Das Sabbern

Kann mal wieder nicht schlafen, die dunklen Fäden schleimen sich aus meinem schmerzenden Mund hinab auf die frisch gewaschene Bettwäsche und machen nicht erkennbare Spuckeflecken auf dem dunklen Stoff, der Kiefer biegt sich in alle gefühlte Richtungen, das Radio schmeisst alle unhörbaren Lieder in den Äther und doch höre ich zu. Der Regen prasselt noch gar nicht gegen die Scheiben, die Schlaflosen torkeln lärmend die Strassen entlang und der Schmerz schmerzt weiterhin.
Ein Schluck vom kühlen Getränk zischt am Kiefer vorbei, direkt hinab in die saure Verdauung und kühlt die Röhre für den augenblicklichen Moment. Und der Schmerz schmerzt weiterhin und das Sabbern klingt nicht ab, die Wäsche wird genässt und der Gedanke an bald bringt auch nicht die nötige Kurzweiligkeit.
Ich springe auf und ab, der Boden biegt sich, ich schaue hinaus in die weite Welt, Tränen feuchten die Wangen, ich suche das Badezimmer auf, die Zähne sind zum wiederholten Male geputzt. Nur die Augen lassen sich nicht schliessen, das Träumen nicht einschalten, die Schmerzen nicht aufhören zu schmerzen.

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