Inte?

Varför? An manch Tagen ist es einfach mal an der Ordnung, der Tagesordnung, irgendwas irgendwen an irgendeinem Ort zu fragen. Wieso auch immer. Wiederum gibt es Zeiten, da stellen sich keine Fragen, zu diesen geht man seines Gehweges, tätigt seine Tatsachen, lässt sich auf wenig bis nicht ein, bis auf nichts Unnotwendiges. Jedenfalls, ja, jedenfalls kann es ganz gut sein, dann es zu nutzen, diese nicht an hinterfragender Zeit, an nicht hinterfragenden Orten, zu definitiv ungefragten Konditionen. Men,…, jag vet inte.
Machen wir eine Fahrt, eine Fahrt in einer Bahn, in der ein Herr steht, der sich regelrecht liebkosend an der Notbremse anschmiegt, regelrecht festhält, dass er nicht umfällt, wenn die Bahn hart bremst, wenn die Bahn urplötzlich den Rückwärtsgang einschlägt, wenn ein anderer Fahrgast ihn brutal schubst. Beide Hände streicheln förmlich diese in Signalfarbe rot eingefärbte Bremse für die Not. Wenn man in so einem Fall, zu so einem Zeitpunkt nichts zu fragen hat, diesen Herrn nicht hinterfragen kann, weil irgendwie die Tagesform für Fragespiele gar nicht vorhanden ist. Da frage ich mich, euch, den Herrn auch nicht. Genau dann lassen wir uns überraschen. Denn die Bahn kann durch seine Umarmung stehen, schnell, plötzlich, für alle andere Fahrgäste unerwartet. Doch passieren muss es ja auch nicht.
Genau so ein anderer Fall. Wir bewegen uns die Strassen entlang irgendwohin, mit unbekannten, nicht hinterfragten Start und Ziel. Ein anderer Herr, nicht der aus der Bahn, kommt uns entgegen, Seriös dreinschauend. Der König der Strassen, flink wie der Blitz nähert er sich, unübersehbar, wegen seiner doll gelb schimmernden, leuchtenden, in den Augen schmerzenden Jacke, diesem Anorak. Er schwingt sein rechtes Bein und stößt sich regelmäßig vom Gehsteig ab, sein linkes ist standhaft auf einem Roller. Sein gräulich meliertes Haar versteckt sich unter einem Sicherheitshelm für unsichere Fahrradfahrer, die die Ängste einer Kopfverletzung tagtäglich ausstehen müssen. Er schaut streng und geradeaus, er rollert seines Weges. Wir fragen nicht! Varför???????????????????????
Precis. No Questions. Ingenting. Nur einfache Hinnahme, ohne Start, ohne Ziel.

Lichterloh

An manch einem Tag ist nichts zu schreiben, zu erzählen, zu sagen. Da war alles stimmig bis hin erfreulich. So kann das Leben sein, sollte es demnach auch und das Riesenrad zieht mich in den Bann, wegen des Lichtes, der Leuchten, der Drehungen. Ein Licht mehr, so viel Licht, obwohl die Nacht das Licht schluckt. Mein Brand der Sonne erscheint im Spiegel, aber nicht im nächtlichen Nichtlicht. Der Himmel war klar, den ganzen Tag, ohne weiß gezogene Streifen. Danke, Wolke.
Lichterloh!!!

Heißes Wasser kann ganz schön heiß sein.

Muss noch immer warten, warten auf das neue Bett, das frisch gekaufte Bett für den guten Schlaf. Beim Warten kam der Gedanke etwas zu tun, etwas produktives zu machen. Einerseits war da der Fußboden, der wieder mal, nun schon nach wenigen Tagen der Fusseln und dem ganzen Staub entsprechend befreit werden sollte. Während der Entstaubung kam der Gedanke, den Staub einfach so liegen zu lassen, irgendwann wird daraus schon ein Teppich, eine Staub-Auslegware. Aber irgendwie wollte es dann doch nicht gefallen, denn Staub ist so staubig und irgendwie doch nur Dreck. Der Boden war dann innerhalb kürzester Zeit (naja, obwohl) befreit und dann blieb weiterhin das Warten, was sich als eine sehr anstrengende Beschäftigung abzeichnete. Lesen war gut. Doch da musste ebenso mal ne Pause eingelegt werden. Also den wenigen Abwasch erledigen. Eine sinnvolle Beschäftigung war das wohl. Das Wasser floss, das Geschirr wurde nass, der Geschirrlappen mit Spülmittel versehen und dann sollte es losgehen. Abwaschen. Aber das Wasser war anfangs noch recht kalt, also musste der Hahn, der Wasserhahn auf warm bis heiß gestellt werden. Da gibt es nur leider keine richtige Abstufung, keine ordentlichen Raster für Wärme. Es wurde heiß und richtig heiß, brühend heiß. Die Hände waren dem nicht gewappnet. Sie verbrannten förmlich. Das Bett klingelte, also der Lieferant. Es ist förmlich ne Qual mit leicht angebrühten Händen, Fingern die Tür zu öffnen, um ein Bett entgegenzunehmen. Also das Wasser mal schnell abgestellt und das Bett entgegengenommen. Den letzten Teller mit kaltem Wasser noch abgespült, ging ja auch ganz gut, da dieser ne Weile in heißem Wasser, im Gemisch mit Spülmittel eingeweicht lag, und auch jenes kalte Wasser über die Finger laufen gelassen. War wirklich angenehm. Jetzt ist aber das Bett da, die Finger, Hände haben sich beruhigt, das Wasser spült auch ganz gut in kalt ab.

Ein schneller Sprung

Ja ja, da muss man schnell sein, wenn einem das geliebte Konsumieren nicht vergönnt sein soll, wenn man sich an jene Schließzeiten halten muss, die eine unflexibel für das Einkaufen machen, wenn man nicht zu spät kommen will, um auch noch das letzte Brot aus dem Regal nehmen zu dürfen. Aber leider, leider ist es nun mal hier, wie woanders übrigens auch, dass alles irgendwann schließt, zu festgesetzten Zeiten, hier mal früher, da mal später. Recht früh ist es hier mit dem Verriegeln der Konsumtempel, der Einkaufszentren, des niedlichen, kleinen Ladens um der Ecke. Da ist man schon sehr gezwungen zu rennen, zu sprinten, den Laden im Sturm zu entern. Aber in den letzten fünf Minuten kann man ziemlich effektiv sein, wenn man sich zuvor genau überlegen konnte, was man möchte an Konsumgütern. So erging es mir heute, denn wenn ich genug Zeit habe, dann kommt das eine, dann das andere hinzu und der gesamte Aufenthalt in diesem Einkaufsbereich beschert mir, dass mehr und mehr an unnützen, oft wirklich unbrauchbaren Mist mir in die Hände fällt und ich dafür sogar noch zahle. Heute war alles anders. Ich hatte kaum Geld in der Tasche und nur noch Fünf Minuten für den Einkauf. Ich stürmte den Laden verpasste beinah noch den Brotstand, aber dann fiel mir eins von diesen Mehlmischspeisen förmlich in Arme. Also hatte ich ganz schnell mal nen Brot zur Hand. Dafür ging es super schnell noch zum Gemüsestand, ein Salat sollte ebenso dazugenommen sein. Ein Tüte voll Pasta und schon war ich fertig, durch und konnte die Kasse aufsuchen. Mehr brauchte ich nicht, mehr wollte ich nicht, mehr konnte ich auch gar nicht mir leisten. Mehr Geld war nicht in der Tasche, die Meisten Zutaten zum Bereiten des heutigen Abendessens hatte ich schon zu Hause und ein kleines Getränk dazu lag schon gut gekühlt im Schrank der Lebensmittelkühlung und -einfrierung. Welch eine Genugtuung, dass ich diesmal nicht soviel kaufte, als sonst so an solch Abenden, wenn ich aber genug Zeit gehabt hätte. Punkt acht Uhr verließ ich diesen Tempel des knallharten Konsums. Der Salat mit der Pasta war gut, genussvoll, sättigend, das Getränk war gut gekühlt und trank sich auch darum nett. Jetzt geht es aber langsam ins Bett.

Sie las ein Buch, in aller Ruhe

Vor einigen Tagen, vielleicht letzte Woche oder auch gestern saß diese Frau mittleren Alters in der Öffentlichkeit, unter Leuten, unter vielen Menschen, ob jung oder alt, die eben auch lärmten und einen gewissen Pegel an Geräusche erzeugten. Sie saß also so da und las in einem Buch, recht langsam. Sie hatte beide Ohren dabei zugehalten, ihre Finger in die Ohröffnungen gesteckt, das Buch auf ihrem Schoß liegen gehabt. Sie las mit verschlossenen Ohren. Ihre Beine waren so positioniert, dass das Buch nicht runterrutschen konnte, dass das Buch auch nicht zufallen, zuklappen konnte, denn ihr Bauch war entsprechend nach vorn über gebeugt, dass auch ihr Pullover die Seiten geöffnet hielten, dass die Seiten nicht umblättern konnten, durch zum Beispiel einen leichten Windstoß oder bedingt der Bindung des Buches von ganzallein. Sie las so, langsam und mit zugehaltenen Ohren. Es hätte etwas auch mit ihren Druck im Ohr-Nasen-Gang sein können, vielleicht auch Dreck, der den Ohren entnommen werden musste, in dem Moment oder einfach nur ne Angewohnheit. Aber es war wohl der Lärm, die Geräuschkulisse, der Schaldruckpegel, der sie dazu bewegte, die Ohren geschlossen zu halten, lesen zu können, alles andere um sich auszuschalten. Sie las in Ruhe unter Menschen, in der Öffentlichkeit. Das Buch war nicht erkennbar, es war nicht erfahrbar, um welches es sich handelte, sie las es unter vielen ungestört.

Am Bahnhof für Busse

Da saß er, dieser Herr, dieser ältere Herr auf der Sitzbank eines Lottoladens, am Busbahnhof mit einem Becher Kaffee auf dem Tisch vor ihm stehend. Er schaute traurig. Er schaute durch die Fensterscheibe. Er betrachtete mit leeren Augen Die Passage, die Leute auf der Passage ab und auf laufend. Seine Stirnfalten hingen förmlich über seine Augenbrauen. Sein Sakko war aufgeknöpft. Zusammengesackt bewgte er sienen Kopf langsam, sehr langsam von links nach rechts und wieder zurück. Man hätte meinen können, dass er es sich gemütlich gemacht hätte auf dieser Bank im Lottoladen. Gemütlich? Es sieht anders aus, nicht gemütlich, nur traurig. Allein, im Lottoladen auf der Sitzbank zum Trinken von Kaffee, Tee, Kakao saß er. Wartete er auf seinen Bus, auf die Fahrt nach Hause, ins Ungewisse, weg von hier? War er nur zufällig vor Ort? Wollte er nur kurz den Kaffee trinken, die Passage beobachten? Beobachtet er die Leute die ankommen, wegfahren? Auf einem Busbahnhof saß er und trank seinen Kaffee und schaute mit leeren Augen. Seine Falten, Stirnfalten waren tief, hingen tief. Ein verbrauchter Mann schaute vor sich hin, durch die Scheiben eines Lottoladens am Busbahnhof.

M. bis B. und weiter nach L. und wieder die ganze Reise zurück – ein kurzer Reisebericht

Ein Schritt, noch ein Schritt, dann auch mal zwei zurück aber trotzdem weiterhin im Vorwärtsgang bewegte ich mich durch die Strassen Münchens. Das Gefühl war aber an diesem Samstag, ein Tag vor meiner Abfahrt eher eins, welches einem nur im eckigen, im kantigen Viereck führte. Alles ja so gesehen kein wirklich dramatisches Problem, mit Schnee und noch mehr Schnee in den Schuhen rutschend, ins Gesicht peitschend, die Kleidung nässend, dachte ich mir so beim Durchschreiten der Strassen dieser Stadt, denn der Tag darauf versprach mir ein Umschwung, ein neues Gefühl, andere, warme Eindrücke. So dachte ich mir es. So malte ich es mir aus. Besorgte mir schnell noch eine neue Zahnbürste mit harter Burste zum wohligen Zähneputzen in Berlin. Den Abend noch gut und schön was zu Abend essen gegangen mit netter Begleitung, auch sehr Früh das Schlafgemach aufgesucht, um den Folgetag in hoher Erwartung zu erwarten und an diesem rechtzeitig zu erwachen. Der Vormittag des Sonntags war recht unsonnig und unterkühlt. Wieder ein Schritt nach und nach, zwei Schritte diesmal folgend durchschritt ich diese Stadt bis zum Bahnsteig. Ein Zug stand noch auf dem Gleis. Dieser Zug fuhr pünktlich und fast zeitgleich fuhr der Zug ein, denn ich für mich mit nutzte, um Berlin zu erreichen. Sonne wartete an dem Tag auf mich. Ich freute mich mit hoffnungsvoller Freude auf die abendlichen Sonnenstrahlen, die auf mich einzustrahlen versprachen. Reingesprungen in jenen Zug, meinen reservierten Platz folgend platzierend mit kleinen Umständen, denn ich war vollgepackt mit Gepäck und mein Nachbarplatz war ebenso schon platziert von einem netten älteren Herr, der später sogar sich seine Brote aus seinem Gepäck nahm, auspackte, diese aß und sonst auch ruhig in seiner Abendzeitung blätterte, und dann Schlaraffenland ausgepackt, fehlten nur noch knapp sechs Stunden, die ersehnte Stadt zu erreichen. Ich tanz das Z.N.S. und der Himmel öffnete sich, die Wiesen waren Schneeleer und die Fahrt ging weiter und weiter. Eine ruhige Reise mit der Bahn. Der Herr setzte sich dann entschuldigend, aber sehr leib gemeint auf einen anderen Platz, für unseren gemeinsamen Freiraum, der dann jeder für sich in Anspruch nehmen konnte. Wissen sie, wo der Speisewagen ist? Der Herr wollte Kaffee, brauchte Kaffee, ich schickte ihn in die richtige Richtung, er bekam sein Kaffee, ich trank meine fruchtige Mischung, Schorle mit Frucht, nicht nur Apfel. Der Herr stieg in Leipzig aus, er verabschiedete sich höfflich. War zu erwarten. Wie wir dann so Leipzig erreichten kam der Regen, der leichte Schnee und aus Berlin wurde mir gleich berichtet, berichtet vom Schneetreiben und dass keine Sonne mehr am Himmel spazierend wandert. Und der Zug wurde voll, viele, viele Leute stiegen ein, so auch eine junge Dame, die sich neben mir platzierte. Ich half ihr beim Koffer, diesen nach oben in die Ablage zu hieven.  Sie bedankte sich, entschuldigte sich und entschuldigte sich. Ich weiß nicht wieso, denn der Koffer war schwer und es war schon ne Selbstverständlichkeit, auch wenn es ein Herr gewesen wäre, der Koffer war schwer. Sie saß mit dicker Jacke neben mir, es fröstelte mich. Sie telefonierte, die Sprache verstand ich nicht, den noch immer oder wieder hörte ich Musik. Zusammen ergab es eine Mischung aus telefonierter Musik. Es kam eine Wolke an Geruch vorbei, welche mich erschrecken ließ. Sie hatte argen Mundgeruch. Sehr stark sogar. Mir war, als ob der ganze Zug vollgefüllt wurde. Es roch, wie ich mich auch drehte und wendete. Man konnte dem flüchten. Sie spielte mit ihrem Apfelspielbrett Tetris. Es wurde kälter und kälter, das Schneetreiben wurde stärker und stärker. Die erhoffte Sonne ward nicht da, nicht in Berlin. Nur Schnee, Neuschnee und Schmelze. In meiner unterkunft wurde ich schon erwartet, tranken zusammen einen Kaffee, Tee, sprahcen, redeten über dies und das. Standen auf dem Balkon, beobachteten das Wetter. Kein Frühling, keine Wärme. Später auch noch kurz das Broschek aufgesucht und auch nichts weiter, als ein Bier getrunken.

