Einen kurzen Neueintrag nach langer Zeit, nach einer Sommerpause

Nun sind die Tage verstrichen, viel ist geschehen und trotzdem lässt sich soviel doch nicht ändern. Vor gut zwei Monaten baute man große Holzhütten vor meinem Fenster auf diese große brachliegende Fläche, vor wenigen Wochen begannen die Aufbauarbeiten der Vergnügungsmaschinen, auch genannten Fahrgeschäfte neben den Hütten (für den Begriffe Zelte sind mir die dann doch ein wenig zu groß) und letzte Woche erst baute man noch einige Holzbuden dazu, um dann nur wieder teuer gekleidete Leute zusammenzubringen und sie in riesiger Massenansammlung dem Saufen hingeben zu lassen.  Es gleicht einer freiwilligen Abgabe seiner eigenen Würde, hauptsache man kann sich mal so richtig dreckig die Seele rausschreien, die Leiber mit Flüssigkeiten, Essensreste besudeln und durch die Strassen verkleidet torkeln, ohne dass gleich einem Handschellen angelegt werden.

Vielleicht ist das ja auch immer wieder die Ausrede per se für die Massentierhaltung, wenn es halt diese Leute mit sich selbst anstellen, warum dann nicht auch den Tieren eine große Halle bieten und sie in der Masse vor sich hin vegetieren lassen?

Aber eigentlich versuche ich mich da raus zu halten, denn die sollen das machen und mich auch in Ruhe lassen, was denen meines Erachtens nie so recht gelingt.

Die Musik läuft schon. Die Blasmusik bläst.  Das Essen dampft. Der Geruch weht herüber. Ich esse meine frisch aufgewärmte Pasta, dazu einen Morgentee mir gereicht. Die Sonne erwärmt noch die ganze Gegend. Der Ansturm stürmt die Zelte, Hütten, die Lagerhallen. Es lärmt herüber und einige machen dann auch noch das große Geld damit. So ist es halt. Jetzt nehme ich mir ne Zeitung und lese mal lieber was so in der Welt außerhalb von diesem kleinen Kosmos geschieht.

Raus aus dem hier, weg nach dort, wenn auch nur kurz

Da umspülte doch einem ein leichter, netter Wind das Gesicht und ließ das Haar in die Lüfte springen. Angenehm war es heute. Und morgen werde ich mich auch noch flüchtend davon machen. Für ein paar Tage weg von…, hin zur eigentlich Hauptstadt. Da freue ich mich viele bekannte Gesichter, auch genannt Freunde zu erblicken und das Leben für ein paar wenige Tage dort zu genießen. Bald dann werd ich auch noch Berlin erreichen. Das hilft sehr. Weg. Einfach nur weg. Kein zielloses durcheinander mehr. Kein Mist der kürzlichen Vergangenheit. Nur angenehme Nettigkeiten. Werde mich auch daher weniger am Bloggen begeben können die nächsten Tage.

Wieder mal ohne Abendessen

Wenn man mal wieder denkt, dass die Arbeit noch rechtzeitig vorbei ist und es einem in den Sinn kommt, am Abend noch mal schnell etwas einkaufen gehen zu müssen, der sollte nicht in München leben. Hier schließt so alles Punkt acht Uhr. Es ist bestimmt ein großer Schritt für Bayern, aber ein wahnsinniger kleiner für einen regelrecht ungeplanten Einkauf. Aber leider bin ich nicht gewillt, auf Vorrat einzuholen, denn dieser wird bei mir allein nur schlecht und WG-Mitbewohner haben andere Essgewohnheiten, dass wir also nicht in der Lage wären, für ein gemeinschaftlichen Einkauf zu sorgen. Ergo ist hungern angesagt. Nischt im Kühler. Nischt im Schrank. Nischt auf Vorrat. Ist ja auch nicht so schlimm, morgen ist ja auch noch ein Tag. Essen kann man ja nun wirklich jeden Tag. Und zur kleinsten Nahrungszunahme macht sich ja immer wieder so n Schluck Wasser gut. Vielleicht lege ich mich gleich Schlafen. Dann denkt man nicht darüber nach. Okay, nicht mehr denken, einfach nur…nicht mehr denken. Ja, so geht es. Leere im Kopf, dann weiß ich auch nichts mehr von der Leere im Bauch. Juchhu, selbst ausgetrickst.

Eröffnung und leider kein Freibier, und das im Freistaat

Na gut, ich verlange es ja auch mittlerweile nicht mehr, dass Freibier gereicht wird bei ner Vernissage, es war ja auch ne Diplomarbeit, da kann man ja davon ausgehen, dass es kein Geld für Freibier gibt. Ansonsten konnte man ja gratis essen und Wasser trinken. Wein kostete auch. In diversen Ausstellung hat man es ja schon oft erleben müssen, dass das Bier kostet. Selbst hab ich als Mitaussteller unter anderen Künstlern dafür gesorgt, dass es Bier gibt und dass es auch kostenpflichtig war. Eigentlich war es für n Unkostenbeitrag von nem Euronen schon recht teuer. Dafür war es n Pils. Aber heute gab es Helles, zwar Augustiner, aber für zwei Euronen ein ganz schön heftiges Geschäft. Für die, die das Bier vertickten. Ansonsten schon ne niedliche, Detail verliebte, für ne Diplomarbeit überzeugende Ausstellung von Photographien in einer sehr schick gestalteten Räumlichkeit. Hat eigentlich schon mir Freude bereitet, auch mal ne Eröffnung in München zu erleben. Es waren zwar Deggendorfer. Also nicht wirklich aus München, aber zu mindesten aus Bayern. Thematisch ging es um Rumänien. Daher war es dann doch schon eine besuchbare Ausstellung. Mal wieder ein Schritt getan für meine münchener Sozialisierung. Fuhr sogar mit meinem Fahrrad, an dem die Lichtanlage zu meinem Erstaunen funktionierte. An der Isar lässt sich auch sehr gut entlang Fahrrad fahren.

