Nun sind die Tage verstrichen, viel ist geschehen und trotzdem lässt sich soviel doch nicht ändern. Vor gut zwei Monaten baute man große Holzhütten vor meinem Fenster auf diese große brachliegende Fläche, vor wenigen Wochen begannen die Aufbauarbeiten der Vergnügungsmaschinen, auch genannten Fahrgeschäfte neben den Hütten (für den Begriffe Zelte sind mir die dann doch ein wenig zu groß) und letzte Woche erst baute man noch einige Holzbuden dazu, um dann nur wieder teuer gekleidete Leute zusammenzubringen und sie in riesiger Massenansammlung dem Saufen hingeben zu lassen. Es gleicht einer freiwilligen Abgabe seiner eigenen Würde, hauptsache man kann sich mal so richtig dreckig die Seele rausschreien, die Leiber mit Flüssigkeiten, Essensreste besudeln und durch die Strassen verkleidet torkeln, ohne dass gleich einem Handschellen angelegt werden.
Vielleicht ist das ja auch immer wieder die Ausrede per se für die Massentierhaltung, wenn es halt diese Leute mit sich selbst anstellen, warum dann nicht auch den Tieren eine große Halle bieten und sie in der Masse vor sich hin vegetieren lassen?
Aber eigentlich versuche ich mich da raus zu halten, denn die sollen das machen und mich auch in Ruhe lassen, was denen meines Erachtens nie so recht gelingt.
Die Musik läuft schon. Die Blasmusik bläst. Das Essen dampft. Der Geruch weht herüber. Ich esse meine frisch aufgewärmte Pasta, dazu einen Morgentee mir gereicht. Die Sonne erwärmt noch die ganze Gegend. Der Ansturm stürmt die Zelte, Hütten, die Lagerhallen. Es lärmt herüber und einige machen dann auch noch das große Geld damit. So ist es halt. Jetzt nehme ich mir ne Zeitung und lese mal lieber was so in der Welt außerhalb von diesem kleinen Kosmos geschieht.