Der nächste Tag, die Sonne kam heraus, es blieb kalt. Da lief ich so umher, durch die Stadt, durch Kreuzberg, kaufte mir was zum Frühstück, eine Packung Kaffee, kümmerte mich um dieses und jenes, ohne wirklich was genaueres geplant zu haben. Eigentlich nichts gemacht. Am Nachmittag noch nen netten Spaziergang durch Neukölln. Also ein Tag dem anderen folgend, ähnlich in dem was getan, erlebt wurde von mir. Je länger ich warte, desto verschwommener, unklarer, unpräziser sind die Erinnerungen an die Tage, an die schönen, während meines Aufenthalts in Berlin. Ja, ich ging spazieren, kaufte mal ein, besuchte meinen Eltern, hatte Begegnungen von mysteriöser Art. Auch waren einige Abend lang, ja, lang waren sie. Da mal was getrunken, hier mal was gequatscht, geplaudert. Der Donnerstag, dieser Tag war der erste warme, den ich in dieser Stadt erleben durfte während meines Aufenthalts. Es war schön und warm, ich saß im Arbeitszimmer, auf der Matratze (die ich übrigens auch ins Zimmer vom Einkaufsladen trug, extra für mich frisch eingekauft), auf der ich des Nächtens schlief, sah den warmen Tag, den Sonnenschein von innen, von dem Arbeitszimmer. Ich saß da und machte grafische Arbeiten, nur zum Spaß. Neuerdings erklangen Jazzklänge in der Wohnung, die noch nie zuvor so erklangen. Aber so war es und dann der Abend danach, ein Abend in Lichtenberg, ein Abend mit langer Unterhaltung in lichtenberger Frühjahrsluft, durchtränkt von Hundekackegeruch am Fußsteigrand, von Bierflaschengescheppere aus vielen Ecken, Jungendlichen auf den Strassen sich bewegend und laut kommunizierend. So ein erster Frühjahrsgeruch, so eine erste Frühjahrsgeräuschkulisse.  Das alles und viel mehr war dann da und auch wieder gleich versteckt. Aber es fühlte sich gut an, vertraut, es lies das Herz pochen. Auch gerade den Abend zuvor mit Freunden durch Kneipen Neuköllns gezogen zu sein, ein Bierchen dem anderen folgend verschlungen. Eine schöne Vertrautheit spürte ich aufkommen. Jawohl, so war es. Und ich vermisse es.

Am Samstag war es dann endlich soweit, die Buchmesse, Leipzig, das Durchwandern riesiger Hallen riefen uns früh und ließen uns rechtzeitig aus dem Bett,  aus dem wohlbehüteten Schlafe springen, auf den kahlen, kalten Bahnhof den erstbesten Zug in aller herrgottsfrühe nehmen. Wir waren da, waren aber nicht die ersten, nicht die einzigen, die diesen Gedanken hegten.Nach und nach wurden es immer mehr, mehr und mehr. Sie waren da, sahen den Zug und siegten über die Plätze. Es waren diese Kinder, die für wohl freien Eintritt, nach Leipzig, zur Buchmesse ebenso wollten und dies auch taten.  Wir ergatterten nur noch Stehplätze, Treppensitzplätze. Aber umzingelt von diesen Kindern in Schminke in Kostümen, umzingelt von diesen sogenannten Cosplayern, Manga-Fanatikern. Sie standen, sprangen, liefen durcheinander, selbst im Zug, sangen, lasen, unterhielten nicht nur sich ,sondern den ganzen Zug, die Bahn, die Fahrt, alle. Und sie schminkten sich, überall, in jeder Ecke. Meine Jacke, die ganze Zeit klebte mir so ein verschminktes Gesicht an meiner Jacke. Ich dachte, ich spürte es. Das wirklich unheimliche, komische war ja doch, dass keiner, aber wirklich keiner der verkleideten Kindern es raus hatten, sich so gut kleideten, schminkten, dass es einen weggehauen hätte. Nein, im Gegenteil, sie waren alle unspektakulär, zum Teil auch wirklich unansehbar. Die hätte ich so nie und nimmer irgendwo für frei, geschweige denn überhaupt reingelassen. Es war wie bei einem Oldtimertreffen mit nur alten Leuten ohne deren schicken Autos, wie bei einer Kaninchenausstellung ohne Kaninchen, wie bei einem Kaffeekränzchen ohne jeglichem Kaffee. Schade, konnten wir nur sagen, zeigen, verlautbaren. Beim Zugwechsel nach Leipzig stiegen dann sogar noch Fans von Dynamo Dresden zu. Da haben wir uns schon alle heftig bewaffnet,  denn es hätte echt ins Auge gehen können. Aber nichts, gar nicht passierte. Der Zug war zwar voll, niemand konnte mehr zusteigen, ich konnte sogar einer aufgeregten Dame, die nicht mehr einteigen konnte, von deren Lippen ablesen, dass sie nur sagte Scheiß Buchmesse! und somit auch keiner in der Lage war sich zu bewegen, besaßen unserer Meinung nach diese Fans einfach Angst, den diese Cosplayer konnten vielleicht zaubern, einen verzaubern, verhexen, ich hatte da auch so meine Befürchtungen. Oh, wie toll, verhexte Dynamofans. Hmmm. Es hätte soviel passieren können. Es hätte Sterne funkeln können, diese Kid hätten ihre Besen, Stäbe, was auch immer schwingen, in die Höhe halten, einen Zauberspruch loslassen und die Welt verändern können. Stattdessen regnete es, bei unserer Ankunft und die Cosplayer wurden ebenso nass, deren Schminke verlief und sie waren entzaubert vom Regen. Unbeirrt dessen, liefen doch zur Messe, in die heiligen Bücherhallen. An jeder Ecke saßen diese Cosplayer, Kinder und leckten sich ihre Wunden, ihre Regenwunden.

Unsere kleine Gruppe, unsere Fünfergruppe teilte sich auf, wir liefen alle durch die Hallen, liefen bis auch unsere wunden beinah Blut leckten und schmerzen wollten. Von einem Stand zum nächsten, wieder zurück, dann nach links, nach rechts, schnell noch nen Buch zur Hand genommen, wieder zurückgestellt, dann nach Stunden ne kurze Rast gemacht, verärgert über diese Intoleranz gegenüber sich Vegan (selbst die Rechtschreibprüfung kennt dieses Wort nicht) und sogar vegetarisch ernährenden Besuchern, dann schnell noch nen Freund abgeholt und weiter, weiter und weiter durch die Bücher, die Messe, zwischen diesen Kindern in Verkleidung. Das war Aufregend, das war Einzigartig, das war körperliche Anstrengung. Dem Benjamin, dem von Stuckrad-Barre beigewohnt, aber schnell wieder abgegangen.  Es war nichts, nicht worüber wir hätten lachen könne, was uns worttechnisch erfüllt hätte. Nein, das war es definitiv nicht. Doch dann war noch Ahne, dem bei seiner Lesung im Berliner Zimmer (ach, wie es mich so erfreute, so ein Zimmer auf der Messe, auf der Buchmesse ausfindig machen zu können) zugehört, -geschaut und sich von ihm auch amüsieren zu lassen. Ja, schön war es doch, ein netter, erfolgreicher Abschluss.

Soweit die Messe, wir suchten aber noch die Stadt auf. Noch schnell ein paar Freunde, Übersetzer vor den Hallen aufgesammelt, vor den Mangaleichen rechtzeitig abgefangen suchten wir in der Stadt einen Platz, Plätzchen zum essen. Wir fuhren und fuhren mit der Bahn, der Straßenbahn von Leipzig, durch Leipzig, endlos. Bis wir dann doch ein feines Restaurant aufsuchten und essen konnten, was uns die Welt so bietet. Vom griechischen Mahl über typisch italienische Gerichte bis hin zu Indischen Spezialitäten, es war alles dabei, alles bestellbar, vor Ort einnehmbar, auch lieferbar, nur nicht nach Berlin oder gar München. Wir stopften uns voll, eine russische oder auch bulgarische Bedienung brachte uns die Spezialitäten des Hauses, der Welt, von Leipzig. Sie bediente allein und wir aßen und tranken in guter Atmosphäre, im Herzen Leipzigs, zu weltlicher Speis, alkoholischen Trank, mit internationalen Freunden, mit kaputten Knochen, abgelesenen Äuglein, ermüdeten Schultern. Es war schön, einfach nur schön, auch lustig, sehr lustig.

Da mussten wir dann auch schon wieder los, in die Hauptstadt, gerade dann, wie es doch so lustig war. Somit auf dem großen Bahnhof zu Leipzig ein paar Bier für die Fahrt besorgt und schwups saßen wir dann wieder im Zug, auf der fahrt zurück nach Berlin, mit anderen kleinen Kindern, ungeschminkten, halbstarken, stark alkoholisierten, die da noch sangen oder es eher versuchten mit dem deutschen HipHop aus ihrem Mobiltelefon erklingenden, mehr kreischenden Gesang. Es war schmerzhaft, bis hin nicht zu ertragen. Beim Umstieg in die nächste Bahn vermieden alle Mitreisenden diese Kinder. Keiner wollte mit denen im gleichen Wagon sitzen. Wir suchten ebenso einen anderen Wagon aus. Da waren aber andere Kinder, die ebenso singen mussten. Aber diesmal ohne Mobiltelefon, aus freien Stücken. Als wenn sie gerade zu nem Casting für eine Talentsucheschau vorsingen wollen würden. Sie waren nicht gut, aber sie waren lustig und alles kniete nieder vor der Hauptstadt. Wir waren müde, schliefen fast alle, freuten uns mit diesen Kindern. In Leipzig war was los, da ging was, wir schliefen fest und wohlbehütet in Berlin.

Am Tag danach war noch ein kurzes Frühstück angesagt und Berlin in den letzten Zügen zu genießen. Denn am Tag danach war die Reise nach München wieder von mir aufzunehmen. Ich tat es. Ich fuhr. Eine weitere Fahrt mit nem Zug. Die Fahrt war ruhig, habe viel gelesen, den neuen Clemens, den neuen Meyer reinziehend erwartete mich wieder München. Doch kurz vor München kamen diese Leute, diese in Zivil. Ich wurde durchsucht. Keine Waffen, keine Drogen, nur den Clemens, den Meyer dabei. Niemand sonst wurde durchsucht, durchsucht auf Waffen, auf Drogen im Großraumabteil. Nur den neuen Meyer hatte ich dabei. Ich fühlte mich Willkommen, gegrüßt von Bayern, wideraufgenommen.

So war es dann auch vorbei, die Woche in Berlin, der Ausritt nach Leipzig, die Widerankunft in München. Nun sind es mehr als zwei Wochen her. Eine Reise hin und her und wieder zurück.

