnsteig, bei dem Rost an den Zäunen, neben dem Putz, abgebröckelt von den Fassaden, hinter der interessant wirkenden Kulisse einer alten Stadt mit guter Braukunst. Der Zug fuhr ein, alles stürmte, die Rucksäcke der Touristen wackelten hin und her auf deren Rücken, die Koffer rollten springend auf dem Bahnsteig, die Leute sprachen durcheinander fast nur in deutsch. Es war ja auch Feiertag, ein Tag für eine Gelegenheit zum Betrinken, zum Feiern mal nicht Daheim. So sah es dann auch aus. Der Zug füllte sich schnell und unübersichtlich. Es saßen schon Leute drin. Sie saßen brav und waren am pendeln. Die Deutschen stiegen ein, schrien sich an, blieben in den Gängen stehen und ein jeder trank aus einer Dose, Flasche Bier, gutes Bier aus Plzen. Besoffen, betrunken lärmten sie, machten sich verbal breit im Zug, in der tschechischen Eisenbahn. Keine Freude war bei dem Anblick zu verspüren.  Die Flaschen flogen auf den Boden, das Bier floss die Gänge entlang, Amerikaner standen am geöffneten Fenster und unterhielten sich über Gott und die Welt. Praha sollte nur noch eine Fahrstunde entfernt sein, es waren aber zwei und noch was dazu. Die Stadt empfing uns. Die Unterkunft war schick, versehen mit goldenen Gardinenstangen, nem kleinen, netten Kronleuchter, Mucha-Reproduktionen an den Wänden. Die griechische Botschaft war gleich um der Ecke und der Polizeischutz stand dabei. Mit den Straßenbahnen, die direkt in der Nähe ein Halt hatten,  konnten wir in die Stadt, in die Höhle des Touristenlöwen fahren, aber auch in die anderen, interessanteren Bezirke Prahas. Deutsche Touristen wo man stand, wo man ging, wo man verweilte. Deutsche Touristen lachten über Geschäfte (-Giftshop, haha, die verkaufen Gift. – sprach die Frau, um die sechsundvierzig in einer dunklen mit gelben Streifen versehenen Wolfhautjacke zu ihrem Mann in einer dunklen und braunen Streifen versehenen Wolfshautjacke eingepackt, um die achtundvierzig neben ihr her schlenderte, der daraufhin erwiderte: – Ja, haha. – in einem tief irgendwas deutschen Dialekt.) Junge Damen checkten mal schnell so einige Boutiquen aus. Mit der Innenstadt hatten wir uns kaum anfreunden können, somit ging es weit ab vom Trubel, in die Gegenden, wo man sich so halbwegs mit Englisch durchschlagen konnte, wo die Häuser aussahen, wie sie aussehen, wenn gewohnt wird, wenn die Stadt lebt. Ja ja, ein Ecke die gefiel und noch gefällt, für gutes Essen, viele kleine Dinge, für den Einblick in eine andere Stadt.

Die wenigen, drei, vier Tage waren bedauerlicher Weise viel zu schnell vergangen und Praha war schnell wieder weit, weit in der Vergangenheit.  Diese Stadt ist aber immer wieder eine Reise wert, obwohl mein letzter Besuch schon fast dreizehn Jahre zurück lag, zu diesem Besuch. Ein Ort zum Entspannen. Nur nicht die Innenstadt.

Naja, da war dann schnell mal wieder München aufgesucht mit einer lustigen Rückfahrt, bei der zwei Fensterplätze reserviert im Abteil ab Praha vor sich hin leer, unbesetzt blieben, lagen. Einige Tschechen wollten sich da platzieren, aber just im Moment, wie sie erfuhren, dass diese Plätze reserviert seien, gingen sie auch schon weiter, ohne Stress, ohne Probleme, ohne sich aufzuregen, dass sich keiner da platzierte. Eine ältere Dame mit ihrer möglichen Tochter setzen sich aber trotzdem, nach dem wir schon so einige Stationen abfuhren. Alles war recht entspannt, die eine Hälfte sprach tschechisch die andere deutsch. Eine Mutter mit ihrem Sohn setzte sich in den Gang. Sie schliefen recht schnell ein, beide ans Fenster gelehnt. Tiefschlaf. Wir erreichten Plzen, die Mutter sprang auf, rannte verschlafen los, weiter, der Junge griff nach ihrer Hand, rief ihr hinterher. Sie ließ ihn allein da sitzen, er sprang aber noch hinterher. Erst dachte ich sie wollte aussteigen, alles verlassen, doch sie setzte sich nur in ein Abteil, auf die Sitzbank, der Junge neben ihr. Überraschung, alles noch gut gelaufen. Der Junge blieb weiter mit der Mama.