Ohne Abendessen ins Bett!

Vor wenigen Augenblicken wollte ich mir doch tatsächlich was zum Abendessen machen. Aber ohne Appetit, dann wozu? Hat man es denn überhaupt verdient? Was ist eigentlich Essen, insbesondere Abendessen? Also früher, wie ich so noch n Kind darstellte, also war, da gab es immer Brot, Käse, Wurst, n Aufstrich. So gesehen immer ne kalte Platte, die man sich aber selber zubereitete. Das Brot musste geschmiert werden, alles andere daraufgelegt werden. Und ich stellte mir immer vor, dass ich ne Fabrik bin, in der oben ins Haupttor Dinge geschoben werden, im Körper, also in der Fabrik zu Sachen verarbeitet werden und unter der Sitzbank standen dann die Lastwagen, die das fabrizierte abholten. Da bewegte ich dann auch meine Arme, Hände, den Mund auch wirklich immer sehr mechanisch, wie so n Roboter. Hinzu gab es immer n Glas Milch. Die diente zur Kühlung, weil so ne Fabrik erhitzt sich schnell mal. Da brauch mal mal ne ordentliche Abkühlung und n Glas Milch war schon immer ziemlich gut.
Aber jetzt hätte ich mir was warm gemacht und verschlungen, ohne dass irgendein Lastkraftwagen unter dem Sitz stehen würde. Hab noch nicht mal mehr Milch für die Kühlung. Gut, dass ich doch nichts gegessen habe, ansonsten wäre es mit der Fabrizierung nichts geworden. Und gerade bei warmen Essen braucht der Körper, also die Fabrik extrem viel Kühlung. So is(s)t es manchmal.

Die Sonne macht mein Fenster dreckig

Eigentlich macht die Sonne nur mit ihrem hellen Schein das Fenster, welches ja vom Frühjahresregen und dem dazugehörigen Blütenstaub zugekleistert wurde, zu einem fast schon undurchsichtigen Müllberg. Und ich konnte nicht richtig schlafen. Es wird wohl warm werden. War jedenfalls die Nacht warm. Da hab ich nun immer noch meine Taschenlampe neben mir zu stehen und weiß leider noch immer nicht wohin ich die halten soll. Die ist nicht hell. Mir ist aber dunkel. Nicht nur des fast Licht-undurchlässigen Fensters, auch weil die Taschenlampe nicht hell genug ist. Diogenes hätte definitiv mit dieser Lampe keine Freude gehabt. Nichts mit Erkenntnis. Obwohl er sich selbst nicht als Versuchsperson suchte. Aber wenn ich mich im Spiegel leuchte? Man muss doch dafür nicht extra in ner Tone leben, oder? Aber ich entdeckte gerade, dass ich noch ein Teebeutel da zu liegen habe. Der Tag ist erst mal für n Weilchen gerettet. Tee ist mir ganz genehm gerade. Danach klappt es vielleicht auch mit dem Leuchten meiner selbst.

Ne Begegnung mit nem Biber, aber ohne Zahnpasta

Da saß ich doch mal so an der Isar, nahe der Museumsinsel und schrieb so meine kleinen Tagesproblemchen und den ganzen anderen Kram in mein noch kleineres Büchlein. An dem Tag war schon einiges ein wenig durcheinander gelaufen. Who cares?

Die Isar floss so vor sich hin. Mal ein paar Enten in der Strömung cööl entlanggeschwommen. Dann erblickte ich doch so nen komischen Baumstamm, der recht ergonomisch, also eigentlich aquaplanisch wirkte, genau richtig um schnell die Isar entlangzuschwimmen. Plötzlich bewegte es sich von links nach rechts und trieb weiter und zeigte sein Schwanz. Ah ja, dachte ich, ein Baum mit Schwanz in ner super geschmeidigen Bewegung. Also doch nur n Biber. Wäre ihm aber schon gern hinterher geschwommen, um einfach mal zu sehen wie so sein Tagesablauf, ja in dem Fall Abendablauf so ausschaut. Dann aber doch nicht getraut, weil das Wasser dreckig aussieht, nen richtig gut Lauf gerade hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich kalt sein könnte. Das Wasser läuft gerade richtig gut. Dann doch das Buch eingesteckt, ins Forum fürs Filmfest gegangen und nen wirklich guten Takeshi gesehen. Er ist zwar alt geworden, kann es aber immer noch recht ordentlich mit dem Filmen.