Ostermontagabend

Und noch immer nischt zum Schreiben. Es ist ein Tag der niederschlägt. Das Fahrrad ist nicht gemacht, habe mittags einen Schlaf eingelegt, während dessen ich mal so einfach den Regen, Schnee so halb verpasste. Später dann doch noch nen Spaziergang einlegte. Ein Tag zum Verschlafen. Beim Spaziergang nur geschlossene Lokalitäten gesichtet. Kein wirklich motivierender Anblick. Somit gerade eben noch mir was fertiges zu essen gekauft, bei nem Imbiss, leider überteuert und nicht wirklich schmackhaft und beim Weg nach Hause sah ich ein Paar, ein älteres Paar, welches den Müll akribisch durchsuchte. Deren kleiner Hund sprang aufgeregt hin und her. Den Müll schmissen sie unsortiert einfach neben den Eimer, als wenn sie etwas Bestimmtes gesucht hätten.
Ich ging nach Hause, das Essen wäre sonst zu kalt geworden. Ein Tag, so ein Tag wie heute, da bleibt einem nur Apocalypse Now anzuschauen. Wie gern würde ich jetzt in nem Flieger nach Berlin, um noch zu mindest den heutigen Abend vor Ort zu genießen. Egal, der Tag wird morgen vergessen sein. Noch immer ein Montag wie ein Sonntag.

an einem Ostermontagmorgen

Es ist nichts aufregendes, nichts großartig Nennenswertes. Es passiert einfach nichts Bedeutendes. Da ist dann mal doch die Sonne raus und ich frühstücke ein Ei. Einen Schluck Kaffee hinterher. Dann noch ein Käsebaguette. Alles wie an einem anderen Tag, einem Sonntag. Ich stell mich unter die Dusche, dusche und trockne mich ab. Das kann ich auch die anderen Tage. Es muss nicht unbedingt ein Feiertag sein. Mache mir noch nen Kaffee, trinke diesen, betrachte die Wolkenbehange Welt, Stadt da draußen. Telefoniere mit meinen Eltern, empfinde es irgendwie einerseits traurig nicht dort in Berlin zu sein, andererseits würde es nur wieder anstrengend sein. Wie es halt so ist, wenn man irgendwo zu besuch ist. Vielleicht sollte ich noch mein Fahrrad auf Vordermann bringen. Aber es wird regnen, heute bestimmt noch. Da mach ich mir glatt noch nen Kaffee. Nehme mir noch n Buch zur Hand, um ein wenig zu lesen. Geht nicht, kann irgendwie gerade nicht. Muss wohl mich doch ums Fahrrad kümmern. Vielleicht geht es dann mit dem Lesen. Werde erst mal meine Oma anrufen, nen kurzen Osterplausch führen. Danach noch mit Freunden telefonieren, einen weiteren Osterplausch plauschen. Die schlafen bestimmt noch. Dann wecke ich die erst mal nicht. Ein Tag wie ein Ostermontag halt. Nichts aufregendes, Nichts worüber man schreiben muss, einfach nur ein Montag wie ein Sonntag.

Ein Tag wie ein, kein Anderer

Es ist ein Tag, ein Freitag, Karfreitag, Feiertag, also die beste Zeit für Wäsche, diese in den Waschsalon zu bringen. So tat ich es, um die Mittagszeit, kurz vor zwölf. Unterwegs. Noch schnell den Müll in den Müll geworfen und dann mit dem Rucksack voller Dreckwäsche zum Waschsalon marschiert. Es schien die Sonne, hell, grell, warm. Ich betrat den Laden, den Salon. Völlige, gellende Leere sprang mich an, es machte mich unsicher. Aber offen war. Also nahm ich eine der vielen ungenutzten Maschinen in Betrieb. Nur eine war gefüllt, die war aber mit dem Waschgang fertig, scheinbar schön länger. Nach dem Füllen, dem Bezahlen und Einschalten der Maschine mit der Nummer neun, setzte ich mich, nahm mir mein Buch und las. Draußen schien die Sonne. Im Salon dudelte das Radio. Menschen gingen die Strasse auf und ab, in der Sonne, im Schatten. Einen Augenblick später kaufte ich mir einen Kaffee am Automaten. Der schmeckte nach Instant. Wie immer. Da trat eine Frau mit großen Korb ein. Nur weiße Wäsche. Meine Wäsche war nur dunkel bis hin nur schwarz. Sie verließ den Salon wieder nach der Inbetriebnahme der zwei Maschinen mit den Nummern siebzehn und achtzehn. Da war ich wieder mit meinem Buch, allein im Salon. Das Radio dudelte weiterhin. Ein jüngerer Mann kam, nahm seine Sachen aus dem schon lange fertigen Gang, ließ diese noch schnell schleudern und ging recht flink wieder. Im Radio erklangen die Nachrichten für Bayern, Deutschland, die Welt und ich las weiter. Ein älterer Herr öffnete die Tür und grüßte, ich kannte ihn nicht. Er kannte mich auch nicht, denke ich. Er schlenderte so rein, langsam von einer Ecke zur nächsten und entnahm sich ebenso einen Kaffee dem Automaten. Ich saß und las. Dieser ältere Herr mit seinem Kaffee, setzte sich etwas ab von mir mit auf die gleiche Bank, ich las weiter. Er schaute sich um, sprach kein Wort, er trank. Meine Maschine war fertig. Ich entnahm dieser meine nasse Wäsche, die noch immer dunkel war und steckte diese in Die Schleudermaschine. Wie ich dann am bezahlen bin, war der ältere Herr spurlos verschwunden, einfach so, ohne sich zu verabschieden, ohne fertig gewaschene Wäsche abzuholen, nur um mal schnell oder eher langsam einen Kaffee zu trinken. Meine Wäsche schleuderte, ich las weiter. Das Radio dudelte. Sie spielten Oasis. Völlig unerwartet stand dieser Mann wieder vor mir, sprach kein Wort zu mir, ging gemächlich nach draußen und verschwand diesmal endgültig, ohne gewaschene Wäsche, nach einem Schluck Kaffee, Instantkaffee. Ich packte ein, lief die Strassen entlang, mal in der Sonne, mal im Schatten. Ein Tag, ein Freitag, Karfreitag, Feiertag. Die Wäsche trocknet in der Sonne vor sich hin.

Die Schlange der Verspätung

Das war das Warten auf das Warten. Alles hatte Verspätung, jeder, jeder der Einzelnen. Alles ließ auf sich warten. Wir alle warteten zusammen auf die Verspätung. Die Verspätung kam dann auch verspätet. Und ich dachte schon, wäre verspätet dran. Wie ich so mich in die Gegend hinaus ließ, da war es kühl, aber ich schritt mit langsamen Schritte, schon in nem flotten Schritttempo meines Weges. Da war dann so ein Mann mit Tisch, einem Tisch mit Rädern an den Füssen, zum schieben, jener schob diesen Tisch mit vielen Kästen drauf, die waren gefüllt mit vollen Flaschen, klarem Wasser. Der Weg war uneben, unrein, nicht sauber zu bewältigen. Er bewegte sich, den Tisch, das Wasser langsam, behutsam, nichts sollte fallen in die Tiefe. Er musste sich gut anstrengen. Die paar Kästen hätte er aber auch tragen könne, mit ein zwei Wegen mehr, so dachte ich mir. Dann wäre es schneller gewesen. Aber er schob behutsam weiter, dass kein klares Wasser fällt auf die unebene Ebene. So schritt ich weiter und weiter, denn verspätet wollte ich die Verspätung nicht noch verpassen. Dann kam ich doch glatt über eine andere unebene Ebene entlang, die eben auch ihre Tücken besaß. Da kam ein anderer Mann, ebenso einen Tisch mit Rollen an den Füssen der Tischbeine am schieben. Kein Wasser stand drauf, keine Kiste hätte fallen könne. Nein. Es waren Tassen, viele kleine und große Tassen standen auf diesem Tisch. Die durften nicht fallen. Er schob ebenso über diese unebene Ebene behutsam und voller Konzentration. Er schob diesen Tisch in die Richtung eines Hauses, welches neubezogen wird gerade und Tassen dürfen da ja nicht fehlen. Tassen kann man aber gut in eine Kiste in Zeitung eingewickelt transportieren, nicht auf nem Tisch mit rollen schieben. Aber er tat es. Ich bekam ein klein wenig Angst. Ich schob mich schnellst möglich davon. Meine Verspätung wäre sonst wiederum noch verspäteter geworden. Aber dann saß ich da, auf die Verspätung wartend. Die Verspätung verspätete sich halt, also war ich somit am beobachten. Es stand eine junge Dame am Warten so daher. Sie beschäftigte sich mit einer Verpackung. Ihr jung geschnittenes Haar ließ mich im ersten Anschein sie als jung einschätzen. Doch wie sie ihren Kopf so hob, ward ihr ach so junges Dasein verflogen. Schnips. Von da zu mal. Von hier auf jetzt. Urplötzlich. Ganz schnell, unerwartet war sie gealtert. Viele Verbrauchsspuren erschienen in ihrem Gesicht. Die machten sie älter, als ihr Haar. Vielleicht war sie noch gar nicht so alt, vielleicht beschrieb ihr Haar ihr Alter, nicht ihr Gesicht. Sie stand angestrengt da und versuchte eine Packung zu öffnen. Sie kämpfte mit ihren Händen, ihren Fingern und der sich darin verfangenen Packung. Die Packung war verschlossen, verpackt. Aus der Entfernung konnte ich es nicht so recht entschlüsseln, erkennen, worum es sich dabei handelte. Ich meinte erst, es würde sich um eine neumodische, -artige Verpackung für neu auf dem Markt erschiene Kaugummis handeln, oder auch Gummifrüchte. Etwas was sich schwer zu öffnen lässt. Vielleicht waren ihre Finger, Hände einfach viel zu rutschig, fettig, zu sehr eingecremt. Sie rutschte mit den Fingern an der Packung entlang. Sie kämpfte einen Kampf wie bei David und Goliath gegen die Verpackungsindustrie. Und die Verspätung ließ uns eiskalt warten. Sie verzweifelte, ich verzweifelte beim puren Anblick. Ich wollte fast zur Hilfe eilen, aber da kam mir der Gedanke, dass sie vielleicht ja wirklich noch gar nicht so alt sein konnte. Sie würde es ja doch allein schaffen können. Also blickte ich wartend, erwartend, dass sie die Packung entpackt bekommt. Da habe ich einen kurzen Augenblick nicht geblickt, kurz die Nase geputzt, gesäubert, mit nem Taschentuch. Sie wusch ihre Hände, mit feuchtem Tuch, aus dieser beschriebenen Packung. Eine Packung voll feuchter Waschtücher zum sofortigen entsorgen im Müll. Ich fühlte mich verschaukelt, angearscht, von der Verpackungsindustrie hintergangen, geblendet, hinters Licht geführt. In dem Moment war ich David ohne Kampfhandlung. Aber in einem Punkt hatte ich Recht, ihre Finger. Es waren ihre Finger, ihre Hände, diese davidösen Hände, die den Kampf aus ihrer Notdurft heraus aufnehmen mussten. Wie dreckig, fettig, rutschig die Welt doch sein kann. Ein Kampf ums Säubern und abermals Säubern. Die Verspätung traf ein. Das Warten hatte ein Ende. Die Frau, diese junghaar-altegesicht Frau war rein.
Später, nicht allzu, erblickte ich eins wieder, ein Waschtuch, feucht, welches genutzt wurde zum Säubern von Händen einer jungen Dame. Deren Haare waren jung geschnitten, deren Gesicht ebenso. Sie war jung und entfette ihre Hände, Finger. In so ein paar Minuten im vollen Verspätungsrausch, was da alles so geschehen kann, ich war überfallen, -wältigt.
An diesen Feiertag, diesen kommenden, lassen die Leute so einiges mit sich machen. Eben noch ein Paar, ein Chef mit Schlips und eine Assistentin mit Bläser auf der Strasse entlanglaufend erblickt. Sie waren auf dem Weg zum Homeoffice. Er trug den Drucker, sie hielt die Packung voll unbedrucktem Papier. Ein Homeofficegang. Ein verspäteter Homeofficegang, meinte ich. Aber genauestens konnte ich es nicht wissen. Was wissen wir schon. Ein paar Minuten um mich geschaut und ein paar Dinge erblickt, dachte ich mir schon den Rest.

Übrigens während dieser Minuten erklang ein Lied aus meinen Kopfhörern, der Song zum Text zum Geschehnis, den Geschehnissen, zu der reinen Verspätung.

Ein Paket erwartet und nicht bekommen

Da sitze ich und sitze so daher, warte was das Zeug hält und nach nem kurzen aber teuren Telefonat erfahre ich, dass es nicht heute kommen wird, das Paket. Also einen anderen Tag warten. So ein Mist aber auch, denke ich mir so, noch halb im freudigen erwarten des Pakets. Na wie ich dann so rausgehe und gehe und laufe, da spricht mich doch glatt von weit hinter mir eine ältere Dame an. Ich höre es so im Mix der Musik über die Kopfhörer. Sie spricht laut. Ich nehme die Kopfhörer ab, drehe mich um und denke mir so einiges, aber eher was böses, dass sie mich anpflaumt. Dann spricht sie noch mal und sagt, was sie zu sagen hat. Meine Umhängetasche sollte ich nicht so offen lassen, da kann ja jemand ganz schnell, problemlos mir rein greifen und meine Geldbörse und Papiere klauen und den Schlüssel hinzu. Da beruhige ich die Dame und spreche zu ihr. Keine Sorge, ich habe keine Börse und erst recht keine in der Tasche. Da kann mir keiner was klauen. Niemand kann mir was aus der Tasche was, außer einer Zeitung, einer Tageszeitung entreißen, stehlen, wegnehmen. Sie meint nur, dass es ihr schon geschah, einfach so, aus einer verschlossenen Tasche. Ich bedanke mich und drehe mich auf meinen Weg, diesen wieder aufzunehmen, um. Sie spricht noch mal was, ich höre es nicht, auch weil ich es nicht unbedingt hören möchte, ihr aber nichts Böses will. Aber mein Weg, den muss ich doch weiter wahrnehmen. Da sehe ich im Augenwinkel wie eine Pappschachtel durch die Gegend fliegt, sie flucht, während sie die Schachtel in die Gegend hinein schoss. Sie flucht etwas von diesen Dreckspatzen. Spatzen sieht man selten, hier zu mindest. Ich gehe meinen Weg, will mich nicht damit befassen, vergesse glatt, dass ich ja wütend gemacht wurde zuvor. Es gibt ja so viel Dreck auf dieser Welt und diese Spatzen erst einmal, da wartet man ja doch noch mal einen Tag auf ein zu erwartendes Paket. Vielleicht bringen es mir ja die Spatzen vom Dach, das Paket. Ich gehe, laufe, freue mich auf mein Warten. Die Musik erklingt wieder in meinen Ohren.