Doch unser Abteil wurde bevölkert von neuen deutschen Fahrgästen. Er trug ein rotes Hemd, dass ein wenig zu kurz war um die Bauchgegend, dass dieser hervorschimmerte. Sie trug eine Bierdose in den Händen. Beide verkündeten laut, dass sie die Platzier seien, sie die Plätze reserviert haben. Er versuchte die Koffer abzulegen, auf, unter, neben meinem Rucksack. Sie rief nach Luft. –Oh, ist das stickig und warm hier, da muss man die Fenster mal öffnen. – Sie versuchte im Gang, im Abteil eine Fensteröffnungsaktion. – Die gehen ja gar nicht auf, die gehen überhaupt nicht zu öffnen. Wir ersticken! – Sie zehrte, sie riss, sie versuchte alles, um diese Fenster zu öffnen, die Dose Bier vorsichtshalber schon mal abgestellt. Er kümmerte sich um die Koffer, legte diese in die Kofferablage, mein Rucksack auf deren roten Koffer. Er half ihr nicht, schaute nur zu und sie sprang diese Fenster förmlich an. Ihr Bier stand in der Dose auf dem Fenstertisch. Er steckte sich gleich unverzüglich Ohrkopfstecker seines mp-3s in die Ohren, auf dass er sie nicht mehr ertragen musste. Später tat sie dem gleiches und war überrascht worden, von der Aggressivität in der Musik der Scorpions. Viele Fahrstunden später, nachdem sie ihre Augen geschlossen daher saß, tippte er sie an, um was ihr zu berichten, zu fragen, einfach zu sagen, da schrie sie auf und war wie von einer Hornisse gestochen. Die Scorpionsaggressivität sprang auf sie über und steigerte sich zu einer höheren unangenehmeren in ihr. Ihr war kalt, die Fenster blieben geschlossen. Dann kurz vor München schrie sie ihn regelrecht an: – Wir steigen früher aus! Vom Hauptbahnhof wieder durch die Stadt will ich nicht. Das dauert zu lang. – Sie stiegen mit recht freundlicher Verabschiedung aus, das Abteil wurde leer, wir saßen unbeobachtet, allein, im halbdunkeln da und hatten noch ein paar wenige Fahrminuten unser Abteil.

München war kalt, arbeitsam, voll Hektik, ohne Rast. Nur zwei Tage blieben mir vor Ort, um wieder dieses zu verlassen. So tat ich es und der frühe Zug stand noch geschlossen am Bahnsteig, auf dem Gleis. Wenige Minuten mussten die Leute und ich warten. Alles stieg ein, mein Sitznachbar hatte Probleme mit seinem Rechner.  Der Getränkeverkaufsmann lächelte unabänderlich vor sich hin, verkaufte heiße Getränke an ältere Damen für unhöfflich hohe Preise. Und er lächelte weiter. Der Regen setzte ein, mein Umstieg in Nürnberg war knapp bemessen und verregnet, sehr sogar. Im Zug nach Berlin schlief ich gut und gern lang und die Dame neben mir sitzend, in Leipzig zugestiegen, tippte mich an, damit sie mal die Örtlichkeiten aufsuchen, also an mir vorbei konnte. Ich erschrak, sprang aus meinem Tiefschlaf und ließ sie durch. Wir sprachen dann noch darüber, wer wo hin reise und dass es doch immer wieder eine ganz aufregende Sache wäre, umzusteigen. Südkreuz erreicht, stieg ich aus, sah ein Filmteam am Filmen auf dem Bahnsteig, komisch dreinschauende Leute, Menschen mit Bierflasche in den Händen am U-Bahnsteig auf und ab laufend, wie Katzentier in einem Tierpark.  Alles lief langsamer, die Uhren, die Leute, der Verkehr.  Die Wärme brach gestern, heute auf alle ein, erzeugte am Abend gestern in der Mischung von Feuchtigkeit des ausgesetzten Regens Nebel.