Voll und ganz und wieder niedergestreckt…

…lag ich doch gestern glatt wieder dem Abgrund nahe. Der Kater schlich sich noch den Tag zuvor, der Morgen war bestückt von einem recht gemütlichen Wohlgefühl. Aber dann, später, mit dem Weg zur Arbeit machte sich ein Schmerz breit im Bauch, im Magen, in meinem Magen. Es war ein Schmerz wie von Sinnen, wie von der Schleimhaut, der vom Magen. Also konnte ich nicht allzu lange auf Arbeit bleiben, blieb auch nicht lange, ging etwas früher, auf fast direkten Wege nach Hause. Musste mir ja noch was zum Essen besorgen, was Magenschonendes. Es schmerzte und der Abend war Schmerzerfüllt. Da hab ich ihn wohl arg gereizt, den Magen. Da meldet sich so n Organ auf kurz oder lang in unannehmbarer Art und Weise zurück. Es war heut morgen überstanden, der Schmerz war verschmerzt. Aber der Genuss diverser Genussmittel wird mir in zeitnaher Zukunft zeitlich verwehrt bleiben müssen. Alkoholika und Diverse waren da wohl sehr dran schuld. Jetzt sogar, wo Ostern in nicht allzu ferner Ferne liegt. Vielleicht hätte ich da mal nicht in der anfänglichen Karwoche soviel genossen und mich zurückgenommen, gefastet was das Zeug hält. Aber ich bin ja Keiner dem Glauben gebunden, solchen Rieten verpflichtet, kann ja lassen und tun, was mir in meinem Kragen passt. Aber da platze mir gestern fast der Schuh. Jetzt ist es ja so gut wie vergangen und ich werde erst mal so kurz oder lang die Kost schonend mir einverleiben. So dass, es Ostern auch mal etwas genussvolles sein kann, dass mein Magen nicht wieder rumbittert und liebevoll vor sich hin verdaut.

Entkräftet

So liege ich schon den ganzen Tag lang langgestreckt auf dem Bett und erlange so langsam einen Zustand der Entmüdigkeit, Aber es ist schon sehr spät, gerade auch wegen der Umstellung der Zeit auf eine Stunde keine Ahnung was und bemerke eigentlich dass es wieder an der Zeit ist einzuschlafen. Der Kater ist jedenfalls halb vertrieben, das Übergeben auch soweit überstanden und das Wochenende auch eigentlich wieder vorbei. Und nächste Woche ist schon wieder Ostern. Vielleicht verstecke ich mir ein paar gefärbte Eier. Oder ein paar Osterhasen. Aber auch vielleicht gar nichts, esse nur Osterschokolade. Jetzt bin ich jedenfalls fast vollständig entkatert und nehme schnell mal ne Mütze voll Schlaf, dass die nächsten Tage schnell vorüber sind wegen Osterfestlichkeiten. Vielleicht gehe ich auch mal in die Kirche. Eine willkommene Abwechselung, auch mal an Ostern die Einrichtung aufzusuchen, von der diese Festlichkeit gesteuert und gelenkt wird. Mal sehen. Alles ist möglich, alles ist unmöglich, alles kann sein und auch nicht.

Lehrgutannahmeautomatentanz

Dahingehend wollte ich die leeren Flaschen, das Leergut, diese Mehrwegflaschen schnell, problemlos ohne Umschweife abgeben, in den Autoamten einlegen. Das rote Licht leuchtete. Nichts Wirkliches dachte ich mir dabei. Die Klappen ließen sich nicht öffnen. Eine Frau, ein anderer Kunde wollten ebenso, ebenso das Leergut loswerden, das Pfandgeld einsacken. Ich rüttelte und rüttelte an diesen Klappen für die Fächer zum reinstellen der leeren Flaschen oder Gläser und keine einfachen Einschublöcher zum einlegen des leeren Pfandguts. Also einfach mal angefragt, rumgestanden, anderes, dafür zuständiges Personal gesucht. Nichts. Keiner war da, kein Zuständiger konnte helfen. Die anderen Leergutabgabekunden waren auch nervös auf und ab gegangen, schauten nach links, nach rechts und erblickten genau so wenig Die Zuständigkeit, wie ich. Somit wartete ich noch, die Zuständigkeit für die Leergutannahmestelle war nirgends einsehbar, zu erwischen. Die Überlegung war, einen anderen, funktionierenden Automaten zur Rückgabe des Pfandes aufzusuchen. Weiterlaufen. Ein paar Schritte mehr am Nachmittag gemacht zu haben. Die Überlegung blieb für einige, wenige Minuten noch, doch ich entschied mich dann doch für die Überlegung. Also lief ich entschlossen zum nächsten Markt mit Rücknahme für übrigens Mehrwegflaschen, die ich wieder in den Umlauf bringen wollte. Der Weg war nicht weit, aber bevölkert von Menschen, Leuten, die wirr im Zickzack laufend die Strassen belagerten. Da mal nen Hund fast überrannt, hier ein Kinderwaagen beinah in den Hacken geschoben bekommen, erreichte ich diesen Automaten, diesen funktionstüchtigen Automaten, diese Station für Leergutrücknahme mit Pfandausgabe. Lange musste ich nicht warten, es gab keine Schlange davor. Ein einzelner schob seine Flasche rein und zog seinen Bon. Dieser Automat war mit Einschubloch versehen, hatte keine Klappe. Ich schob meine Flaschen rein, eine nach der anderen, zog mir den Bon, siebenundvierzig Cent waren drauf, auf den Bon gebrannt. Ins Geschäft rein gerannt, ein zwei Dinge zur Ernährung aus den Regalen genommen und ab zur Kasse gelaufen, erhielt ich endlich meinen Pfand zurück, in dem es gegen gerechnet wurde zum Einkaufspreis. Es freute mich. Ich tanzte, wenn auch nur innerlich. Mein leeren Flaschen losgeworden. Es war erleichternd.

Das Phantom von M.

Da saß dieser Junge, mit seinem halblangen Haar in schwarz. Er war bestimmt besoffen, denn er schlief im sitzen und sein Kopf fiel, fiel andauernd nach vorne, wieder zurück und wieder nach vorn über. Ganz langsam nach vorn über viel dieser Kopf und war in windes Eile wieder zurück in bekannter, ganz normaler Stellung eines Kopfes. Die Augen waren geschlossen. Sein Nasenring, sein dickes Metall durch seine Nase blinzte im Lichte der Nacht. In dem Moment fiel es mir dann ein, ich kannte diesen Jungen aus vielen Ecken Münchens, vom Sehen her. Er erschien überall, überall da wo ich ihn nicht zu sehen erwartete, wie eben diese Nacht. Oft sah ich ihn am Tierpark, an der Isar, mal mit nem Kasten Bier in den Händen, mal mit nur einer Flasche, mit Freunden von Ihm (so wie ich es einzuschätzen vermochte), sah wie eh und je aus. Dann war er auch mal in der Stadt, inmitten der Stadt, aber sehr oft einfach nur vor dem billigen Lebensmittelladen anzutreffen. Immer ein oder zwei oder drei Bier dabei. Irgendwie dachte ich mir schon vor ner Ewigkeit von diesem Nasenringeinwohner der Stadt verfolgt zu werden. Er war eben auch mein fast erster Eindruck der Jugend dieser Stadt.
Nach dem sich einige viele Menschen mehr um ihm bewegten und regten, erwachte er, bewegte seinen Kopf auf, dann von links nach rechts, öffnete den Mund mit der linken Lippenhälfte voraus aufziehend und deutete einen gesungene Schrei nach. Er schien Musik zu hören, zu genießen, mit zu erleben. In dem Moment konnte ich es nicht so recht einschätzen, ob ich amüsiert sein sollte, Mitleid haben müsste oder doch nur als gegebene Gegebenheit hinnehmen sollte. Ich entschied mich nach weiteren Beobachtungen für das letztere. Er bewegte den Kopf immer heftiger, so dass selbst sein halblanges Haar im Zuge wehte. Die Leute um ihn wirkten zwar irritiert, aber nicht so dass sie sich von ihm abgewandt hätten. Die meisten waren eh angetrunken und in nem ähnlichen Bewusstseinsstadium. Sie bewegten sich fast mit.
Bin mal gespannt, wann und wo ich ihn das nächste Mal wieder antreffen werde, vielleicht in der Seifenabteilung von Karstadt (die übrigens hier nicht so gut sortiert ist, wie die, die ich in Berlin erfahren durfte), aber vielleicht auch in der Pinakothek der Moderne neben einem Stuhl, entwickelt in den zwanziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts oder einfach doch nur wieder irgendwo auf der Strasse von München mit ein paar Bier. Und er bewegte sich immer stärker mit seinem Oberkörper, zu einer sich zu bewegten Musik, scheinbar. Diese Jugend, diese münchener Jugend. Anzutreffen überall, Phantome der Strassen.

Ein Essen gemacht, eine Anleitung dazu?!

Es ist Zeit, es ist Zeit zum essen, zur Nahrungsaufnahme, irgendwann immer an einem Tag der Woche, eines Monats. Ein jeder Tag ist dafür bestimmt worden. Kluge Leute haben festgestellt, dass es von hoher Notwendigkeit wäre. Davon bin noch immer nicht überzeugt. Aber, so soll es nun sein. Habe zwar keinen Appetit, noch nicht mal den entsprechenden Hunger, geschweige denn Ambitionen etwas der artiges zu tun. Aber diese klugen Köpfe, sie meinen was anderes. Mein Kopf ist nicht klug genug, dies so zu akzeptieren. Nun ja, es ist dann wohl zu tätigen, das Essen. Das Machen ist noch eine andere Angelegenheit, eine wahrlich immense Herausforderung. Essen hier, Essen da und dann ist man an Grenzen angelangt, dieses, jenes auch zu zubereiten. Na ja, da sollte ich es aber doch wagen, denn die Notwendigkeit treibt es ein. Es gibt ja glücklicher Weise Reisgerichte im Beutel ohne Fleisch, mit Gemüse, auch ohne, mit heftiger Gewürzmischung, aber auch ohne, die schnell zu zubereiten sind, so wie es die Verpackungsbeutel versprechen. Da greife ich mal so ganz schnell eins, gefunden in meinem Kückenschrank, der da in der Küche am hängen ist. Einige Schränke stehen auch in der Küche. Andere hängen halt. Wieder andere hab ich erst gar nicht. Nicht jeder Schrank gehört in die Küche, nicht jeder Schrank hat auch Platz in der Küche, in dieser kleinen. Ein Resigericht mit Geschmack, wie versprochen wird, mit Käse und Spinat versehen. Ein Fertiggericht, ein Gericht zur fertigen Zubereitung ist dieses Reisgericht. Aber Fertig meint in meiner Welt fertig und nicht noch fertig zu machen. Also doch eher ein Halbfertiggericht im Beutel zum fertig machen abgefüllt und billig verkauft soll es einem das Machen von Essen erleichtern. Schnell soll es machbar sein. Mit wenig Wasser die Pfanne füllen und den ganzen Inhalt des Beutel hineingerührt. Es soll gelingen, einem jeden. Ich tu mein bestes, alles an Werft werfe ich hinein. Einmal so umgerührt und wieder entgegengesetzt. Es kocht. Das Wasser verschmilzt mit dem Käse, dem Spinat, dem Reis zu einer Einheit, zu einem Reisgericht von fertiger Natur. Da passiert es auch schon, nicht verbrannt, nicht schwarz, aber angehangen liegt es in der Pfanne. Ich rühre wieder und wieder. Es liegt nicht mehr angehangen da. Der Schweiz perlt mir von der Stirn und verheddert sich in den meinigen Augenbrauen. Schnell doch noch n Schluck Bier zur Kühlung meines hochheiß gelaufenen Motors hintergekippt nehme ich nun die Pfanne von der erhitzten Plattform des Elektroherdes und portioniere das Fertigreisgericht auf einem Teller zu einer Portion nur für mich allein. Eigentlich bräuchte ich eine Pause von all dieser Anstrengung. Aber jetzt ziehe ich es durch. Jetzt stehe ich meinen Nahrungsaufnahmemann. Also stecke ich die Gabel rein in den von Spinat und Käse umhüllten, weich in der Pfanne gekochten Reis und nehmen dieses Gericht zu mir. Es ist schon ein wenig kalt, es geht runter, richtig gut sogar. Somit hab ich mich den klugen Köpfen gebeugt, somit hoffe ich dass ich bald auch dazugehöre. Ein wenig Klug vom Essen, ein wenig Klug das getan zu haben. Morgen wird es wohl wieder so sein. Mal sehen was ich dann an Klugheit mir einverleibe, an Halbfertignahrung von Reisgerichten erwärme. Ach, wie schön kann so ein erfolgreicher Abend mit Essen sein. Wohlgefühl macht sich breit.

Es leuchtet ein Stern, ein zweiter, ein weiterer, viele mehr oder meine Begegnung mit der…(was weiß ich für eine) Art

Eine Frau steht erst, setzt sich dann und sieht nicht gesund aus. Mager, ein wenig eingefallen mit eingerissener Hose, die schon so im Laden als Neuware verscheuert wird. Das Gesicht ist faltig, eingefallen, nicht frisch, auch gerade so aussehend, hervorgerufen von dunkel bis tief schwarz ummalten Augen. Nicht gesund wirkend. Ihre Arme sind frei, einsehbar, übersät von vielen, ganz vielen großen und kleinen roten Punkten. Sie hat was Krankes an sich. Sie schaut überall hin, nach vorne, zur Seite, links, rechts, nervös. Die ‚DB Sicherheit’ steht, schaut ebenso umher, beleert Leute mit Kinderwaagen. Sie tragen kurzärmliche Hemden, Uniformhemden. Es ist wohl Sommer. Jetzt, heute, hier in MadIsar. Die Stadt lebt den Sommer, auch wenn der Sommer noch weit, weit in der Zukunft liegt. Die Uniform sitzt aber nicht, auch nicht im Sommer. Die hoch sitzenden Gürtel, Halfter sind bestückt mit dicken Handschuhen, Schlagstöcken, vielen kleinen ‚Sicherheits-Utensilien, ebenso angefangenen Colaflaschen aus Plastik. Nicht schick, einfach unschick. Um mich sitzen Frauen, Mädchen, stehen Männer und tippen auf ihren mobilen Telefoneinheiten, -gerätschaften. Touch me. Touch me, bis dir der Finger rot wird, bis der Zeigefinger nur noch Horn ist. Das eine Mädchen spielt Tetris. Kein Telefon ohne Tetris. Und ich, ich sitze da und lese, nein, beobachte, höre den Hot Hot Heats zu. Die schreien mir ins Ohr und schreien mich voll. Das ist auch gut so, ich fühl mich wohl. Weg mit dem Buch, her mit Tetris! Und dann Der Himmel, er ist dunkel, entfärbt. Ein paar Punkte, Sterne mittendrin, blinken mal blau, mal rot, einfach hell auf. Wie eben so ein fliegender Stern halt so aufleuchtet und wieder nicht aufleuchtet. Geleert hebe ich ab und lass mich fallen.

Schnell, schnell, ganz schnell nach Hause!

Genau das wollte ich irgendwie, um zu schlafen, um früh wach zu werden, um früh zu frühstücken, um alles richtig flott zu machen. Da stehe ich nun, sehe auf diese Uhr. Ich starre förmlich diese Zahlen an, diese Punkte, die diese Zahlen ergeben in ihrem Zusammenspiel, in ihrer Anordnung. Extra so zum Leuchten gebracht. Nur es ist ein mir merkwürdig vorkommender Countdown. 0:28. Die Sekunden zählen durchgehend im Sekundentakt. Das ist ein recht komisches Zählen. Nach einer ganzen Weile erblicke ich, dass die Sekunden gar nicht abzählen, sie zählen aufwärts, in den üblichen Fortgang. Es ist doch nur eine ganz schlicht normale, stinkeinfache Uhr. Die Uhrzeit. 0:28. Es ist nur die Uhrzeit, die Atomuhrzeit. Die Sekundengenauigkeit wird genau in der Sekunde von kleinen leuchtenden, aneinandergereihten Leuchtpunkten, die dementsprechend aufhellen dargestellt. Kein abzählen von irgendeiner unglaublichen, phänomenalen Einkaufszentrumseröffnung. Nur eine Uhr für die Uhrzeit, zu eben der Zeit, die angezeigt wird, ist da an der Wand, dieser Häuserwand, hinter Glas. Es wirkt gleich viel langsamer, das Zählen, das darstellen der Zeit, der entsprechenden Uhrzeit. Ich wende mich ab, ich bin nicht mehr interessiert. Doch kein Einkaufzentrum zur baldigen Neueröffnung. Ich auch nicht in Ein Einkaufszentrum. Ich bin zu müde, es ist spät. 0:28. Italiener in zahlreicher Anzahl umzingelt mich. Sie sprechen laut und unterhalten sich, über was auch immer. Meine Musik in den Ohren stelle ich laut, lauter, richtig bis fast zum Maximum. Sie sprechen lauter, bis zum Maximum der Lautstärker meiner Kopfhörer und drüber, lauter. Die Musik ist keine Musik als diese wahrnehmbar.
Müde und vollem Desinteresse will ich sofort schlafen. Dann spricht ein Italiener in meinen Raum. Aber er spricht gar nicht. Er rappt ein Song nach, der aus irgendeinem Mobiltelefon herausschallt. Es erscheint langsamer, als denn sie es sprechen würden in Italienisch.Sie sprechen schneller als sie rappen. Ich bin müde. 0:28. Schon 0:31. Bald schlafe ich. Jetzt rappt er nicht mehr. 0:32. Bald ist mir die Uhr aus dem Sinn. Der Rapper, der Italiener ebenso. Die Musik in meinen Ohren wird von mir wieder reduziert, ist nicht mehr laut, ich fühl mich auch gleich wieder leiser, noch mehr der Müdigkeit verfangen. 0:33. Schlafenszeit, genau der Atomuhrzeit, nach jeglicher gefunkten Zeit entsprechend einzuhalten von mir. Sofort. Guten Schlaf! 0:33.

Im Bus. In Berlin. Ziel vor Augen.

Lichtenberg. Mitternacht. Den vorletzten Bus verpasst. Leipzig wartet. Also was wäre zu tun gewesen? Zwanzig Minuten warten auf den letzen Bus, nen Taxi nehmen, Bahn fahren oder doch eine Station vorlaufen? Ich entschied, die Station vorzulaufen. An dieser Station angekommen, musste ich doch immer noch mehr als zehn Minuten auf den letzen Bus warten, bevor er Nachtbus zum Einsatz kommt. Da wartete ich. Ein Taxi, mehr Großraumtaxi nach dem anderen fuhr vorbei. Das eine besetzt, das andere frei. Sie fuhren an mir vorbei. Der Bus in nicht allzu weiter ferne. Im Hintergrund, vom anliegenden Spielplatz, in Lichtenberg lärmte es jugendlich, angetrunken, voll spaßiger Freude. Es ist warm, der Winter so gut wie vergessen, Berlin lebt auf der Straße. Das war der Gedanke. Ein Gedanke und weiter. Der Bus kam, ich zeigte meine Karte. Ein Mann mit heller Jacke kam mir drin entgegen, er stieg nicht aus. Musste ja auch nicht sein. Unbeachtet lief ich an einer Rolltasche vorbei. Sie stand beim Fahrer, hinter ihm, am Platz angelehnt. Der Mann in heller Jacke setzte sich daneben und hielt die Rolltasche. Sie war geschlossen. Einige Haltestellen später stiegen ein paar Personen ein, ein paar wenige ebenso zu und wieder aus. Langsam dann Treptow Bahnhof erreicht. Standen, saßen ein junger Herr und eine Dame recht jung daher, rum, ohne Anstalten zu machen zu zusteigen. Sie warteten. Wir ebenso. Nicht auf die beiden. Einfach nur so, wartend auf die Abfahrt. Die Zeit musste abgewartet werden. Die Zeit war viel zu schnell eingeholt. Da muss man stehen, warten und rechtzeitig wieder abfahren. Fünf Minuten waren es. Der Mann mit heller Jacke stieg beim Fahrer aus. Die blieb offen. Die Rolltasche stand weiterhin im Bus. Der Mann in heller Jacke fand eine leere Flasche, gefüllt zuvor von Bier und entleerte diese vom allerletzten Rest. Es war Pfandgut. Sammeln nicht mehr Sport, als Neben-, fast schon Hauptverdienst. Der Mann sprang wieder in den Bus und verfrachtete das leere Pfandgut in seine, bis oben hin gefüllten Rolltasche. Voll Pfandgut. Eine Pfandrolltasche. Ein Sammler, der ältere Herr in heller Jacke. Er setzte sich. Er hielt die Rolltasche fest. Der Bus fuhr wieder los. Immer das Ziel vor Augen. Die Buchmesse wartete, wartet noch immer. Dafür werde ich in wenigen Minuten aufstehen müssen. Es ist nun nach ein Uhr. Der Herr in heller Jacke hielt die Tasche. Der Bus fuhr, bog ab, fuhr weiter. Das Auto vorne weg stoppte, wollte abbiegen, bereitete den Fahrer vom Bus Schwierigkeiten zum Weiterfahren. Der Bus hielt spontan. Die Rolltasche war mal kurz nicht gehalten, sie fiel. Das Pfandgut rollte durch den Bus. Ein Lärm der die Busruhe des Nächtens störte. Keine Scherben. Es schepperte. Der Herr in der hellen Jacke räumte auf. Es war warm. Berlin bietet es. Mit heller Jacke versehener Herr stieg wenige Haltestellen später mit all seinem Pfandgut aus. Eine Dame, angetrunken wirkend saß auf einem Motorroller, am Gehsteig und schien gedanklich zufahren. Die Rolltasche voll Pfandgut war vom Herrn in heller Jacke mit beim Ausstieg rausgezogen wurden. Sie war gefüllt. Halt Berlin bei warm gewordener Nacht. März. Frühling. Der letzte Bus bevor der Nachtbus eingesetzt sein wird, wurde, ist. Jetzt werde ich schlafen, wenige Minuten, bis gleich auf der Messe, bis gleich in Leipzig. Mein Gedanke, eine Rolltasche gefüllt mit Pfandgut ist gut. Keine Scherben.

Ohne Plan geht nicht, gibt’s nicht, wird nicht gemacht! Punkt! Aus! Pasta!

Dieses eine Bier, dieses eine Wodka, dieses irgendeine Getränk war wohl etwa das eine zu viel? Ich denke gerade, mit meinen leichten Kopfschmerzen kämpfend, das dem so ist. Dieser eine Kopf, auf meinen Schultern hängend, macht diese Anstalten. Aber egal, damit muss ich jetzt leben. Wie oft passiert das, wie oft kommt das vor, wie selten macht man es. Sehr, das weiß ich.
Nun wird der Tag zu planen sein, wie man es im Urlaub so machen muss. Jeder Tag sollte geplant sein. Urlaub ohne Plan ist wie ein ungeplanter Ausflug ins Blaue mit Dunst. Einfach so. I thought so. Da plane ich mal meinen heutigen, nächsten Ausflug zum nächsten Eisladen. Sonne scheint auch zu genüge dafür. Die sonnigen Klamotten übergezogen, noch ein zwei Leute eingepackt, die Tiere gefüttert, den Kaffee ausgetrunken und dann geht es los. Einfach so. I thought so.
Die Bank anbetteln, für n paar Groschen Geld, die Sonnenschutzcreme natürlich nicht vergessen und das alles im Urlaub. Einfach so. I thought so.
Aber es müssen auch zwei drei andere Dinge gekauft werden, die darf ich vor lauter Urlaubswahrheit nicht vergessen, ansonsten gibt es nichts zu essen, zu trinken, zum zutun. Somit. Einfach so. I thought so.
Jetzt wird es Zeit, der Urlaub ist sonst verplant, aber nicht planmäßig eingehalten. Das darf nun wirklich nicht geschehen.

Das Warten

Nun endlich los, los zum Ziel, zu dem Ort, Platz, den wir aufzusuchen uns ausgedacht haben vor wenigen Minuten. Doch erst einmal Staub saugen. Der Sauger ist noch lange nicht eingesteckt, eingestellt, am Brummen. Da wird ein Topf abgewaschen, der Müll verknotet, die Wäsche zusammengelegt und vorwurfsvolle Diskussion angeregt. Das nächste Staubkorn zweimal umgedreht, damit es auch wirklich als solches identifiziert wird und somit entsorgt werden kann. Dann ein Gespräch da, ein Geblabbere hier. Der Jazz tönt dann mal wieder laut in alle Räume, ewig und immer das „lass dich nicht stören!“-Geraune zum tausenden Male in mein Gesicht gebrüllt. Die Zeit verstreicht, Berlin dreht sich schneller und schneller, dass es gleich Abendbrotzeit sein wird und jetzt heiss ich auch noch Premium – DE, weil der mir gerade auf meine Brust geklebte Aufkleber dies so verspricht. Eine Nervosität hier macht mich ruhig, eine Aufgeregtheit da macht die Langsamkeit in diesen, hiesigen Räumlichkeit eher lächerlich. Jetzt endlich klackt der Sauger und das Rad der Schnurr zur Stromzufuhr rattert. Der Saugarm knallt gegen das Regal, bleibt am Tischbein hängen, die Schnurr verheddert sich im Vorhang. Die beine musste schnell mal weggehoben werden. Bald ist das Warten vorbei, es hat fast sein Ende erreicht und dann geht es endlich los, noch ein wenig ausharren und dann sind wir schwuppdiWupp hier weg und von dannen. Ach nein, doch noch ein Staubkrümel gefunden. Das kann wieder dauern. Hoffentlich nicht allzu lange, hab schon aus Warterei, Langeweile die Zähne geputzt, zum zigsten Male. Somit!

Der Weg, die Fahrt, der ältere Herr

Da saß er, dieser ältere Herr, er schwankte und wankte nach vorn, nach hinten, zur Seite und verkrampfte, denn Kontrolle halten über seinen abgefüllten Körper ist wahrlicht schwer. Ich setzte mich ihm gegenüber. Ein Platz, der mir aus der Ferne angenehm, sitzwürdig erschien. Neben Halbstarken, gegenüber irgendwelchen mit Engels- und Herztattoos übersäten Schwarzmalern wollt ich mich gerade nicht platzieren, mit denen hat ich keine Lust die Fahrt im Bus zu verbringen, auch nicht bei den wenigen Halts. So saß er, der ältere Herr mir gegenüber und ich ihm. Er saß noch immer verkrampft. Umkippen musste nicht sein, sollte nicht passieren. Dann die Bewegung. Hin und her geschwankt, eine Hand ausgestreckt, die andere zur Hilfe geeilt, aus der Tasche ein mobiles Telefon herausgeschoben, -gezogen, -genommen. Der Blick versuchte fixierend in der Ferne sich festzukrallen. Erst mal wieder Kontrolle. Es war viel Bewegung drin. Das Telefon in der einen Hand, die andere Hand an das Hosenbein festgesaugt, die Augen drehen sich, der Kopf entgegengesetzt. Alles schwankte für den älteren Herrn. Doch dann war es schnell wieder gut, es wurde mal kurz überschaubar und er tippte schnell, kontrolliert ein paar Zahlen ins Telefon, hielt dieses ans Ohr und wartete geradeaus schauend. Mein Gedanke, der Schlüssel, meine Befürchtung, das Verhaaren im Verkehrsmittel, meine Erwartung, ohne Empfang.
Hallo, ich habe meinen Stoffbeutel bei dir verloren,…., verloren, ja, vergessen. Macht nichts, geht schon. Ist gut!
Sehr kontrolliert, sehr verhalten, dabei lallend. Das Telefon ausgeschalten, schnell der Umstände entsprechend eingesteckt verriet sein Blick, dass das Aussteigen nahte. Meine Beine auch mal zur Seite geschoben machte ich m ich bereit, den älteren Herren aufzufangen, hochzuhieven bei einem möglichen Schlenker ins Ungewisse. Er schwankte hielt sich da, dort, hier fest, machte einen unheimlich instabilen Eindruck. Er fiel nicht. Niemanden hat er berührt, niemanden hat er angerempelt. Die Tür ging auf, er stand da und brabbelte was vor sich hin und dann das. Der eine Schritt, nach draußen war fast unmöglich. Die Türen schlossen wieder. Er stand dazwischen. Die Türen öffneten wieder. Er stand, hing förmlich noch im innern festhaltend zwischen drinnen und draußen.
Die Türen schlossen wieder. Er dazwischen noch immer. Die Türen öffneten. Der ältere Herr meckerte etwas und rollte sich nach draußen. Standhaft stand er und schaute, so dass er den nächsten Halt fand. Er fand ihn in seinem Stand, ich fuhr, die Fahrt weiter. Der ältere Herr stand da und ich hoffe, er stand es durch. Der arme ältere Herr, stand verloren, verloren dem übermäßigen Genuss und ohne Stoffbeutel am Halt des Busses mit dem Halt seiner Standhaftigkeit.