Mein Aufenthalt in Berlin wird wohl mit warmer Luft, nun einbrechender Sommerlichkeit begleitet. Ich bin da und werde bleiben bis ich wieder fahre.

Am Waschsalon kommt keiner vorbei

Es lag ja auch nur daran, dass davor ein Zelt aufgebaut heute stand. Daneben die Arbeiter, die das Zelt da aufgebaut haben. Es waren Arbeiter zum Verlegen von Leitungen, also Kabel. Es wurden Kabel verlegt. Obwohl zu der Zeit meines Waschvorhabens aber nicht. Da standen die Herren neben dem Zelt, rauchten und sächselten. Schon lange kein Sachsen in München gehört. Heute aber schon. Der Regen fiel in vielen kleinen, harten Strichen, die vom Himmel bis zum Boden reichten. Das Zelt hielt scheinbar diese nassen Striche ab, fern vom nicht nass zu werdenden Kabel, das verlegt sein sollte. Die Arbeiter legten aber nicht, sie sächselten irgendwelche Sprüche. Meine Wäsche wusch ich in einer dieser zahlreichen Maschinen und ich lauschte dann doch nur mit halben Ohr den sächsischen Verlegern von Kabel. Das Radio lief im Salon. Die Türen waren zu, die Sachsen waren kaum hörbar. Im Radio wurden irgendwelche Hits der 80er, 90er und wieder der 80er gespielt, das übliche im Radio des Waschsalons. Ein Mann kam aufgelöst, nicht vom Regen, sondern von seiner kaputten Maschine, die beim Ihm zu Hause steht, in den Salon. Er brauchte Hilfe. Er war noch nie zuvor in einem Salon. So fühlte ich mich beim ersten Mal auch. Ich half ihm. Seine Geldbörse lag noch im Auto, die er noch schnell holen musste. Er hatte nicht genug an Kleingeld nur Großgeld. Er rannte wieder los, das Geld zu wechseln. Dann zeigte ich ihm den Vorgang zum Waschen. Glück schaute er mich an, denn seine Wäsche war nicht mehr sauber und ich half ihm beim Säubern dieser. Es freute ihm, mich ebenso, ihm behilflich sein zu können. Meine Wäsche war fertig ich verließ den Salon. Der Mann wusch seine Wäsche in den Maschinen, bei ihm zu Hause stand die kaputte. Die Sachsen arbeiteten, der Generator machte Lärm, die Kabel wurden verlegt, keiner sächselte mehr. Meine Wäsche wurde sauber. Es ist doch immer wieder schön, wenn sich Begebenheiten begeben.

Systemfehler

Immer wieder nur Systemfehler wurde angezeigt, immer wieder neu die Karte zum Bezahlen in das Kartenlesegerät gesteckt und immer wieder nur Systemfehler, keine Abrechnung möglich. Da wollte ich doch nun mal die Ware, die von mir ausgesuchte Ware bezahlen, über meine Bezahlkarte von meinem Konto abrechnen lassen. Nichts ging. Der andere Kassierer gab den Hinweis eines Systemneustart der Kassiererin, an deren Kasse ich mich angestellt habe, als mögliches vermeiden des Systemfehlers versuchshalber durchzuführen. Und wieder Systemfehler. Die anderen noch abzukassierenden Kunden des Marktes, des Ladens warteten ungeduldig, schauten schon grimmig, mir wurde es auch unangenehm, peinlich berührt lächelte ich ebenso in die Richtung der anderen, entlang des Förderbands, welches wie oft schwarz entlang bis zur Kasse reichte und viele feuchte Flecken aufwies. Die Kassiererin wurde ebenso mehr und mehr nervös, der andere Kassierer meinte noch ,es würde nicht am Gerät liegen, was mich ansäuerte, denn meine Karte zum Bezahlen zahlte noch gestern recht gut und ich konnte mir schnell und viel für meine Fahrkarte vom Konto Geld abziehen lassen. Da schlug ich doch vor, unverzüglich einen Automaten aufzusuchen und Bares Zahlungstechnisch zu reichen. Die Kassiererin freute sich, ich spurtete und war so 3 Minuten später mit Baren, ohne Systemfehler aus einem um der Ecke stehenden Geldautomaten gezogenen, wieder bei jener Kassiererin und wir machten das Geschäft klar und alles war in Sack und Tüten. Ich bekam mein Restgeld von ihr ausgezahlt und meine Ware war dann wirklich meine. Ja ja, so kann es einem manchmal ergehen, bei Zahlungen oder ähnlichem. Das hab ich aber noch mal Glück gehabt, dass der Geldautomat Systemfehlerfrei war.