Der lang ersehnte Winter ist endlich angekommen

Ach eigentlich bin ich endlich in Berlin angekommen und dann das. Der Winter, der lange Winter bricht hier schnell mal ein, lässt ein paar große, kleine, nasse Schneeflocken liegen, erzeugt Matsch, weiße Dächer, unmögliche Feuchtigkeit, was alles ich nicht erwartet habe. Es sollte schneefrei sein, das Berlin, es sollte warm daherkommen, dieser metrologische Frühling, die Sonne wollte mich erwarten, in meiner Erwartung. So ist es dann doch nicht, aber ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, denn die Woche, die ich mal so hier so rum sitze, liege, spreche, treffe, werden bestimmt so einige Umschläge in Temperatur passieren, uns alle beglücken, aber auch enttäuschen. Aber immerhin, der Kaffee schmeckt, das Duschwasser war warm, entspannend, säubernd, das Berlin lacht auch aus dem Morgen heraus, es lockt die Stadt, die innere.
Ein paar Wölkchen brechen, die Sonne bahnt langsam, ganz langsam ihren Weg hindurch bis sie den Asphalt, den nassen, kalten auch wieder erreicht und bescheint. Mein Frühstück schreit förmlich nach mir, so dass ich es Einnehmen auf den Weg machen werde, recht bald und schnell. So wie gestern, bei der Zugfahrt, aß ich bei hoher Schnelligkeit, sitzend neben einem älteren Herrn, der ebenso seine geschmierten, mit Käse belegten Brote auspackte und diese verzerrte, ohne dass ich von meinen Käsebroten ein kleines Stück hätt abgeben wollen. Nur der Kaffee fehlte irgendwann, denn schnell ward der eine Becher ausgetrunken, zusammengedrückt und im Eimer für Müll verstaut. Das wird mir jetzt gleich nicht passieren. Somit!

Hej, it’s time to fight!

Jedenfalls fühle ich mich gerade danach, den Kampf gegen das Schneemonopol anzutreten. An sich liebe ich den Schnee, die Kälte, das verdammt frierende Leben ab und an. Nun ist es aber zu viel. Es ist vorbei. Es muss sich was ändern. Es hat sich zu ändern. Wir brauchen neue Geräusche, neues Verbleiben, andere Haut. So kommet doch, du Neues, Anderes, Vielversprechendes.
Es kann aber eigentlich nicht nur daran liegen. Vielleicht liegt dieser Unmut auch an der Politik, die der Welt, des Landes, der demokratischen Bevölkerung. Ich fühle mich erlegen eines Irgendwas. Es fühlt sich an, wie die Ferne in den Knochen. Ein durchschnittliches Unbehagen, Unwohlgefühl, ein sich näherndes Nichts, ein wenig schon wie in der unendlichen Geschichte.
Es fehlen die Tröpfchen, die kleinen Tröpfchen auf den ach so heißen Steinchen.
Die Haut ist rau, der Pulli kratzt, das Knie schmerzt, es ist wie für die Katz, all das ewig hin und her Getue. Da würde ich doch so sehr es umgekehrt versuchen anzugehen, das Leid und die schlechten, wirklich schlechten Geheimnisse.
Was macht es schon aus, es sind doch nur Fluchtpunkte aus der Perspektive.
Ein wenig hier, ein bisschen da und schon haben wir den Salat. Zu guter letzt noch das richtige Säftigen drauf und schon fangen wir alle wieder bei dem Null-Komma-Etwas an. Ja, super! Das macht Laune, verspricht so einiges und der Blick bleibt nicht mehr getrübt. In dem Sinne, bringt es zu ende.

Na so ein Kinobesuch, ach.

Eben in der Frühvorstellung für Kinder von ‚Alice in Wonderland’ gewesen und hab mich recht gut amüsieren können. War sogar in drei D. Was wiederum schade war, dieser Effekt ist nicht so toll, wie viele meinen. Die Leinwand des Kinos ist schon recht groß und auch an sich mag ich das Kino gerne, aber man muss doch für n guten, ordentlichen, faszinierenden Genuss von drei D Filmen in ein dafür extra gebautes Kino gehen, einen Saal aufsuchen, dessen Leinwand riesig bis übermäßig groß ist, nur dann fliegen einem die Sachen wirklich um die Ohren. Somit denke ich kaum, dass es sich mit dem drei D so wahnsinnig verbreiten wird. Geschichten könne nur dann dem Format entsprechend erzählt werden. Außerdem ist man so gesehen einer gewissen Statik gebunden. Schnelle Schnitte machen den Effekt kaputt bzw. der effektvolle Eindruck geht dann verloren. Also wird es immer wieder neue, tolle, eindrucksvolle, weniger gute (da denke ich insbesondere an ‚Avatar’), mäßig erfolgreiche Produktionen geben mit drei Ds. Aber für zu Hause ein extra TV zu schaffen, ist bestimmt nicht so nützlich, denn wenn schon die Leinwand in dem Kino die Großartigkeit des drei Ds schluckt, wie sieht es dann zu Hause auf der kleinen TV-Mattscheibe aus?
Aber schlimm waren die Kinobesucher, also weniger die Kinder, denn so viel waren gar nicht zur Vorstellung, sondern die anderen, die die ganze Zeit eine wirklich, wirklich unangenehme Geräuschkulisse erzeugten, mit ihrem Popcorn gefuttere bzw. Rascheln der Tüten. Zwischenzeitlich dachte ich der Film hat nen Tonfehler. Aber das war nicht so, im Kino war die Akustik dann nicht ganz so vorteilhaft. Und der Abspann war noch nicht mal erahnen, sprangen die Hälfte des Publikums auf, riss die Türen nach draußen auf, ließen somit das grelle Licht der Sonne auf die Leinwand scheinen und machten Lärm, so unerträglich. Und am Besten war es dann auf Toilette, denn kaum einer checkte den Handtuchspender, bei dem das rote Lichtlein leuchtete, wenn er gerade nicht spenden mochte. Dieses Lichtchen ging aus und man konnte sich per Sensor ein Tuch spenden lassen. Einem Herren musste ich es erklären, weil der es nicht auf die Reihe bekam. Ein anderer ging ohne abgetrocknet zu haben. Immerhin, der größte Teil der Toilettenbenutzer wusch sich die Hände, das erfährt man ja doch sehr selten auf einer Herrentoilette.
Ach so, der Film an sich war gut, hatte tolle Kulissen, schicken Sound (ohne Popcorngeräuschhintergrund) eine süße Geschichte. Was man halt von nem Tim Burton so erwarten kann. Ein paar kleine Kleinigkeiten waren eher komisch, dass er sie in den Film einbrachte, aber es ist entschuldbar, da es sich ja um eine Disney Produktion handelte. Jedenfalls tausend Mal besser denn ein Cameron. Den Film kann man auch getrost in zwei D anschauen.
Das nächste Mal gehe ich in so einen Film, wenn der schon ne Weile am laufen ist und es weniger kauende, raschelnde, schlürfende Mitzuschauer gibt.

Das allgemeine Gefussel hat sich arg auf dem Boden verfusselt

Da fegt man so Besensauber rein den Boden, versucht jeden einzeln sichtbaren Fleck an Dreck und Staub zu entfernen und dann das. Hartnäckig springen sie aus ihren vielen kleinen Verstecken und belegen den Boden erneut mit kleinen schwarzen, grauen Staubflöckchen, Fusseln, Dreckigkeiten. Voll angefressen legte ich mit nem Staubbesen los und versuchte eben diese kleinen Störenfriede wegzufusseln. Ein paar dieser Gesellen konnte ich ganz gut dem Boden entreißen, ein paar flüchteten vermutlich in ihre Verstecke und irgendwie haben es einige doch geschafft, liegen zu bleiben, mich weiterhin ärgern zu können. Zwar hab ich denen noch nicht den Krieg erklärt, denn ab und an entfussele ich mich ja ebenso, durch leichten Haarausfall und das Verlieren von an mir gehafteten Textilresten meiner Anziehklamotten. Aber das heißt noch lange nicht, dass dieser Kampf so nicht ausgetragen wird. Da werde ich mir schon noch was einfallen lassen, aber erst mal gebe ich diesen Fusseln die Möglichkeit selbst, von ganz allein, das Weite zu suchen, mich nicht mehr zu ärgern, ein gemeinschaftliches Leben in angenehmer Weise zu ermöglichen. Wieso sollte ich ihnen gleich Angst machen. Ach, vielleicht haben die ja nie Angst. Jedenfalls werden wir einen Weg auch ohne Kampfhandlung finden. So n Fusselblut vergießen möchte ich dann auch nicht, nicht weil es nur schmerzhaft sein kann, sondern auch weil ich dann den Boden wischen muss, nicht nur fegen brauch.
Im Moment ist alles friedlich. Dann werde ich auch mal weiter den Heinrich den vierten lesen.

Der Tag danach und ein Tag später, sowie noch ein Tag weiter

Ein Internetz und noch ne Telefoniermöglichkeit zu bekommen ist gar nicht mal so einfach, wenn der Hausmeister gerade am Säubern der Tiefgarage sein musste und er somit nicht den entsprechenden Raum für den Telefontechniker öffnen hat können. Eben weil sein Handtelefon da unten nun mal keinen Funken Empfang hatte, hat und haben wird. Also nichts mit weiter Ferne per normalen Anschluss an der Wand. Da gibt es ja nun die Möglichkeit, des gefunkten Weltnetz dieses zu empfangen. Aber da ist mir das Geld ausgegangen und nach nachgezahlten Aufladestand war in schneller, kurzer Zeit, das ganze viele aufgeladene Geld wieder Pfutsch und ich weiß einfach nicht wieso. Und dieses passierte nicht das erste Mal. Nun wieder heute aufgeladen, mal schauen wie lange es anhält, das neu bezahlte Guthaben. Noch ist es nicht aufgebraucht, obwohl es gerade so wieder ausfiel und nicht mehr einfallen, angehen wollte. Lag wohl an der Front Schnee in Hülle und Fülle, die gerade vorbeizog, den Fernblick komplett in ein einziges Grau verfärbte, den ganzen Boden mit Strassen, Geh- und Fahrradwegen weiß anstrich und somit auch Funkwellen beeinträchtigt haben muss. Aber es geht ja wieder mit dem Weltempfang. Dunkel wird es ja jetzt auch draußen. Der Winter ist doch noch nicht überstanden, noch nichts mit hier Frühling. Heut Mittag quälte ich mich durch dieses Gestöber, war dann ganz flott beschneit und erweißt vom Haaransatz bis zu den Knöcheln. Wollte aber nicht umkehren, denn mein Ziel war nun mal die Bibliothek, um mich über Falstaff mal so richtig zu informieren. Hab Shakespeare rausgesucht und ausgeliehen. Dann werde ich mal lesen und hoffen, dass eine Erleuchtung zum Film mich erhellt. ‚König Heinrich der vierte’ ziehe ich mir mal zu erst rein, weil das ja die Vorlage zu sein scheint. Dann werde ich auch noch mal ‚die lustigen Weiber von Windsor’ abhandeln, durchfliegen. Okay, vielleicht ist es übertrieben, bin ja doch n ganz langsamer Leser, mit hoher Unkonzentriertheit. Versuch aber trotzdem mein bestes.
Übrigens ist der Blick wieder Frei, der Schnee liegt nur noch und fällt nicht mehr, da könnte ich ja mal wieder überlegen, ins Kino zu gehen, nen Film anzuschauen, den ich vielleicht mal wieder nicht verstehe oder gar nur durchs Fenster in die Ferne schauen, starren, sich verlieren. Kann ich gerade nicht so recht festlegen. Werde erst einmal was essen und vielleicht die Masse unterm Schädel damit anregen können zu entscheiden.

Oh, hatte gerade ne kurze Schreibpause eingelegt, weil einerseits mein Netzt nicht ganz netzhaft funktionierte und ich gleich noch einem netten Schreibkontakt geschrieben hab und darauf gleich wieder unnetzhaftes Verhalten der Vernetzungseinheit mich plagen musste. Ach die Welt liegt einem zu Füssen und dann ist da so ein kleines Plastikteil, das einem die Welt wieder weg von den Füßen reist. Essen hab ich mir gerade aufgetischt. Gedanklich bin ich noch nicht weitergekommen. Werde mir nen Film anschauen, nicht im Kino, aber dafür einen, den ich verstehe, so hoffe ich mal. Oder vielleicht doch? Höre gerade ‚Autobahn’ (unbeabsichtigt, denn die Musik macht nen Randomdurchlauf) und dadurch komme ich gedanklich auf das Werkstattkino und deren Programmierung viele Jeff Bridges Filme zu zeigen. ‚Big Lebowski’ heute abend?