Ein Kaugummi klebt mir am Schuh…

…, ist doch vielleicht nur das Leben, welches man irgendwo angehängt, verklebt bekommen hat, und es so, so schwer wieder zu lösen ist. Nicht, dass das Leben unbedingt in den Müll gehört (obwohl es manchmal irgendwie einfacher erscheint), es sollte nur nicht so kleben, so haften an einem. Es zieht sich, bereitet einem nur Schmerz, Leid, eklige Unannehmlichkeiten und kann, wie ein Kaugummi ziemlich Geschmacksneutral sein und lässt sich kauen und kauen bis es nur noch auszuspucken gehört. Aber würde ich dann auch noch auf das Leben treten? Auf meins würde ich schon, ein paar Mal, um dann wieder anzufangen neu zu kauen. Ein Leben ist zum Neukauen geeignet. Ein Kaugummi an sich nicht. Ein Leben ist erfrischbar, erneuerbar, zum häufigen Gebrauch geeignet, zum weiteren erleben lebbar. Ein Kaugummi nicht, dieses ist nur ein Einwegerlebnis.
So werde ich mal mein Leben, dem Mehrwegerlebnis bestimmt, wieder neu kauen. Und wenn alles gut ist, dann noch schnell nen Kaugummi für die schnelle Frische eingeworfen, gekaut, ausgespuckt. So hoffe ich doch nur, dass ich nicht auf anderen klebrigen Leben getreten bin, irgendwann, irgendwie, irgendwo. Ein jedes Leben darf wohl nur von sich selbst aus getreten werden, oder? Ach ich weiß auch nicht. Ein Kaugummi, ein Leben und keiner nimmt einem die Entscheidung. Heute werde ich mal nicht mehr kauen, ist ausgekaut. Vielleicht ist ein Bonbon besser?

Einen dunklen Schranken, einen richtig dunklen Schrank,…

…denn könnt ich jetzt gut gebrauchen. Einen Schrank, in dem man sich reinsetzen kann, reinlegen kann, ohne dass man weiterhin was sieht, riecht, hört, schmeckt, fühlt. Eine Art Versteck oder ähnliches. Einfach einen Schrank, in dem ich mich einschließen könne. Nichts mehr sehen, spüren, riechen können. Genau das will ich jetzt, ab sofort. Keinen Hunger haben. Nicht bemerken können, ob die Augen geschlossen oder geöffnet sind, nicht mehr das Blut an den Armen, am Kopf bemerken, schmecken müssen, dessen Klebrigkeit nicht erahnen zu brauchen, einfach nur so daher sein in der Dunkelheit des Schrankes.
Auch vergessen dürfen, was letzte Nacht zum Beispiel mir im Traum widerfahren ist. Ich wollte irgendwie, wer weiß warum in einem gewöhnlichen Häuserblock der Satellitenstadt Marzahn Max Frisch besuchen und klingelte, doch vom Nachbarbalkon, ganz typisch gekleidet für die Ecke, gab mir Friedrich Dürrenmatt zu verstehen, dass der Frisch nicht da sei und just in dem Moment stand Denis Scheck neben mir und meinte nur, dass der Dürrenmatt da lüge, es stimme nicht. Irgendwer war noch da. Der geheimnisvolle Dritte. Ich kann mich nur nicht mehr erinnern. Das zermürbt. Ich brauche den Schrank, sonst gehe ich kaputt. Die flucht in den dunklen Schrank, damit ich diese Leute, wie heute nicht mehr riechen muss. Zwar nicht alle, aber viele rochen, der eine nach unanständigem Pups, die andere nach furchteinflößenden Mundgeruche wiederum einige nach herben, schmerzhaften Schweiß. In diesem Schrank würde man sie einfach nicht mehr riechen müssen, geschweige denn ansehen.
Wie vorhin ein Typ so mit an der Ampel stand und schaute, er rief laut eine Begrüßung, betrachte mich, aber eher durch mich, er sah niemanden wirklich an, er telefonierte, dieser Typ. Im Schrank müsste man sich denen nicht mehr ausgesetzt bleiben. Fern, fern allem Leid, fern, fern eigenem Denken, Gedankengängen. Ein Schrank, ein Schrank dunkler denn die Nacht werde ich brauchen. Jetzt sofort. Dunkle Nacht! Dunkler Schrank! Dunkler Schacht!