Einmal Falstaff und wieder zurück

Genau so war es gestern Abend mit meinem Kinobesuch. Eigentlich mag ich es einen Orson Welles Film anzuschauen, auch mal einen anderen von ihm, aber es macht mich immer wieder zu schaffen, dass er den Wahnsinn besaß, etwas von Shakespeare hier und etwas von Shakespeare da zu verfilmen mit ihm selbst in der Hauptrolle zu besetzen. Shakespeare ist mir nicht wirklich lieb, war mir auch nie so nah in seinen Stücken. Und gerade die Verfilmungen waren mir fast immer ein wenig zu sehr unnahbar, gerade auch die vom Kenneth dem Branagh. Oft lag es einfach an den Texten, deren Struktur, deren Erzählweise. Das schlimmere Übel war ja dann doch, dass es im englischen Original mit französischen Untertitel zu erleben war, gestern im Kino. Somit verstand ich dann doch nur etwas, wenig, fast gar nichts. Ein Wortfetzen da konnte ich entziffernd verstehen und mal ein Fetzen hier. Ziemlich aufgeschmissen saß ich daher und schlief nach kurzer Zeit auch ein. So gesehen hätte ich das Kino schnell mal verlassen können, aber es war warm und es flimmerte ein Welles. Das hielt mich da. Mein Schlaf muss recht lang gewesen sein, denn es blieb dann nicht mehr viel von den einhundertachtzehn Minuten, bis das Ende als solches wegflimmerte. Ein paar wirklich nette, gut ausgeleuchtete, genial inszenierte Bilder waren schon dabei. Nur mir brachten die nicht viel, um der Geschichte, die recht unerzählbar wirkte, zu helfen, dass ich diese auch begriff. Es schien mir auch sehr lieblos dahergesprochen, -dialogisiert, dass es wohl kein guter Film war. Das kann ich so gerade nicht wirklich festlegen für mich. Nichts verstanden, alles verschlafen, völlig entleert den Saal verlassen.

Hinzu war der Morgen heute wieder, wie der von gestern, vorgestern, vielleicht auch den von morgen. Der Strom der Menschen bewegte sich wieder wie eine Schlange durch die unterföhringer Wege. Es floss, es kroch, es machte mich matschig. Wieso nur sich mitbewegen? Des Geldes wegen? Der TV-Erfüllung nach? Da dachte ich mir mal so ganz schnell, Musik laut gedreht, Kaputze hochgeklappt und durch, ab, mit dem Strom, der Karawane weiterziehen, denn nächsten Kaffe im Blick haben. Wie bei Falstaff. Nichts verstehen, aber trotzdem mitgemacht. So bekam ich dann meinen Kaffee, arbeitete meine Arbeit, verließ nach gearbeiteter Arbeit die Arbeit und reiste mit der Karawane wieder gen Wohnung, um mir meine tolle, schmackhafte Dose Spaghetti in Tomatensoße zu bereiten. Ein Falstaff wäre mir ja fast lieber gewesen. Aber morgen geht es wieder weiter kein Falstaff, kein Stenz, kein irgendwas. Ich bin erfreud.

Der Sauerstoffmangel der Fische und die gierigen Vögel

Ein paar Krokodille springen hier vor meiner Nase im Wasser hin und her, der Regen plätschert so vor sich hin da draußen und mir rotzt noch immer die Nase, auch wenn nur noch in wenigen, nicht mehr so unangenehmen Tropfen. Der Tag war grau, so wie ich mich heute auch fühlte. Eben noch schnell nen Bad genommen, damit auch sich das Erkältet-sein schneller in ein Nicht-erkältet-sein umschlägt, -wandel, einfach bessert. Mal schauen, noch ist es nicht ganz so, aber ich bin gut eingeheizt worden. Dabei sogar mal wirklich wieder gelesen, was mir nie sonst so gelingt, da ich eher weniger die Geduld dafür aufbringen kann, wenn ich in ner Wanne liege. Schon wieder so viele Vögel in strömenden Regen vor meinen Augen, dafür erst mal keine Krokodille. Manchmal ist so ne Doku über, mit, von Tieren sehr angenehm anzusehen. Leider ist das Wasser durch den Regen so schlecht für die Fische gewesen, dass sich die Vögel einfach mal so bedienen konnten. Viele tote Fische und hungrige Vögel. Nun berichtet der Sprecher von der nächsten Katastrophe. Da bin ich gerade froh krank im Bett zu liegen, als am Amazonas zu sein und nahe einer nächsten Katastrophe zu stehen. Aber ehrlich gesagt, geschrieben, würde ich sehr gern mal so eine Doku schneiden, auch wenn viele komische Tiere dabei sind. Soso, die Schneeschmelze.
Dann werde ich mich mal so drehen, das sich auch bald einschlafe, damit morgen der Tag mehr Sonnenschein bietet und meine Wenigkeit ebenso wieder sich der Gesundheit nähert. Gute Nacht und frohes gesund werden allen denen, die ebenso ungesund gerade sind.

Es ist nicht so einfach, oder wie?

Na so richtig bin ich schon überrascht, wie voll, rund, in orange und riesen groß doch der Mond so sein kann. Eben dachte ich doch wirklich die Sonne taucht am Horizont auf, um den nächtlichen Himmel zu erobern. Er kam so voll und groß daher, hinter den weit hinten stehenden Häusern. Jetzt ist er weit höher und nicht mehr so groß, eher kleiner, aber noch immer recht voll, aber auch nicht mehr orange, sondern weiß, also so wie man ihn eigentlich kennt.
So ist er halt, der Mond. Immer für ne Überraschung gut. Und die ist echt gelungen, ich war überrascht. Jetzt ist es mir aber auch schon wieder egal, schon so richtig wurscht. Dafür läuft mir gerade der Rotz, also muss ich mal kurz inne halten und so putzen, meine Nase. Das war jetzt aber ne Überraschung, für mich in echt, so richtig. Aber nach dem Zellstofftaschentuchvollgeschnaube ist das alles wieder nicht mehr so die Überraschung. Aber das macht es manchmal so, da gibt der Körper was aus, womit man eigentlich in dem Moment gar nicht rechnet. Es hat sich zwar abgezeichnet, aber doch nicht grad ersichtlich genug. Jetzt ist es aber auch wieder vorbei. Nachher geb ich mir noch n Eis, zu meiner Überraschung. Ich weiß zu mindest, dass ich es mir, direkt für mich gekauft habe. Irgendwann muss ich es ja auch essen. Ach! Da lass ich mich mal überraschen. Bestimmt schmeckt es unerwartet gut. So gut, wie der Mond groß und orange hinterm Horizont hervorsprang. Soso, das waren ja schon recht viele Überraschungen an einem Abend. Jetzt läuft meine Nase schon wieder. Langsam wird diese Überraschung lästig. Meine Nase werde ich heute verfrüht zu Bett schicken. Das hat sie nun davon. Die kriegt nichts vom Eis zu riechen. Gute Nacht!

Da sind wir und da waren wir und wie wird es sein?

So gesehen läuft es mal recht gut rund im Leben und aber dann auch mal wieder nicht. Aber gerade bei den hiesigen, den münchnern Öffentlichen (ach nein nicht schon wieder die Verkehrsmittel, wird es jetzt vielleicht wieder heißen) ist es mit dem rund gehen echt nicht einfach. Haben gerade den ersten Platz gemacht im Vergleich zu anderen Großstädten (haha! Die anderen sind im Gegensatz zu München wirklich welche), mit den schnellen Mitteln und den ganzen drum herum, außer im Preisvergleich. Jedenfalls wundert sich so mancher hier, wieso eigentlich, denn die Taktung der S-Bahn gleicht eher der einer Fernverkehrsfahrplantaktung, hinzu kommt sie sowieso immer verspätet oder auch mal gar nicht und die Betreiber sind sich keiner Ausrede zu schade und die lassen sich echt tolle Sachen einfallen. Bei der U-Bahn sieht es da nun wirklich nicht anders aus, die geben aber dafür keine Ausflüchte von den Bahnsteiglautsprechern bekannt, sondern machen es gleich kurz und sprechen dann nur von Verspätung. Eher zweifelhaft ist es schon, dass es auch mit der Schnelligkeit so sein soll, also merklich schneller als in anderen Städten sind die Bahnen und Busse hier nicht wirklich, aber der Fahrgast muss dafür recht gut zu Fuß, überhaupt reaktionsfähig sein, damit er auch alle Bahnen, deren Anschlüsse bekommen kann und das er auch nicht in der Tür eines Wagens stecken bleibt. Schnell und springen muss man können. In der Straßenbahn ist ähnlich mit den Ausfällen, wobei es bei diesem Fortbewegungsmittel ja nachvollziehbar ist, denn es gibt ja so viele unberechenbare Verkehrsteilnehmer, ob nun Autofahrer, Fahrradschieber oder aber auch nur Fußgänger, da kann es ja doch mal schnell zu nem Unfall kommen. Wie es gestern scheinbar war. Der Fahrer gab sogar durch die Sprechanlage bekannt, dass es sich verzögert mit der Weiterfahrt und die zu vor gefahrene Bahn nicht fährt und Warnleuchtanlage zum Erleuchten brachte. Na dann muss man halt warten. Nur hat der Fahrer scheinbar die wenigste Geduld mitgebracht und gab weitere unbedeutende Informationen bekannt bis hin, dass er meinte, die nehmen gerade des Unfalls wegen die Personalien auf. Er hatte zu mindest doch genaueste Informationen über den Ablauf, den Hergang. Doch dann gab er noch bekannt, dass es noch weiter dauert, da es sich um einen wohl ausländischen Ausweis handeln wird. Aha. Der Ausweis war also Schuld gewesen. War es von ihm ein Erfahrungsbericht, eine eigene Meinung oder vielleicht sogar die im Handbuch der Verkehrsbetriebe stehende Vorgabe zur allgemeinen Beruhigung der wartenden Fahrgäste? Ich war in dem Moment doch recht sprachlos. Aber ähnlich Äußerungen musste ich ach schon in der U-Bahn vernehmen. Nun frage ich mich, wie es die Betriebe in Hamburg, in London, in Paris, in Prag, in Warschau oder den anderen Städten Europas handhaben. Ausländisch Ausweise können wohl überall den Verkehr aufhalten.
Er fuhr dann jedenfalls wieder, ich stieg auch sicher aus, aber mit einem eher unsicheren Gefühl im Magen. Bin auch gespannt was so alles noch gesagt, getan und nicht gemacht wird.

Interesse an Olympia?

Die Winterspiele, Sommerspiele waren schon immer an mir vorbei gespielt worden. Da schaut man mal hin, aber auch eher weg, zieht sich mal schnell den Medaillenspiegel rein und wundert sich dann immer wieder, dass Deutschland ja immer mit weit vorne ist. Gerade wenn man überlegt, dass doch immer wieder recht viel Werbung gemacht wird für Sport, dass der Verband kein Geld hat und die Kinder sowieso immer nur faul zu Hause am Rechner irgendwelche Schiessspiele spielen, aber sich eher wenig bis gar nicht bewegen. Dem scheint es aber nicht so, wenn man sieht, in welchen Sportarten Deutschland so alles vertreten ist. Auch im Eishockey mischen sie mit. Ich dachte auch immer, dass sie sehr gut mitmischen können, nun hab ich zwei Spiele gesehen, in denen Deutschland sich hätte beweisen können. Ha, nichts der gleichen, so schlecht hätte ich es mir wirklich nicht vorstellen können. Gerade läuft das Spiel Schweden gegen Finnland. Da ist der Unterschied deutlich erkennbar. Da müssen die deutschen Spieler noch so einiges lernen, vielleicht sollte ich dem Verband Geld spenden, damit auch es im Eishockey klappt. Gerade erfahre ich, dass ich mal wieder den Zweierbob verpasst habe. Vielleicht sehe ich doch noch den Vierer. Das war zu mindest in meiner Erinnerung immer was ich bei den olympischen Spielen angeschaut habe. Vielleicht auch andere Sachen, aber Bob fahren ist das, was ich auch mit jungen Jahren verfolgen durfte. Jetzt läuft das dritte Drittel, ich bin gespannt, Schweden führt mit Drei zu Null. Ach, ich muss ja auch gleich auf Arbeit, da verliert man ja schnell doch wieder das Interesse an Olympia. Entweder ist man auf Arbeit oder man schläft. Es ist ja doch nur ne Verpassveranstaltung.

Es war die Luft, nur die Luft allein war daran schuld

Die Leute schwirrten wie riesige Schwärme an Insekten oder gar Vögel in die leicht aufgewärmte Außenwelt aus und mit deren riesigen Sonnenbrillen sahen sdiese Leute wirklich nach so nem Insektentierzeug aus. Es ist ja wirklich schön, dass es endlich mal wieder etwas Sonnenlicht gab und auch die dazugehörige, wenn auch nur leichte aufgewärmte Luft, aber muss man sich dann gleich im Außenbereich von diversen Cafés platzieren. Da friert man ja doch ziemlich. Das muss ja nun nicht wirklich sein. Meiner Seits war ich auch draußen, um nur mal wieder in den Genuss einer Ausstellung zu kommen. Das war nun wirklich mal wieder fällig. Es war gut, sehr verzirkus-spielt, aber auch dunkel gehalten. Recht angenehm für eine Winterausstellung. Das war dann eine doppelte Überraschung, wieder raus ins Sonnenlicht zu treten. Das gefiel. Mir ist es fast lieber, als die ganze Zeit im Sonnelicht zu hocken und nach zwanzig Minuten die Cafétoilette aufzusuchen um sich nur mal kurz aufzuwärmen. Ich bin zwar auch zwischendurch Fahrrad gefahren, was einem auch arg abkühlt, aber da wusste ich, dass ich mich mit nem schönen warmen Tee auf meinen Balkon setzen kann und auch schnell wieder ins warme huschen darf, ich keine coole Brille, in verspiegelt tragen muss, mich überhaupt Etikette zu tragen verpflichtet fühlte.
Jetzt wird es dunkel, die Berge verschwinden wieder hinterm Horizont, noch in Dunkelblau leicht schimmernd, verstecken sich für den nächsten Tag, damit sie dann auch wieder am Horizont riesig und unerreichbar erscheinen können. Noch etwas essbares finden, machen, zu sich nehmen und verärgert darüber, dass wieder kein Tatort ausgestrahlt wird, überlegen, was zu tun, was zu sehen, wie überhaupt den Abend zu gestallten. Mal sehen. Es ist ja immer wieder eine Überraschung. Ein Sonntag ohne deutsch produzierten Krimi. Das wird schon. Es gibt immer was zu sehen, zu lesen, zu nutzen.

Etwas angemüdet irgendwie…

So scheine ich mir im Spiegelbild vom Antlitz her. Aber oft kann ja gerade so ein Spiegelbild auch täuschen und es sieht eher anders, gegensätzlich aus. Aber das kann ich nicht so genau orten, fühl mich nicht in der Lage Ermüdungen sowie Wachheiten als solche wirklich zu erkennen. Man kann ja darüber ein, zwei Nächte schlafen, dann werden es vielleicht meine Augen ersehen können. Jedenfalls zeitnah gerade nicht.
So gesehen muss ich mir nicht unbedingt die Gehirnwinden darüber zerbrechen, es geht ja irgendwie auch ohne, ohne Spiegelbild, ohne eigenem Widerschein.
Viel gibt es eben nicht zu berichten. Ach, man muss ja auch nicht. Da kann ich eigentlich meine Erstattung des Berichtens jetzt auch abbrechen, abschließen und die Tage hoffen auf neue Neuigkeiten, diese vielleicht sogar niederschreiben, die Welt da draußen auf dem Laufenden halten. Ja, ja, das werde ich nun tun. Mir einen entsprechenden Tee dazu brühen. Allesamt, schlaft recht gut!

Dieser Fasching macht mich einfach nur wirr!

Nicht, dass ich damit gerechnet habe, daran vorbei zu kommen, ohne eine dieser Narren, kostümbehangenen, merkwürdig erscheinenden … Freaks (?) anzutreffen. Aber wenn, dann sollte doch so ein Ottonormalverbraucher, wie eben meine Person, die Möglichkeit haben in die Stadt kurz gehen zu können, ein paar Scheiben Brot, etwas Belag für das Brot und ein Kinoprogrammheft zu erhalten. Ach, da habe ich mir tatsächlich in den Finger geschnitten, mich von meiner Vorstellung täuschen lassen, dass es so einfach ginge. Nein, das war wohl ein richtiger Irrtum meiner Seits. Okay, nicht entfernt meines Schlafplatzes, meiner Wohneinrichtung war es dann doch möglich, zu mindest die Brotutensilien zu besorgen. Aber das besagte Kinoprogramm konnte ich nicht besorgen, denn es sollte ja das Eine sein, das für das Filmmuseum gibt. Das bekomt man auch am besten (eigentlich) im besagten Kino. Da war aber zu, geschlossen, voll von Leuten mit Maskerate und bunten Textilien oder gar wenigen bis keine. Hinzu stand eine Traube an solchen närrischen Leutchen vor verschlossenem Tore des Museums. Sie wollten hineingelassen werden. Wieso eigentlich nur? Reicht es nicht, dass die Einwohner rituell in die Zelte auf der Wiesn einmarschieren, da Schunkeln, sich die Birne wegsaufen, bis auch deren letzte Hirnzelle aus den überschwemmten Mägen ausgepumpt werden muss? Aber es liegt wohl gerade daran, dass die letzt Hirnzelle in der krankenhäuslichen Kanalisation gelandet ist, dass sie eben auch dieses Spektakel mitmachen müssen.
Aber mein Brot und das dazugehörige Zeug, Mittelchen hab ich ja doch bekommen. Da kann ich doch mich glücklich schätzen.
Nächstes Jahr wird ich mir doch was einfallen lassen müssen, vielleicht gleich nach Köln reisen und sich einfach mit in diesen Sog des überschwänglichen „Genuss“ (von genießen kann eigentlich nicht wirklich die Rede sein) mitreisen zu lassen.
Na dann Alaaf, Helau und Grüß (heut mal nicht den) Gott! Prost!

P.S: Hinzu landet alle zwanzig Minuten der Rettungshubschrauber auf der Theresienwiese. Ach, warum nur?

Das macht doch gar nichts, oder?

Vor wenigen Tagen, ach quatsch, vor einigen Tagen, also letzten Samstag war ich endlich mal wieder zum Wäschewaschen in nem nicht allzu weit entfernten Salon zum Wäschewaschen. Nach wirklich langer, langer Zeit sucht ich mal wieder solche Räumlichkeiten auf und auch wirklich zum Säubern meiner Kleidung, Handtücher, Bettbezüge. Das war n Ding. Der Automat war so kompliziert mir im ersten Augenwinkel erschienen, im zweiten aber ebenso noch. Dann endlich bekam ich Hilfe vom Personal, das zum Putzen sich im Salon befand. Sie, diese Personaldame, half nicht wirklich, sondern zeigte, sagte halbherzig die Funktionen der Maschinen, des Automaten, der ganzen Einheit zum Säubern von Textilien. Zu meinem Glück war da ebenso ein junger Herr, der mir dann eher helfen konnte, da er sich erinnert fühlte, wie er einst im Salon stand und Wäsche waschen wollte, ohne bescheid zu wissen. So war die Wäsche schnell in der Maschine, das entsprechende Geld eingeworfen, die Maschine angestellt. Ich setzte mich auf die Bank zum Warten und wartete, in dem ich ein Magazin las. Bevor ich überhaupt die Artikel so richtig ablas, war die Maschine wieder aus, sie war fertig, gewaschen waren meine Textilien. Aber leider nicht gut geschleudert. Also noch mehr Geld in den Automaten geworfen, für die Schleudertrommel zum noch mal richtigen Durchschleudern. Fünf Minuten später verließ ich diesen Salon und brachte meine Sachen nach Hause, um diese dann da zum richtigen Trocknen aufzuhängen. Da fühlte ich mich wohl, von Erfolg gestärkt und konnte es kaum glauben, dass es so schnell machbar sein konnte. Diese Woche geht es wieder hin, diesmal wird es keine Buntwäsche sein, diesmal weiß ich auch wie es geht, das wird ein Fest der reinen Wäsche.
Was ich sehr Interessant doch fand, war die Tatsache, dass recht Leute ein- und ausgingen, eine Dame mit gewaschener Wäsche nur zum Schleudern einkehrte, es überhaupt eine großartige Beschäftigung ist, das Waschen der Wäsche auswärts.

Bei Sonnenaufgang erwacht und regelrecht geblendet

Den heutigen Morgen konnte ich einfach nicht verschlafen, denn die Sonne macht sich früh auf, hinter der Stadt, neben all den massiven Bergen der Alpen.
Also an schlafen war dann doch nicht mehr zu denken. Überhaupt nicht. Ich dachte dann eher ans schmieren meiner Brote. Da konnte ich auch nur mir mein Frühstücksbrot schmieren. Noch n Kaffee dazu gebrüht, davor das Bad aufgesucht, für die morgendliche Hygiene, auf den Balkon geschritten, um die frische Luft einzuatmen und wieder unfrisch auszuatmen und dann auch schon auf dem Weg zur Bahn zu machen. Was für ein geplanter, morgendlicher Ablauf das doch mal wieder war. Es ist immer wieder Überraschend, wie sich die Menschheit so die Dinge zum Tun zurechtlegen können.
Und jetzt kommt noch ein Nebel auf, der mich arg an den Film „The Fog“ erinnert, denn langsam, ja wirklich langsam zieht er aus nordöstlicher Richtung über die Stadt herein und versteckt alle Gebäude und allem sonstigen in seinem Schleier. Ich fühle mich auf einem Leuchtturm lebend, der das Unheil über die Stadt heranschleichen beobachten kann und darf. Ich bekome Angst. Es verschwinden einfach so die hohen Bauwerke in einem Grau. Bestimmt zieht dieser gruselige Wasserdampf wieder ab und es springen keine untoden Piraten aus dem Nichts hervor und schwingen ihre verrosteten Säbel. Oh nein, ich sehe gerade, dass er immer mehr sich meinem Leuchtturm nähert. Habe zum Glück alle Fenster verriegelt. Leg mich mal schnell Schlafen, verkrieche unter der Decke, dass mich niemand entdeckt.
Oh, jetzt aber wirklich.

Lang, lang, ja, lang ist es her

Es war nicht so einfach die letzten Wochen ein paar Zeilen hernieder zu schreiben, im Netz abzulegen. Alles ging recht schnell, unerwartet einfach und immer noch nicht für mich zu glauben. Ich bin nun doch umgezogen, weg aus der Wohngemeinschaft, hin zu einer eigenen Bleibe, Einzimmerwohnung.
Ja, nun sitze ich hier schau raus auf diese Stadt, erblicke wenig bis gar kein Schnee mehr.
Wie gestern noch ich tapfer durch den Schnee zu hiesigen Behörde, dem sogenannten Kreisverwaltungsreferat stapfte und mich da umzumelden beabsichtigte, dieses dann auch tat. Interessanter Weise war genau der Wartebereich, den ich nun mal wegen dem Anfangsbuchstaben meines Namens wegen aufsuchen musste, der überfüllte, brechend vollgestopft mit Menschen, Personen die genau an dem Tag, um diese Uhrzeit ihre Erledigungen machen wollten, mussten, nur konnten, wie ich es nun auch tat. Fünfzig Nummern waren für mich abzuwarten, wie ich die meinige Wartenummer zog. Das hieß eigentlich warten, für Stunden rumsitzen und auf die Uhr starren. Alle taten es, das auf die Uhr starren. Nach einer halben Stunde waren wir dann doch gute 15 Wartenummern vorangekommen. Also suchte ich die öffentlichen Toiletten auf, die recht arg in einem unerträglichen Gestank standen. Dafür sah es aber nicht so dreckig aus. Ist ja eigentlich auch nicht so wichtig. Sie stanken, das war unangenehm genug. Dabei durchschritt ich andere Wartebereiche. Diese waren einfach nur leer, unheimlich verweist. Als ob es in München nur Personen gäbe, die mit dem gleichen Anfangsbuchstaben versehen wurden, wie nun mal ich. Nach diesem Toilettengang kehrte ich zurück zu dem Wartebereich für Personen wie meiner und stellte mit Überraschung fest, dass wir alle weitere zwei Nummern fortgeschritten sind. Juchhu, dachte ich.
Dann kamen aber andere Sachbearbeiter aus den anderen Wartebereichen und holten Wartende ab um die dann in deren Wartebereichen warten zu lassen. Somit ging es dann doch flott. Jedenfalls wurde auch ich in einem anderen Wartebereich abgezogen, zum warten. Dort wurde ich aber sofort aufgerufen, also meine mir neu überreichte, zugewiesene Nummer wurde an der Anzeigetafel angezeigt, mit Ton und blinkendem Grünlicht.
Ich ging rein, setzte mich an den Tisch, gab mein Anliegen Preis, der Bearbeiter bearbeitete freundlich die Sache, das Anliegen, mit seinem veraltert ausschauenden Rechner, druckte zwei Blatt Papier und einen kleine Aufkleber für mein Perso und dann verabschiede er mich freundlich. Das geschah innerhalb von knapp vier Minuten. Da machte ich mir ein wenig Sorgen um das Personal, das um mich eigentlich zu kümmern hatte, dass es recht langsam bearbeitet.
Jedenfalls bin ich bearbeitet, abgestempelt und umgemeldet wurden.
Da sitze ich hier trauere ein wenig dem Schnee nach, den man gestern Morgen noch anfassen konnte. Aber ein wenig wärme ist ja auch nicht von schlechten Eltern.

Auch mal wieder

Das ist jetzt ja doch ne Weile her, dass ich hier ein paar Zeilen liegen ließ. Aber manchmal geht einem die Zeit recht gut flöten und dann kommt man ja nun wirklich kaum hinterher, ein paar Worte schnell runterzuschreiben. Hinzu war mir auch nicht wirklich danach. Es war anfangs in München wieder zu sein nicht so begeisternd, hinzu schlug weiterhin die Erkältung auf meinen Körper ein und ließ diesen auch nicht motivieren die Finger zu bewegen und Tastatur zu betätigen. Dann gab es hier was zu tun, da was zu erledigen und die Abende waren dann auch von Müdigkeit erfüllt. Der Winter trägt ja auch ein wenig dazu bei, schlägt aufs Gemüt; obwohl der Schnee ja so gesehen doch wirklich nett war und noch ist.
Aber die Tage haben sich auch die Leute auf der Strasse dementsprechend verhalten, tanzten auf der Stelle, machten komische Gesichter, fühlten sich unbeobachtet. Ansonsten lassen sie sich wenig vom Schnee beeindrucken und gehen ihren übliche Wegen nach, meist zur Arbeit. Und am Dienstag erwartet mich der Zahnarzt und der will viel Geld von mir. Also nichts großartig Beschreibbares, nichts wirklich Erwähnenswertes, keine sonnigen Tage die letzten. Doch ein wenig sonnig wurde es mir dann doch im kleinen und hoffe, dass es mehr an wärme gewinnt. Die Überraschung lass ich auf mich zukommen.

Soweit so gut.