Ein Strahl zu viel, ein Hemd zu wenig

Jedes Mal werde ich von neuen überrascht, wenn die Sonne ein paar Strahlen runter lässt und ein wenig die Wärme auf uns niederdrückt, dass es so viele Leute geben muss, die mit freien Oberkörper durch die Gegenden schlendern, hässliche Boxershorts getragen werden müssen, übermäßig versoffene Alkoholleichen in trachtenhafter Kleidung in den Ecken herumliegen dürfen. Nicht mal in ruhe, ganz gemütlich auf einer Parkbank sitzend, ein Buch zur Hand, kann man die wetterliche Situation genießen. Dass so viele Leute rausgehen, sich auf den Straßen bewegen, die neue, frische Luft atmen wollen, kann ich sehr gut verstehen, aber dass sie sich so schlimm kleiden müssen oder auch gar nicht erst kleiden. Okay, ich muss ja nicht hinschauen, kann ja ganz gut wegsehen, ins Buch blicken und mir was vorlesen. Genau so geht es auch, dass ich in die Pedalen des Fahrrad einmal mehr, kräftiger trete, um so schnell wie der Wind an diesen Leuten vorbeizuhuschen und sie nicht wirklich wahrnehmen muss. Aber selbst die mit diesen hässlichen Hosen, die auf ihren Rädern sitzen und noch schneller mir aus den Augen sind, weil sie mir schnell entgegenfahren, ergeben ein lächerliches Bild ab. Aber sollen sie ruhig machen, ich muss mich ja nicht anpassen, muss ja nicht mitmachen. Aber es war echt gut einmal quer durch die Stadt, für nen netten Kaffee gefahren zu sein und sich wieder den wichtigeren Dingen des Lebens zu widmen. Ich gehe jetzt mal Wäsche waschen, dass ich mich weiterhin kleiden kann und nicht wie viele andere ungekleidet die Strassen entlang laufen muss.

A standard nerd

Nun haben wir es, die Sonne lässt die Pflanzen in sich aufgehen, die Tiere spielen irgendwie verrückt und die Menschen machen sowieso immer, was gerade so anfällt, ohne wirklich auf die natürlichen Gegebenheiten zu achten. Einige machen es zwar schon, insbesondere diejenigen, die sich mit der Pflanzung beschäftigen müssen oder einfach nur so sich damit auseinandersetzen. Aber das macht einigen wenigen nichts aus. Sie machen einfach das, was sie machen.
Ich sitze hier auch, mache meine Tastatur voll Erde beim Schreiben, weil ich die Pfoten nicht zuvor säuberte, und denke darüber nach, ob es eigentlich wirklich klappen kann mit so Pflanzungen. Meine Weinigkeit hat es bis Dato noch kein einziges mal geschafft, Pflanzen am Leben zu halten, geschweige denn welche zum Aufleben, Wachsen gebracht. Aber gut, auch das sollte ein erstes Mal sein und wenn es nicht sein soll, dann halt ein zweites Mal. Pflanzen sind ja doch recht einfach in ihrer Haltung, dachte ich zu mindest noch vor vielen Jahren, aber die Erfahrungen leerten mich ein Gegenteiliges. Ganz so einfach ist es nun doch nicht, meine größte Angst besteht gerade hauptsächlich darin, dass mir die Vögel, die ihre Kreis hier bahnen, nicht die Pflanzung wegfressen, zerstören.
Bin zwar kein volltrotteliger Rechnerfanatiker und –experte, aber mit diesen Maschinen hab ich weniger Probleme und wenn, dann können wir die gut und schnell miteinander klären, die Rechner und ich. Aber bei Problemen mit Pflanzen hab ich so meine Bedenken, wie gerade auch letztes Jahr, in dem ich mich für wenige Tage im Sommer um die Pflanzen darunter Tomaten von lalila Insekta kümmernd durfte, es waren viele Ängste, viel Schweiß, viel Wasser, viel zu viel zu bestehen, dass mir die nicht noch eingehen. Sie taten es nicht und ich wässerte, wie ein Verrückter. Sogar eine Gießkanne besorgte ich, damit alles gut geht und nach diesen Tagen brauchte ich Urlaub. Aber wenn man gleich damit anfängt und sich täglich mit den Pflanzen befasst, dann wächst man bestimmt gut rein, blüht auf, kann den kurzweiligen Stress abfedern, einfach gelassener sein. Also lass ich mich mal wieder überraschen. Sehen wir mal was kommt, hoffentlich Grünzeug.

Inte?

Varför? An manch Tagen ist es einfach mal an der Ordnung, der Tagesordnung, irgendwas irgendwen an irgendeinem Ort zu fragen. Wieso auch immer. Wiederum gibt es Zeiten, da stellen sich keine Fragen, zu diesen geht man seines Gehweges, tätigt seine Tatsachen, lässt sich auf wenig bis nicht ein, bis auf nichts Unnotwendiges. Jedenfalls, ja, jedenfalls kann es ganz gut sein, dann es zu nutzen, diese nicht an hinterfragender Zeit, an nicht hinterfragenden Orten, zu definitiv ungefragten Konditionen. Men,…, jag vet inte.
Machen wir eine Fahrt, eine Fahrt in einer Bahn, in der ein Herr steht, der sich regelrecht liebkosend an der Notbremse anschmiegt, regelrecht festhält, dass er nicht umfällt, wenn die Bahn hart bremst, wenn die Bahn urplötzlich den Rückwärtsgang einschlägt, wenn ein anderer Fahrgast ihn brutal schubst. Beide Hände streicheln förmlich diese in Signalfarbe rot eingefärbte Bremse für die Not. Wenn man in so einem Fall, zu so einem Zeitpunkt nichts zu fragen hat, diesen Herrn nicht hinterfragen kann, weil irgendwie die Tagesform für Fragespiele gar nicht vorhanden ist. Da frage ich mich, euch, den Herrn auch nicht. Genau dann lassen wir uns überraschen. Denn die Bahn kann durch seine Umarmung stehen, schnell, plötzlich, für alle andere Fahrgäste unerwartet. Doch passieren muss es ja auch nicht.
Genau so ein anderer Fall. Wir bewegen uns die Strassen entlang irgendwohin, mit unbekannten, nicht hinterfragten Start und Ziel. Ein anderer Herr, nicht der aus der Bahn, kommt uns entgegen, Seriös dreinschauend. Der König der Strassen, flink wie der Blitz nähert er sich, unübersehbar, wegen seiner doll gelb schimmernden, leuchtenden, in den Augen schmerzenden Jacke, diesem Anorak. Er schwingt sein rechtes Bein und stößt sich regelmäßig vom Gehsteig ab, sein linkes ist standhaft auf einem Roller. Sein gräulich meliertes Haar versteckt sich unter einem Sicherheitshelm für unsichere Fahrradfahrer, die die Ängste einer Kopfverletzung tagtäglich ausstehen müssen. Er schaut streng und geradeaus, er rollert seines Weges. Wir fragen nicht! Varför???????????????????????
Precis. No Questions. Ingenting. Nur einfache Hinnahme, ohne Start, ohne Ziel.